Intel und Google präsentieren Project Tango-Smartphone mit RealSense-Kameras

Kaan Gürayer

Auf dem IDF 2015 haben Intel und Google ein neues Project Tango-Smartphone vorgestellt, das erstmals mit Intels RealSense-Tiefenkamera ausgestattet ist. Damit sollen noch genauere 3D-Aufnahmen erstellt werden können, um sie etwa zur Innenraum-Navigation oder für Augmented Reality-Spiele zu nutzen. Die ersten Entwicklergeräte sollen noch bis zum Ende des Jahres ausgeliefert werden. 

Google I/O, Apples WWDC und selbst die Build von Microsoft – die Entwicklerkonferenzen der großen IT-Unternehmen haben es mittlerweile in den Mainstream geschafft. Weniger bekannt ist bisher aber noch Intels Entwicklerkonferenz, die auf den schlichten Namen Intel Developer Forum (IDF) hört und gleich zweimal pro Jahr stattfindet. Nachdem im Frühjahr bereits das erste IDF im chinesischen Shenzen abgehalten wurde, folgt jetzt der Herbst-Termin in San Francisco. Dort haben Intel und Google ein neues Project Tango-Smartphone vorgestellt.

Das Gerät ist eine komplette Neuentwicklung und kombiniert die 3D-Fähigkeiten von Project Tango mit Intels hauseigener RealSense-Technologie. Im Inneren des 6-Zoll-Smartphones werkelt ein Intel X5 Cherry Trail-Prozessor, der vier Kerne besitzt und zwischen 1,4 bis 1,8 GHz taktet. Mit Ausnahme der Vielzahl an rückwärtigen Kameras, die die 3D-Abbildungen erstellen sollen, ist zur sonstigen Hardware aber nur wenig bekannt, Intel und Google hüllen sich diesbezüglich in Schweigen. Das finale Entwicklergerät, das bis Ende des Jahres ausgeliefert werde soll, wird allerdings einen USB Typ C-Anschluss beherbergen – das bestätigte Michael Liu, Projektmanager von Intels Perceptual Computing Group, gegenüber den Kollegen von SlashGear. Auf dem mit einer Bautiefe von 8,2 mm noch recht klobigen Prototypen ist bisher noch ein von Intel maßgeschneiderter USB/HDMI-Ausgang verbaut. In Zukunft sollen neben Windows und Android unter anderem auch OS X, Linux, Unity und die Unreal Engine 4 Intels RealSense-Technik unterstützen.

Bisher nur zwei Project Tango-Geräte

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Bisher hat Googles ATAP-Gruppe (Advanced Technology and Projects) zwei Project Tango-Geräte hervorgebracht: Einmal das bereits erhältliche und in Zusammenarbeit mit NVIDIA entstandene Entwickler-Tablet, außerdem das auf der Google I/O 2015 angekündigte Entwickler-Smartphone namens „Almond“. Die Hardware-Kooperation zwischen Intel und Google stellt somit nun den Dritten im Bunde dar. Die RealSense-Technologie selbst steckt bis dato einzig im Dell Venue 8 7000 das trotz großer Ambitionen von Seiten Intels, die Technik neben 3D-Abbildungen unter anderem auch für Gestensteuerungen, Abstand- und Höhenmessungen und nachträgliche Fokusänderungen bei Fotos attraktiv zu machen, noch kaum Anklang am Markt gefunden. Die Zusammenarbeit mit Google könnte das möglicherweise ändern.

Quelle: Intel, via: SlashGear

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