IBM: Wenn der Supercomputer deine Steuererklärung macht

Stefan Bubeck 1

IBMs Supercomputer Watson kann jetzt auch perfekte Steuererklärungen erstellen. Kein Problem – denn die künstliche Intelligenz kennt alle 74.000 Seiten des US-Steuerrechts bis ins Detail.

IBM Watson: Künstliche Intelligenz für Steuererklärungen.

Künstliche Intelligenz spielt nicht nur besser Jeopardy, Schach oder Poker als wir Menschen – sie kann offenbar auch bei einem Alltagsproblem helfen, dass vielen Betroffenen den Angstschweiß auf die Stirn treibt: der Steuererklärung. Für Laien stellt sich alljährlich die Frage: Habe ich irgendetwas vergessen, einen Sonderfall nicht beachtet? IBM hat sich nun mit der US-Steuerberatungsgesellschaft H&R Block zusammengetan, um deren Kunden dabei zu helfen, jedes noch so kleine Einsparpotential mitzunehmen.

Supercomputer für Steuererklärungen: Trainiert mit tausenden Fragen und Antworten

Ab dem 5. Februar 2017 bricht in über 10.000 Steuerberatungsbüros von H&R Block ein neues Zeitalter an, denn dann sitzt IBMs Watson mit am Tisch und hilft dabei, Abschreibungsmöglichkeiten zu finden, die selbst der beste Steuerberater nicht auf dem Schirm hat. Das US-Steuerrecht umfasst 74.000 Seiten – es wird wohl niemanden geben, der sie alle auswendig kennt. Dazu kommen jedes Jahr unzählige große und kleine Änderungen, sodass hier jede Hilfe recht kommt.

Wenn es sich beim Assistenten dann auch noch um einen Supercomputer handelt, der Kontexte erkennt, Interpretationen ableiten kann und Verbindungen zwischen der Situation des Kunden und möglichen Einsparpotentialen aufzeigt, dann umso besser. Im Vorfeld wurde Watson von Steuerexperten mit allen relevanten Informationen gefüttert: der Literatur zum Steuerrecht, sämtlichen Änderungen sowie Fragen und Antworten zum Vorgang der Steuererklärung. Mit jedem Jahr soll Watson dazulernen und bessere Ergebnisse liefern.

In der Praxis soll es dann so ablaufen: Die Beteiligten sind der Kunde und der Steuerberater, Watson ist Teil der Bearbeitungssoftware. IBMs künstliche Intelligenz unterstützt den Berater im Bearbeitungsprozess, der „Client Companion Screen“ zeigt auf einer grafisch ansprechenden Oberfläche die Lebensbereiche (Haushalt, Bildung, Gesundheit etc.) des Kunden an, sodass dieser dem Vorgang folgen kann.

Ob die AI-gestützte Steuererklärung eines Tages auch in Deutschland zum Einsatz kommen wird, ist aktuell noch nicht bekannt.

Quelle: IBM

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung