Ein selbstfahrendes Auto erzeugt 4.000 Gigabyte Daten am Tag

Stefan Bubeck 1

„Daten sind das neue Öl.“ Intel-Chef Brian Krzanich erläutert seine Sicht auf die Zukunft des Automobils.

Ein selbstfahrendes Auto erzeugt 4.000 Gigabyte Daten am Tag
Bildquelle: Intel.

Wenn man sich heute bei einem herkömmlichen Fahrzeug fragt, was es in Bewegung hält, dann ist die Antwort darauf wahrscheinlich Öl. Ob als Grundlage für den Treibstoff oder als Schmiermittel für den Motor und sämtliche beweglichen Teile – ohne Öl funktionieren Autos nicht. In Anbetracht kommender Technologien könnte ein ganz anderer Rohstoff die führende Rolle übernehmen.

Eine Datenmenge wie von 3.000 Menschen

Der Chiphersteller Intel geht von folgenden Zahlen aus: Im Jahr 2016 erzeugt eine durchschnittliche Person rund 650 Megabyte Daten am Tag. Sei es durch die Nutzung eines PCs, Smartphones oder Wearables. Ein Foto, aufgenommen mit einer 8-Megapixel-Kamera, ist beispielsweise ein bis zwei Megabyte groß – so summiert sich das zu einem stattlichen „Tagesverbrauch“. Dieser soll bis 2020 auf rund 1,5 Gigabyte steigen, also ein beachtliches Wachstum in weniger als vier Jahren.

Selbstfahrende Autos spielen in einer ganz anderen Liga – sie sind extrem datenhungrige Maschinen. Allein für die verbauten Kameras, mit denen das Fahrzeug permanent seine Umgebung im Blick behält, kann man 20 bis 60 Megabyte veranschlagen – und zwar pro Sekunde. Dazu kommen weitere Komponenten wie GPS, Radar und Sensoren zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung per Laser (Light detection and ranging / LIDAR).

Alles in allem macht das rund 4.000 Gigabyte, die ein selbstfahrendes Auto täglich durchschleust. Nur eine Million Autos würden nach dieser These die gleiche Datenmenge erzeugen wie drei Milliarden Menschen.

Der Elektroautohersteller Tesla zeigt sich sehr ambitioniert, was selbstfahrende Autos angeht und wirbt für die bereits jetzt in alle Fahrzeuge verbaute Technologie für die Zukunft. In einem Video wird sehr nachvollziehbar dargestellt, was ein autonomes Fahrzeug während der Fahrt an Informationen aufnimmt und verarbeitet:

Tesla: Hardware für autonomes Fahren im Model S.

Intels CEO Brian Krzanich wagt gar die Feststellung: „Genauso wie Öl unsere Welt im letzten Jahrhundert geformt hat, werden Daten die Welt für die nächsten hundert Jahre und darüber hinaus verändern.“ Er unterscheidet in Inside-Out-, Outside-In- und persönliche Daten. Das selbstfahrende Auto nimmt mit seinen Sensoren Informationen auf (Inside-Out). Es holt sich aus externen Quellen Informationen, beispielsweise über den Verkehr. Krzanich nennt konkret die Navigations-App Waze. Und schließlich gibt es noch Informationen über die Passagiere, etwa deren Musikvorlieben.

Je mehr das Fahrzeug über die Insassen wisse, desto eher könne es ihnen ein gutes Erlebnis bieten. Der Intel-Chef ist sich sicher: „Daten sind die neue Währung in der automobilen Welt“.

Quelle: Intel

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