Die neue Bedrohung: Wie gefährlich ist Huawei wirklich für Apple?

Sven Kaulfuss 20

Bisher konnte und wollte sich Apple nur an Samsung messen. Die Koreaner sind nach Stückzahlen Marktführer, Apple auf dem zweiten Platz. Seit nunmehr sieben Jahren stehen die beiden da allein auf den vordersten Rängen. Jetzt prescht Huawei heran und zieht an Apple vorbei, Samsung im Visier – wie gefährlich ist der chinesische Streber aber wirklich für den iPhone-Hersteller?

Die neue Bedrohung: Wie gefährlich ist Huawei wirklich für Apple?
Bildquelle: Pixabay.com (Foto) und Huawei (Logo).

Apple avancierte letzte Woche zum ersten privatwirtschaftlichen Unternehmen mit einem Börsenwert von über einer Billion US-Dollar. Leider wurde der enorme Erfolg zuvor etwas getrübt, denn Huawei verkauft erstmals mehr Smartphones und sichert sich so den zweiten Platz im zurückliegenden Quartal unter den Smartphone-Herstellern. Konkret: 54,2 Millionen Stück fallen auf Huawei, dagegen „nur“ 41,3 Millionen auf die Kalifornier. Muss man sich im Angesicht der jüngsten Zahlen in Cupertino nun sorgen?

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Huawei vs. Apple: 5 Argumente gegen die Angst

Ich denke nicht. Anhand von fünf Feststellungen wird erkenntlich, so sehr man den Erfolg von Huawei anerkennen muss, eine ernsthafte Gefahr verbirgt sich aktuell (noch) nicht dahinter. Los geht’s…

1. Das Rennen ist lange noch nicht gelaufen: Apple verkauft das Gros seiner iPhones in der zweiten Jahreshälfte und unterliegt somit einem zyklischen Absatz. So wurden ein Drittel aller iPhones im letzten Jahr im letzten Viertel des Jahrs von Oktober bis Dezember verkauft. Logisch, denn neue Geräte, die den Absatz ankurbeln, gibt’s traditionell erst ab September. Bei Huawei läuft es anders, die vielen Neuheiten werden mehr übers Jahr verteilt. Eine so starke Termin-Konzentration wie bei Apple ist nicht ersichtlich.

2. Apple hat den größeren … Durchschnittspreis: Hohe Stückzahlen klingen gut, doch ein weitaus höherer Durchschnittserlös bei nur leicht geringeren Stückzahlen ist viel besser. So konnte Apple den Durchschnittspreis seiner iPhone-Flotte sogar noch steigern – von 606 US-Dollar auf ganze 724 US-Dollar. Von solchen Zahlen kann Huawei nur träumen. Noch mehr dieser Zahlenspiele verstecken sich in der folgenden Bilderstrecke.

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11 Bilder
Apples Halbjahresbilanz: 10 unglaubliche Zahlen zum iPhone, Siri, dem App-Store und mehr.

3. Apple ist Profit-König: Zugegeben, nach Stückzahlen fällt Apple im letzten Quartal zurück. Der Marktanteil entspricht nur knapp über 12 Prozent. Allerdings verfallen noch immer 80 Prozent aller Gewinne der Smartphone-Hersteller allein auf Apple. Auf lange Sicht wird sich dies auch nicht ändern, denn die wohlhabenden Kunden hat der iPhone-Hersteller fest im Sack.

4. Langer Atem bei Forschung und Entwicklung: Wer so viel Gewinn wie Apple macht, der kann ganz leicht seine Forschungs- und Entwicklungskosten steigern. So gab man im letzten Quartal 3,7 Milliarden dafür aus. Allerdings, Alphabet (Konzernmutter von Google) und auch Microsoft geben noch mehr aus. Aber Apple könnte dies noch steigern, wenn es denn mal notwendig wird. Und Huawei? Die werden bei aktueller, knapper Kalkulation Schwierigkeiten bekommen.

Wie schlägt sich das iPhone X gegen das P20 von Huawei – wir zeigen es euch:

Huawei P20, Pro und Lite: Kamera-Monster – oder nur dreiste iPhone-X-Klone?

5. Apple ist der Trendsetter für Huawei und Konsorten: Habt ihr euch die letzten Smartphones von Huawei mal angeschaut, ist euch der Notch (oberer Display-Einschnitt) aufgefallen? Der und das ganze Telefon schaut verdammt nach einem iPhone X aus. Ganz zu schweigen von solchen Stilblüten wie dem „Huawei MateBook“ – da erkennt auch der sprichwörtlich Blinde mit Krückstock woher der Gedanke stammt. Kurzum: Huawei benötigt Apple als Ideenschmiede, Apple allerdings benötigt Huawei ganz und gar nicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Glückwunsch nach Shenzhen, dickes Lob für euren Fleiß. Doch das Vorbild Apple muss sich aktuell noch lange nicht fürchten. Die Kriegskasse für alle Eventualitäten ist in Cupertino gefüllt und an neuen Ideen mangelt es sicherlich auch nicht – lassen wir uns spätestens im September bei der Vorstellung der neuen iPhones überraschen.

Quelle: Handelsblatt

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