Roboterautos: Intel kauft Ex-Tesla-Partner Mobileye für 15,3 Milliarden Dollar

Stefan Bubeck

Mit der Übernahme des Autozulieferers Mobileye holt sich Intel wichtiges Know-how in Form von Kameratechnik und Assistenzsysteme für autonomes Fahren.

Roboterautos: Intel kauft Ex-Tesla-Partner Mobileye für 15,3 Milliarden Dollar
Bildquelle: BMW Group.

Intel versucht, auch abseits vom PC-Prozessor-Geschäft, Fuß zu fassen und mischt kräftig im Wachstumsmarkt „Roboterfahrzeuge“ mit. Bereits letzten Sommer verkündete der Chiphersteller eine Kooperation mit dem deutschen Autohersteller BMW und dem israelischen Kameratechnik-Spezialisten Mobileye: Man wird gemeinsam selbstfahrende Autos entwickeln, die 2021 auf die Straßen kommen sollen.

Mobileye – Eine Fahrt in einem selbstfahrenden Testfahrzeug.

Mobileye: Sensoren für selbstfahrende Autos

Nun der nächste Schritt: Intel kauft das Start-up aus Jerusalem, das – vereinfacht gesagt – Roboterautos dazu verhilft, ihre Umgebung zu „sehen“ und zu erfassen. Man könnte also sagen: Intel hat bereits die Rechenpower und holt sich mit Mobileye noch die passenden Sensoren. Der Chipgigant legt einen Kaufpreis von 63,54 Dollar pro Aktie hin, insgesamt 15,3 Milliarden US-Dollar. Das ist einer der größeren Tech-Deals der letzten Zeit und der bisher größte Deal in der israelischen Tech-Industrie. Für den Kauf sprechen gute Gründe: Intel schätzt den Markt für Daten, Dienste und Technik rund ums autonome Fahren auf eine Größe von 70 Milliarden Dollar im Jahr 2030 – die jetzt angekündigte Investition dürfte sich lohnen, wenn Intel seine Karten richtig ausspielt.

Die Israelis sind für Branchenkenner keine Unbekannten, sie waren einst der Technologiepartner von Elektroautopionier Tesla. Ein Crash mit Todesfolge bei aktiviertem „Autopilot“ führte jedoch zu Konflikten und schließlich zum Ende der Zusammenarbeit mit den Kaliforniern. „Wir wollen enger mit Herstellern wie BMW und Intel zusammenarbeiten und nicht nur reiner Zulieferer sein, um die Reputation und Wahrnehmung von selbstfahrenden Autos zu schützen“, so formulierte damals Amnon Shashua, Cheftechnologe von Mobileye, die Absage an Tesla.

Anmerkung: Das Titelbild dieses Artikels zeigt „BMW i Vision Future Interaction“ – ein Ausblick auf das vernetzte Cockpit der Zukunft, der auf der CES 2016 gezeigt wurde.

Quellen: Intel, Handelsblatt

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