Intel-Prozessoren: Zu hohe Benchmarks durch Fehler in AnTuTu

Daniel Kuhn

In den letzten Monaten haben wir mehrfach Benchmarks gesehen, in denen die aktuellen und kommenden Intel-Prozessoren beeindruckende Ergebnisse erzielen konnten. Diese Ergebnisse waren allerdings aufgrund eines Fehlers in dem beliebten AnTuTu Benchmark zu hoch, wie ein Analyst nun herausgefunden hat.

Als auf der CES im Januar das Lenovo K900 mit dem neuen Intel Clover Trail+-Chipsatz vorgestellt wurde, staunte die Tech-Journalisten-Schar, denn in einem ersten Benchmark konnte der Dual Core-x86-Prozessor problemlos mit vielen Quad Core-ARM-Konkurrenten mithalten. Als zu Monatsbeginn noch ein Benchmark des kommenden Bay Trail-SoCs auftauchte, waren wir durchaus beeindruckt, denn das Ergebnis im AnTuTu Benchmark lag satte 11.000 Punkte über denen der Konkurrenz von Qualcomm und Nvidia.

Dem Analysten Jim McGregor kamen diese Ergebnisse verdächtig hoch vor, weshalb er der Sache auf den Grund ging. Seine Nachforschungen ergaben, dass die Intel-Prozessoren diese Ergebnisse nicht deshalb erzielt haben, weil sie so viel besser sind, sondern weil sich in das Benchmark-Tool AnTuTu ein Fehler eingeschlichen hatte.

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Seit dem Update auf Version 2.9.4 verwendet AnTuTu einen von Intel entworfenen Compiler, der es den x86-Prozessoren ermöglicht einige Punkte des Benchmarks zu überspringen, wodurch die Ergebnisse verfälscht wurden. In einem kürzlich erfolgten Update wurde versucht, diesen Fehler zu beheben, was die Intel-Ergebnisse ein ganzes Stück nach unten korrigiert hatte. Die AnTuTu-Entwickler wollen die Berechnungsmethoden allerdings nochmal komplett überprüfen und im August eine neue Standard-Version veröffentlichen.

Dieser Fehler bedeutet nun allerdings nicht, dass die Intel-Prozessoren deutlich schlechter als die ARM-basierten Konkurrenten sind, denn die im August zu erwartenden Ergebnisse können nochmals deutlich von den jetzigen abweichen. Vielmehr werden wir durch diesen Fauxpas daran erinnert, dass Benchmark-Ergebnisse generell mit Vorsicht zu genießen sind.

Quelle: EETimes [via Android Authority]

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