Konami entfernt Namen zahlreicher Videospielmusik-Komponisten

Lisa Fleischer

Zahlreichen Twitter-Nutzern ist aufgefallen, dass Konami die Namen von firmeninternen Komponisten aus ihren Musik-Videos entfernt haben. Vermutet wird, dass dies mit internen Differenzen zusammenhängt.

Der ehemalige Konami-Mitarbeiter Hideo Kojima arbeitet inzwischen wieder an einem eigenen Projekt, Death Stranding:

Death Stranding - The Game Awards 2016 - Trailer-Weltpremiere.

Konami ist nicht gerade für ihren respektvollen Umgang mit Mitarbeitern bekannt. Das zeigte nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit Hideo Kojima, der dem Studio schlechte Arbeitsbedingungen vorwarf. Jetzt sorgt der Publisher erneut für Spekulationen über die schlechten Arbeitsbedingungen, entfernte er doch bei einigen Liedern, die Teil von Musik-Spielen sind, die Namen einiger Komponisten, schreibt IndoPr0 bei Reddit.

Aufgefallen ist das Twitter-Nutzern, die sich das Video „Bemani Fan Site Music 2017 August Suki! Monthly Ranking“ anguckten. Bemani ist Konamis Abteilung für Musikspiele und unter anderem für Dance Dance Revolution zuständig. Im Ranking werden die aktuell zehn beliebtesten Tracks gezeigt, die Teil der Spiele sind. Schnell war klar: Nur solche Interpreten wurden entfernt, die zu Konami selbst gehören; externe Musiker bleiben weiterhin verzeichnet.

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In den Spielen selbst haben alle alten Songs noch ihre ursprünglichen Interpreten, neue hingegen werden unter dem Namen Bemani Sound Team geführt. Ein Fan kontaktierte bereits Bemanis offizielle Fan-Seite, die allerdings nur verlauten ließ, es gäbe aktuell „interne Probleme“. Worin diese bestehen, ist bislang nicht bekannt.

Das ist das betroffene August-Ranking von Bemani:

Natürlich wird darüber spekuliert, ob Konami erneut Streit mit seinen Mitarbeitern hat. Die Seite Bemanistyle gibt auf Twitter allerdings zu bedenken, dass es noch andere Ursachen für die Nichtnennung der firmeninternen Interpreten geben kann. Entweder müssen die Verträge mit diesen Musikern erneuert werden und Konami darf die Namen während des Prozesses nicht verwenden oder der Publisher will durch das Weglassen der Interpreten die Rechte an den Titeln schützen, die von Interpreten stammen, die dir Firma inzwischen verlassen haben.

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Eine dritte Möglichkeit wäre auch, dass Konami durch die Nennung des Bemani Sound Teams Bemani präsenter machen möchte oder die Spieler sogar dazu herausgefordert werden sollen, die eigentlichen Interpreten zu erraten. So oder so warnt Bemanistyle davor, schon jetzt Konami einen bösen Willen zu unterstellen. Schließlich hat sich der Publisher selbst noch gar nicht zum Thema geäußert.

Was denkst du: Hat Konami wahrscheinlich schon wieder Streit mit den eigenen Mitarbeitern oder ist es realistischer, dass Lizenz-Probleme zu dem Nicht-Nennen der Interpreten geführt haben?

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