GIGA hilft: Wie rüste ich meinen PC für aktuelle Spiele auf?

Frank Ritter

Wir wollen eure Fragen beantworten und starten mit unserer neuen Ratgeber-Serie „GIGA hilft“. Die erste Leserfrage, die wir beantworten, dreht sich darum, wie man einen etwas älteren Gaming-PC wieder fit für aktuelle Spiele und besseres Multitasking bekommt.

GIGA hilft: Wie rüste ich meinen PC für aktuelle Spiele auf?

Jeden Tag gehen Fragen von euch bei GIGA ein – ob per Facebook, E-Mail oder in den Kommentaren auf YouTube und unserer Seite. Weil manche Fragen immer wieder gestellt werden und wir euch gern helfen möchten, nehmen wir das zum Anlass, eine neue Artikelserie ins Leben zu rufen: GIGA hilft. Unser Angebot an euch: Wenn ihr Fragen aus den Bereichen Gaming, Smartphones und Technik im Allgemeinen habt, lasst uns diese zukommen. Am besten per E-Mail an hilft@giga.de. Wir können natürlich nicht garantieren, dass wir jede Frage beantworten können – in loser Reihenfolge werden wir aber die Interessantesten und Häufigsten aufarbeiten.

Die Frage: PC aufrüsten – aber wie?

Die erste Frage, die wir beantworten, erreichte uns per Facebook. Sebastian möchte wissen, wie er seinen etwas älteren Gaming-PC aufrüsten kann.

Hallo liebes GIGA-Team,

ich spiele mit dem Gedanken meinen PC aufzurüsten. Aktuell habe ich einen Intel Pentium E6400 mit 2× 2,93 Ghz. Diesen habe ich leicht übertaktet auf 3,2 Ghz, mein Mainboard ist ein ASUS P5KPL mit dem Sockel 775 und maximal 4 GB DDR2-Arbeitsspeicher. Als Grafikkarte ist eine Nvidia Geforce (genaue Bezeichnung gerade nicht zur Hand) mit 2 GB VRAM verbaut. Ich nutze den PC zum Spielen und Surfen.

Meine Frage: Ist es sinnvoll, sich erstmal ein anderes Mainboard mit dem gleichen Prozessorsockel zu kaufen, das einfach mehr Arbeitsspeicher (16 GB) nutzen kann, um flüssig spielen zu können (es muss nicht mit den höchsten Settings sein) und nebenbei den Browser offen zu haben? Oder sollte ich doch lieber darüber nachdenken, mir ein Mainboard mit dem Sockel 1151 und einem passenden Prozessor zu holen, zum Beispiel den i5-7600K? Angesichts der Taktrate, die ja nicht extrem viel höher ist, bin ich mir da unsicher.

Sebastian

Die Antwort: Ein neues Mainboard muss sein

Hallo Sebastian,

die Sockel-775-Plattform ist mittlerweile 13 Jahre alt. Damit bist du leider in einer Aufrüstfalle gefangen. Der Prozessortakt allein sagt wenig über die Leistung aus, zahlreiche Optimierungen haben in den letzten 10 Jahren dafür gesorgt, dass die Leistung pro MHz bei CPUs rasant angestiegen ist. Die meisten aktuellen Spiele dürfte dein Rechner auch mit kleinen Upgrades nicht mehr packen.

Wenn du ans Aufrüsten denkst, gibt es zwei Wege, die du einschlagen kannst: neu und zukunftssicher oder gebraucht, mit bewährten Komponenten.

Entweder du nimmst etwas mehr Geld in die Hand und hältst dir mit einer modernen Plattform Aufrüstoptionen für die Zukunft offen. Aktuell ist ein AM4-Mainboard für AMDs Ryzen-Prozessoren wie das Asrock X370 Killer SLI (ca. 150 Euro, Preisvergleich*) empfehlenswert, als CPU vielleicht zuerst ein kleineres Modell wie den vierkernigen Ryzen 5 (etwa der Ryzen 5 1400 für ca. 170 Euro, Preisvergleich*), mit der Option später auf Ryzen-Achtkerner wie den Ryzen 7 1700 (ca. 320 Euro, Preisvergleich*) zu wechseln.

Teurer, aber mit einem Quäntchen mehr Leistung ist der von dir erwähnte Intel-Sockel 1151 und eine CPU aus Intels Kaby-Lake-Reihe wie dem i5-7600k (ca. 240 Euro, Preisvergleich*) gut. Wenn du schrittweise aufrüsten möchtest, empfiehlt sich der Pentium G4560 (ca. 60 Euro, Preisvergleich*) als Überbrückung – den kann man zwar nicht übertakten, er bietet aber trotzdem ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und ausreichend Leistung für viele Spiele. Natürlich müsstest du in beiden Fällen auch in DDR4-RAM investieren. Bis die aktuell hohen RAM-Preise wieder fallen, sollten aber 8 GB Arbeitsspeicher ausreichen.

Oder du wählst eine preiswertere Option: Gebrauchtmarkt. Der Intel Core i5-2500K (gebraucht ab ca. 50 Euro, ) hat ein geradezu legendäres Preis-Leistungsverhältnis. Auch wenn dessen Sockel 1155 veraltet ist, kann man, insbesondere übertaktet und mit einem guten Lüfter, aus dem Prozessor noch genug Leistung für die meisten aktuellen Spiele rausholen – der i5-2500K hat sich nicht umsonst einen Ruf als Übertaktungswunder erarbeitet. Wichtig zu wissen: Hier brauchst du DDR3-RAM, nicht DDR4. Falls du diesen Weg gehst, kannst du dich und eBay-Kleinanzeigen nach kompletten „Aufrüst-Sets“ umschauen. Das heißt: Prozessor, ein übertaktungsfreudiges Board und RAM, auch hier mindestens 8 GB. Mit ein bisschen Glück findest du brauchbare Gebraucht-Hardware-Bundles schon um die 150 Euro.

Das Thema Grafik ist ein Problem, weil die Preise für aktuelle Grafikkarten derzeit auf einem Rekordhoch liegen. Hier kann sich ein Upgrade zum Beispiel auf eine gebrauchte Geforce GTX 970 (ab ca. 200 Euro, ) oder eine neue GTX 1050 Ti (ca. 160 Euro, Preisvergleich für ein Gainward-Modell*) lohnen. Mit diesen Grafikkarten kannst du fast alle modernen Titel in mittleren bis hohen Details und Full HD flüssig spielen.

Um deine Frage konkret zu beantworten: Deine aktuelle PC-Konfiguration punktuell aufzurüsten hat aufgrund ihres Alters keinen Sinn mehr. Wir empfehlen dir einen Wechsel auf eine neuere Plattform, sofern du aktuelle Titel zocken möchtest und/oder andere anspruchsvolle Arbeiten am PC erledigen willst. Ob du nun den Pfad „Gebraucht“ oder „Neu“ einschlägst, ist dir überlassen. So oder so dürfte sich die gefühlte und messbare Leistung deines aktuellen Rechners vervielfachen.

Wir hoffen, dir geholfen zu haben!

Viele Grüße
dein GIGA-Team

Zum Thema: PC selbst zusammenbauen – wir zeigen, wie es geht

PC selbst zusammenbauen.

Artikel zum Video mit allen Schritten

Habt ihr weitere Tipps für Sebastian parat? Schreibt sie uns in die Kommentare! Wenn ihr selber Fragen für GIGA hilft habt: Ab damit per Mail an hilft@giga.de.

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