Lenovo:„Wir wollen Samsung und Apple überholen“

Kaan Gürayer 16

Klare Ansage aus dem Reiche der Mitte: Lenovo gibt sich kämpferisch und will Samsung und Apple überholen. Ziel sei es, größter Smartphone-Hersteller der Welt zu werden, wie Lenovo-Chef Yang Yuanqing in einem Interview ankündigt. Mit Motorola im Rücken, wolle man außerdem eine „Zwei-Marken-Strategie“ fahren und insgesamt 100 Millionen mobile Endgeräte im Jahr absetzen. 

Lenovo:„Wir wollen Samsung und Apple überholen“

Bei PCs ist Lenovo bereits die Nummer eins und hat vor gut zwei Jahren HP als größten Computer-Hersteller der Welt vom Thron gestoßen – jetzt setzt das chinesische Unternehmen auch bei Smartphones zum Sprung an die Spitze an. Im Interview mit der Wirtschaftswoche kündigte Lenovo-Chef Yang Yuanqing jetzt an, das Duopol von Samsung und Apple im Smartphone-Markt brechen und die beiden Giganten überholen zu wollen. Grundlage dafür soll die Motorola-Übernahme sein: „Mit dem Motorola-Deal haben wir den Grundstein dafür gelegt, auch im Mobilbereich die Nummer eins zu werden“, erläutert Yang dem Magazin.

Der Mobilfunk-Pionier, der erst vorgestern neben der kreisrunden Smartwatch Moto 360 auch sein neues Smartphone-Portfolio in Form des Moto X (2014) und Moto G (2014) vorgestellt hat, soll dabei als eigenständige Marke erhalten bleiben: „Wir werden die Marke schützen und ausbauen – ähnlich wie wir das bei PCs mit „Think“ getan haben.“ Der Markenname „ThinkPad“ stammt ursprünglich von IBM und hat sich dank der Verarbeitungsqualität der entsprechenden Notebooks eine treue Fangemeinschaft erarbeitet. Nachdem IBM 2004 seine PC-Sparte an Lenovo verkauft hat, gingen auch die „ThinkPad“-Markenrechte an Lenovo über. Mit Motorola wolle man laut Yang eine Zwei-Marken-Strategie fahren und individuell entscheiden, welche Marke sich für den jeweiligen Markt am Besten eignet. Damit unterstreicht der Konzern-Chef einen Teil seiner Strategie, die er bereits Ende März verkündet hat.

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„100 Millionen mobile Endgeräte im Jahr“, so lautet das Ziel, das Yang im Interview für sein Unternehmen ausgibt. Zum Vergleich: Apple hat allein im zweiten Quartal 2014 weltweit 35 Millionen iPhones abgesetzt – und dabei sind die Verkaufszahlen für die iPads noch gar nicht mit eingerechnet. Lenovo-Smartphones sind hierzulande vielleicht noch eine Rarität, im Tablet-Markt ist der chinesische Hersteller aber durchaus bekannt und hat, etwa mit dem neu vorgestellten Tab S8, interessante Geräte im Portfolio. Mittlerweile verkauft Lenovo sogar schon mehr Smartphones als Rechner, der größte Umsatz kommt aber weiterhin aus dem PC-Markt. Das werde sich so schnell zwar auch nicht ändern, doch „Mobiltelefone und Tablets werden mittelfristig rund 30 Prozent unserer Umsätze ausmachen“, ist Yang sich sicher.

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Großes für den MWC 2015 angekündigt

Dass der Weg zur Nummer eins auf dem Smartphone-Markt aber nicht über Nacht gegangen werden kann, ist auch dem Lenovo-Chef klar: „Das ist kein einfaches Ziel, das wir in ein oder zwei Jahren erreichen werden. Das wird länger dauern.“ Aber: „Wenn Lenovo einmal ein Ziel formuliert, dann erreichen wir es auch.“ Im Konkurrenzkampf mit Samsung und Apple wolle man zudem nicht nur auf reine Masse setzten, sondern auch auf Klasse. Man sei nicht weniger innovativ als die Konkurrenz aus Seoul oder Cupertino, gibt sich Yang selbstbewusst, und kündigt schon mal Großes an: „Sie werden von Lenovo PCs, Smartphones und sogar ganz neue Produkte sehen. Einige stellen wir schon auf dem Mobile World Congress im Februar 2015 in Barcelona vor.“

Was meint ihr: Kann Lenovo Samsung und Apple wirklich Paroli bieten? Oder ist das nur Wunschdenken? Eure Meinungen bitte in die Kommentare.

Quelle: Wirtschaftswoche

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