Huawei-Bann: Gewinner und Verlierer der aktuellen Situation

Peter Hryciuk 2

Huawei steht vor einem großen Dilemma: Der chinesische Konzern schickte sich noch in diesem Jahr an, der größte Smartphone-Hersteller der Welt zu werden – bis die US-Regierung den Bann-Hammer geschwungen hat. Die aktuelle Situation hat viele Verlierer – aber auch einige Gewinner.

Huawei-Bann: Gewinner und Verlierer der aktuellen Situation
Bildquelle: GIGA.

Huawei-Bann: Die Verlierer

  • Huawei und Honor: Beide Unternehmen sind die größten Verlierer. Die Smartphone-Verkaufszahlen dürften in Europa einbrechen. Die Berichterstattung in allen Medien hat für viel Verunsicherung gesorgt. Auch wenn es für bestehende Smartphones noch Android-Updates geben soll, ist unklar, was danach passiert.
  • Europäische Kunden: In den USA werden kaum Huawei-Smartphones verkauft. In China sind keine Google-Dienste verfügbar. Nur Europa leidet unter dem Huawei-Bann, den die USA ausgerufen hat. US-Unternehmen dürfen nicht mit dem chinesischen Konzern zusammenarbeiten. Das hat Folgen. So gibt es keine Google-Dienste für zukünftige Smartphones. Der Google Play Store, GMail, Google Maps oder YouTube dürften nicht vorinstalliert werden. Android-Updates sind nur noch aus dem AOSP möglich und kommen deswegen viel später – wenn überhaupt.
  • Der Markt: Huawei hat den schlafenden Smartphone-Markt, auf dem es nur um Samsung gegen Apple ging, aufgerüttelt. Endlich wieder Innovationen, tolles Designs, AI-Funktionen und überragende Kameras. Huawei-Smartphones wurden gerne und oft gekauft. Während die Verkaufszahlen von Samsung und Apple sinken, hat Huawei massiv zugelegt. Wenn Huawei den europäischen Markt verlässt, wird die Auswahl geringer. Marken wie LG, HTC oder Sony, die kaum mehr von Bedeutung sind, werden die Lücke vermutlich nicht füllen können. Samsung und Apple werden als einzige ernst zu nehmende Konkurrenten am Markt bleiben und die Preise diktieren. Dadurch könnte es noch teuer werden, als es jetzt sowieso schon ist. Außerdem: Huawei hat in der Mittelklasse viel Auswahl geboten, da wo Apple nicht präsent ist und Samsung bis vor Kurzem viel zu wenig gemacht hat. Durch Huawei hat Samsung massiv in die Mittelklasse investiert und viel bessere Smartphones gebaut. Zukünftig könnte das Preis-Leistungs-Verhältnis von Samsung-Smartphone in dem Bereich schlechter werden, wenn der Galaxy-Hersteller nicht mehr gegen Konkurrenzmodelle von Huawei ankämpfen muss.
  • Google: Huawei ist der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt und mit über 200 Millionen verkauften Geräten pro Jahr hat das Unternehmen natürlich auch die Google-Dienste gestärkt und Google durch Werbung Geld eingebracht.
  • Android: Als Android-User hast du viel Auswahl – so der Spruch, den man fast von jedem Android-Anhänger hört. Durch die Abkehr von Huawei wird die Auswahl an Smartphones in der Einsteiger-, Mittel- und High-End-Klasse eingeschränkt. Bleibt im Grunde nur Samsung als Alternative. Alle anderen Hersteller besitzen keine nennenswerten Marktanteile.
  • Zulieferer: Huawei hat zwar versucht, viele Bauteile der Geräte selbst herzustellen und so unabhängig von anderen Unternehmen zu sein, einige Teile muss Huawei aber kaufen. Wenn es sich dabei um US-Unternehmen handelt, ist das nicht mehr möglich, sodass diesen Unternehmen große Aufträge verloren gehen.
  • Apple: Der iPhone-Hersteller könnte durch den Huawei-Bann nicht nur gewinnen, sondern auch verlieren. Chinesische Konsumenten könnten als Rache für Huawei Apple boykottieren und die Produkte nicht mehr kaufen. China ist für Apple sowieso ein schweres Pflaster, sodass sich das negativ auf die Verkaufszahlen auswirken könnte.

Bei der Kamera hat Huawei die Nase vor:

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Ultimativer Kamera-Vergleich: Huawei P30 Pro vs. Samsung Galaxy S10 Plus und Google Pixel 3.

Huawei-Bann: Die Gewinner

  • Andere Hersteller: Samsung und Apple als größte Hersteller könnten vom Verschwinden Huaweis vom europäischen Markt profitieren. Die Kunden werden sich nun natürlich nach Alternativen umschauen und die Produkte der „sicheren“ Hersteller kaufen. Ebenfalls profitieren könnten Xiaomi, OnePlus aber auch Sony. Xiaomi und OnePlus stammen zwar auch aus China, die Gefahr, dass die beiden Unternehmen ebenfalls auf der schwarzen Liste landen, ist recht gering. Sony ist, im Gegensatz zu HTC oder LG, tatsächlich noch eine gute Alternative zu Samsung und Apple.

Huawei-Bann: In der Schwebe

  • Provider: Es ist unklar, wie sich der Huawei-Bann auf die deutschen Provider auswirken wird. Besitzer von Huawei-Handys könnten länger bei ihren Geräten bleiben, da keine Nachfolger erscheinen, und damit nach Ablauf der Vertragslaufzeit zu einem günstigeren Tarif wechseln. Das würde die Provider auf Dauer treffen. Huawei fällt zudem als starker Partner weg, der viel Geld für die Werbung der Handys in die Hand genommen hat. Das würde auch wegfallen.

Worum geht es eigentlich?

HUAWEI und HONOR bald ohne Play Store: Was du JETZT wissen musst.

Wer bisher noch nichts vom Huawei-Bann mitbekommen hat, sollte sich unser Video anschauen. Frank erklärt dort im Detail, wieso Google die Zusammenarbeit mit Huawei beendet hat und was das für Auswirkungen auf euch hat.

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