Intel Optane: Speicherrevolution zwischen DRAM und SSD

Tuan Le 3

Intel wird in Kürze einen völlig neuen Speichertypus auf den Markt bringen, der die Vorteile von DRAM und NAND-Flash miteinander vereint. Besonders spannend: Für kleines Geld sollen Nutzer dadurch in der Lage sein, ihren PC per Plug&Play um ein Vielfaches zu beschleunigen.

Intel Optane: Speicherrevolution zwischen DRAM und SSD

Ist Intel hier ein waschechter Durchbruch gelungen? Die neuen Informationen zum Optane-Speicher klingen ganz danach: Angeblich hat man es geschafft, die Geschwindigkeitsvorteile von DRAM für einen neuen Speicher-Typus zu nutzen, der anders als herkömmlicher Speicher zum langfristigen Abspeichern von Daten fähig ist – auch ohne Stromzufuhr.

Intel Optane basiert dabei auf der 3D-Xpoint-Architektur, die der Konzern bereits im Juli 2015 vorgestellt hat, und ist trotz der hohen Geschwindigkeit so stabil wie der NAND-Speicher, der im Herzen der SSDs moderner Laptops verbaut ist. Optane findet dabei am M.2-Slot seinen Platz, den viele moderne Rechner bereits besitzen. Bislang wird er eher für besonders schnelle SSDs verwendet. Es handelt sich bei Intels neuer Erfindung jedoch nicht um einen Ersatz für die bereits verbaute Festplatte oder den RAM, sondern einen zusätzlichen, neuen Speichertypus, der die Geschwindigkeit des PCs auf intelligente Art und Weise drastisch erhöhen soll.

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Optane speichert wichtige Daten wie Arbeitsspeicher ab – allerdings dauerhaft

Normaler Arbeitsspeicher ist bekanntermaßen flüchtig, sprich: Sobald die Stromzufuhr inaktiv ist, verschwinden alle dort hinterlegten Daten. Der Vorteil von DRAM sind dafür die hohen Übertragungsraten, die Optane laut Intel übernehmen soll. Anders als DRAM kann Optane aber häufig benötigte Daten dauerhaft abspeichern und dadurch den Start des OS, von Programmen und insbesondere auch Spielen extrem beschleunigen.

Wer eine SSD nutzt, dem dürften diese Vorteile bekannt vorkommen. Optane-Speicher erhöht die Performance jedes kompatiblen Rechners allerdings quasi per Plug&Play und schaltet sich zwischen die schon verbaute Festplatte und den Prozessor. Ein PC mit einer herkömmlichen HDD startet mit Optane-Speicher doppelt so schnell, öffnet Browser bis zu fünf Mal schneller und startet sogar Spiele bis zu 67 Prozent zügiger – zumindest laut den Benchmarks von Intel. In Zahlen benennt man die Leistung mit Lese/Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 1.350 MB/s beziehungsweise 290 MB/s. Das ist erheblich schneller als die meisten mechanischen Festplatten, wenngleich auch unter dem Niveau aktueller Top-SSDs.

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Intel Optane: Technische Daten

Name  Intel Optane Memory Series M.2 80MM
Kapazität  16 oder 32 GB
Lesegeschwindigkeit bis zu 1.350 MB/s
Schreibgeschwindigkeit bis zu 290 MB/s
Latenz (Lesen) 9 Nanosekunden
Latenz (schreiben) 30 Nanosekunden
Stromverbrauch 1 bis 3,5 Watt
Lebensdauer Transfer von mind. 182,5 Terabyte
Garantie 5 Jahre
Formfaktor M.2 22 x 80 mm
Interface  PCIe NVMe 3.0 x2
Preis  44 US-Dollar bzw. 77 US-Dollar

Intel Optane ist äußerst günstig

Tatsächlich ist Optane nicht allzu spannend, wenn man keine Kosten scheut und in seinem Rechner ohnehin eine kostspielige SSD verbaut hat. Klassische HDDs sind jedoch weiterhin äußerst beliebt, da man für das gleiche Geld schlichtweg viel mehr Speicherplatz als bei einer SSD erhält. Anstatt also Unsummen für eine SSD auszugeben, könnten viele Nutzer sich für die neue Kombination aus Optane und HDD entscheiden. Die 16-GB-Variante ist bereits ab 44 US-Dollar erhältlich, die 32-GB-Version reißt mit 77 US-Dollar ebenfalls kein großes Loch ins Portemonnaie. Natürlich müssen umfangreichere Tests noch den Nutzen der neuen Speicher in der Praxis beweisen. Die Markteinführung erfolgt voraussichtlich am 24. April.

Quelle: Intel via Gizmodo, Golem

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