Im Visier: Die US-Regierung bläst zum Angriff auf Huawei

Simon Stich 4

Huawei hat ein riesiges Problem in den USA. Als wäre das nicht schon schlimm genug für den chinesischen Konzern, könnten sich die Schwierigkeiten jetzt noch weiter ausbreiten – hier in Deutschland. Es geht um Vorwürfe der Spionage.

Im Visier: Die US-Regierung bläst zum Angriff auf Huawei
Bildquelle: GIGA – Huawei P20 Pro.

Bitte ohne Huawei: USA machen Druck

Die USA haben sich mit einer dringenden Bitte an die Bundesregierung gewandt. Beim beginnenden Aufbau des 5G-Netzes sollen keine Bauteile von Huawei zum Einsatz kommen. In den USA ist es den Netzbetreibern bereits verboten, Huawei-Router und andere Geräte zu nutzen. Die US-Regierung selbst arbeitet zudem nicht mit Unternehmen zusammen, die auf Huawei setzen. Sie befürchtet eine Spionage durch den Konzern. Vermutungen dazu bestehen schon länger, Beweise hingegen wurden bislang nicht gefunden.

In Deutschland sind Bauteile von Huawei bereits im Einsatz, genau wie welche von Nokia, Ericsson und Cisco. Die Telekom verfolgt weiter eine Multi-Vendor-Strategie, bei der verschiedene Anbieter zu Zug kommen. Ein Verbot von Huawei-Geräten könnte die Preise nach oben drücken, da der Konzern oft günstiger herstellt als die Konkurrenz aus Südkorea und den USA, heißt es in der Süddeutschen Zeitung.

FBI-Chef Christopher Wray warnte bereits zu Beginn des Jahres vor der chinesischen Hardware: „Wir sind zutiefst besorgt über die Risiken, die es mit sich bringen würde, wenn sich Firmen in unseren Telekommunikationsnetzwerken an Machtpositionen befinden, und diese Firmen sich einer Regierung verpflichtet fühlen, die unsere Werte nicht teilt.“

Die Smartphone-Sparte ist von dem Huawei-Verbot in den USA ebenfalls betroffen. Das Huawei Mate 20 Pro ist dort offiziell nicht zu haben. Was den Amerikanern da entgeht, seht ihr im folgenden Video:

Huawei Mate 20 Pro im Hands-On: Das spektakulärste Android-Smartphone.

Huawei: Keine Beweise für Spionage

Auch wenn die USA darauf bestehen, Huawei außen vor zu lassen: Einen echten Beweis dafür, dass der Konzern Spionage betriebt, gibt es nicht. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) untersucht die Hardware seit Jahren, hat aber auch keine Belege gefunden. Getestet werden die Geräte sowohl direkt bei Huawei als auch in den eigenen Labors.

Dass es von China gelenkte Angriffe auf deutsche Unternehmen gibt, ist unbestritten. Über Jahre hinweg haben sich die Hacker nicht mal bemüht, ihre digitalen Spuren zu verwischen. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor „immer aggressiver“ werdenden Angriffen. Vor wenigen Wochen sorgte zudem ein Bericht von Bloomberg für Aufregung, nach dem das chinesische Militär angeblich Apple und Amazon mit manipulierten Chips des Herstellers Supermicro ausspionieren würde. Beide Konzerne widersprachen dem Bericht heftig, auch deutsche Experten hegten Zweifel.

Ob sich die USA mit ihrer Bitte an Deutschland durchsetzen können, werden die nächsten Monate zeigen. Sollte die Bundesregierung beim 5G-Netz auf Huawei verzichten, würde das die Konkurrenz sicher freuen – und die kommt zum Teil aus den USA.

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