Huawei IDEOS: 60-Euro-Android führt zu Smartphone-Revolution in Kenia

Frank Ritter 2

Entwicklungsländer sind ein stark wachsender Markt für Smartphones, besonders solche mit Android-Betriebssystem. Die chinesische Firma Huawei feiert in Kenia nun immensen Erfolg mit einem Android-Smartphone für umgerechnet 56 Euro und kann sich auf die Fahne schreiben, einen deutlichen Beitrag zur Entwicklungsarbeit in dem ostafrikanischen Land zu leisten.

Huawei IDEOS: 60-Euro-Android führt zu Smartphone-Revolution in Kenia

Einer der großen unerschlossenen Märkte für die Smartphone-Branche ist Afrika. Hersteller wie Apple und RIM haben mit ihren teuren Geräten kaum eine Chance, in Ländern, in denen Monatseinkommen von wenigen Euro gang und gäbe sind. Android füllt allerdings diese Lücke und besitzt dort deutlich bessere Chancen, denn das Betriebssystem läuft auch auf schwächeren Geräten und kann zudem lizenzfrei verwendet werden. So hat der chinesiche Hersteller Huawei mit einem Android-Gerät eine kleine Revolution in Kenia losgetreten: Das vom größten kenianischen Mobilfunkprovider Safaricom seit Februar diesen Jahres vertriebene Smartphone hat sich in dem Land mehr als 350.000-mal verkauft (Stand: Ende Juni) -- ein beachtlicher Erfolg in einem Land mit knapp 40 Millionen Einwohnern.

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Das Huawei IDEOS ist für westliche Verhältnisse ein Lowend-Smartphone. Neben einem 2,8-Zoll Display mit einer Auflösung von 320 x 240 bietet es eine 528 MHz-CPU, 256 MB RAM und eine 3 MP-Kamera. Der Akku ist mit 1.200 mAh dimensioniert, als Betriebssystem kommt Android 2.2 „Froyo“ zum Einsatz. Gängige Smartphone-Standards wie WLAN, 3G-Unterstützung, Bluetooth und GPS sind mit an Bord.

Zu dem Erfolg des Huawei IDEOS beigetragen haben dürfte die offene Natur von Android, die ausreichende Performance und ein fast unerschöpfliches App-Angebot zu einem sehr niedrigen Preis möglich macht.

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Es existieren mittlerweile viele Android-Apps, die speziell an lokale Bedürfnisse und Zielgruppen, etwa Bauern, angepasst sind. Neben Wetter-Apps sind dies etwa Anwendungen, die zur Bildung und Weiterbildung beitragen. So existiert mit MEDKenya eine App, die nicht nur Zugriff auf ein Verzeichnis lokaler Ärzte und Krankenhäuser bietet, sondern auch Zugriff auf Informationen zu Medikamenten und erster Hilfe. Ein weiteres durch die mobile Revolution befördertes Anwendungsfeld ist Mobile Payment: So bietet etwa Safaricom selbst das M-Pesa genannte Handy-basierte Finanztransaktionssystem an, an dem bereits 14 Millionen Kenianer teilnehmen.

Die Schweizer Nonprofit-Organisation Biovision wird zukünftig auf Android-Apps statt Anwendungen für das One Laptop per Child-Notebook setzen, um Informationen zu ökologischer und nachhaltiger Landwirtschaft zu verbreiten. Der Vorteil von Smartphones gegenüber Laptops sind höhere Mobilität und die Möglichkeit von ortsbasierten Anwendungen.

Huawei ist im europäischen Smartphone-Markt bis dato kaum präsent, gilt aber im asiatischen Raum als „Big Player“. Hierzulande ist die Firma überwiegend für, meist nicht unter Eigennamen verkauften, Surfsticks bekannt.

[via Singularity Hub, Technology Review]

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