Kann und soll man sein Huawei/Honor-Smartphone zurückgeben?

Marco Kratzenberg

Google folgt dem Trump-Dekret und sperrt Huawei von Google-Diensten aus. Verständlicherweise herrscht Panik unter den Besitzern der chinesischen Handys. Was soll und kann man jetzt am besten tun? Soll und kann man sein Huawei-Smartphone zurückgeben? GIGA klärt euch auf.

Dieses Problem muss man in zwei Fragen aufteilen? Sollt ihr euer Huawei-Smartphone überhaupt zurückgeben und geht das eigentlich? Die rechtlichen Grundlagen lassen sich schnell zusammenfassen. Aber ist die Panik überhaupt berechtigt? Erst einmal solltet ihr in Erfahrung bringen, was die Google-Sperre für deutsche Huawei -Smartphone-Besitzer bedeutet. Als hundertprozentige Huawei-Tochter sind die Handys von Honor übrigens auch betroffen. Wer sein Huawei-Gerät bereits hat, wird vermutlich in die Röhre schauen – die Kauf-Rücktrittsfristen sind kurz.

Unser Video präsentiert euch die Kamera des P30 Pro – aber sollte man deswegen sein Huawei-Smartphone behalten?

Huawei P30 Pro im Kameratest.

Soll man sein Huawei-Smartphone überhaupt zurückgeben?

Wenn es geht – Ja.

In einem Statement hat Huawei selbst indirekt bestätigt, dass der Wirtschaftsbann der USA keine vorübergehende Sache ist und das betrifft dann auch die Kündigung der Zusammenarbeit zwischen Google und Huawei.

Die Konsequenzen dieser Entwicklung sind noch gar nicht abzusehen und werden nicht nur den Zugang zu Android und zum Playstore betreffen. Aus diesem Grund ist zu erwarten, dass die Huawei-Smartphones vermutlich schon in naher Zukunft der Sicherheit und den Updates hinterherhinken. Auch Treiber-Updates können ausbleiben. Das bedeutet für euch, dass ihr möglicherweise gar nicht mehr an gewünschte Apps kommt und parallel dazu die Zahl der Sicherheitslücken wächst.

Wenn man also noch die Chance hat, sein Handy von Huawei oder Honor zurückzugeben, dann sollte man das tun.

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Ultimativer Kamera-Vergleich: Huawei P30 Pro vs. Samsung Galaxy S10 Plus und Google Pixel 3.

So könnt ihr euer Handy von Huawei zurückgeben

Kurz gesagt habt ihr nur eine Möglichkeite, wenn ihr Smartphones von Huawei beziehungsweise Honor wieder zurückgeben wollt: Das Rückgaberecht beziehungsweise den Vertragsrücktritt.

Paragraph 355 des BGB legt fest: „Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Sie beginnt mit Vertragsschluss, soweit nichts anderes bestimmt ist.“ Einige Onlinehändler, wie etwa Amazon, haben diese Rücktrittsfrist freiwillig auf 30 Tage verlängert.

Das „Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen“ bezieht sich auch auf Dienstleistungen. Ihr könnt demnach (theoretisch) auch von Smartphone-Verträgen zurücktreten. Und das wird in vielen Fällen nötig sein, wenn der Kauf des Smartphones als Teil eines Handyvertrags getätigt wurde.

So könnt ihr einen Huawei-Handyvertrag wiederrufen:

  • Ihr könnt innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist auch Handyverträge widerrufen.
  • Selbst dann, wenn ihr die SIM-Karte bereits eingelegt, angemeldet und für Telefonate genutzt habt.
  • Allerdings wird dann eine anteilige Zahlung der bis dahin aufgelaufenen Kosten möglich.
  • Einen Handyvertrag der in den Geschäftsräumen des Anbieters abgeschlossen wurde, könnt ihr nicht widerrufen!
  • Die Widerrufsfrist beginnt in dem Moment, in dem ihr über euer Recht informiert werdet – per E-Mail oder als schriftlicher Bestandteil eures Vertrages.

So ein Widerruf sollte schriftlich erfolgen. Um die Fristeinhaltung zu dokumentieren, empfiehlt es sich, dass ihr dazu ein Einschreiben mit Sendungsverfolgung schickt.

Nach der Widerrufsfrist habt ihr nur sehr geringe Chancen, euer Smartphone loszuwerden. Selbst ein Ausschluss aus dem Playstore bedeutet keinen „Gerätemangel“. Ihr habt bei uns auch keinen Garantieanspruch auf Updates. Außerdem würde sich Huawei im Zweifelsfall darauf berufen können, nicht der Verursacher der Probleme zu sein und einer „höheren Gewalt“ zu unterliegen.

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