Shenqi: Lenovo plant neue Marke mit Online-Direktvertrieb à la Xiaomi & OnePlus

Oliver Janko

Lenovo ist in unseren Breitengraden -- zumindest in Smartphone-Angelegenheiten -- ein noch vergleichsweise unbeschriebenes Blatt. Der weltgrößte Hersteller von PCs lässt aber nichts unversucht, auch global am Smartphone-Sektor Fuß zu fassen. Der neueste Plan: Unter der Marke „Shenqi“ sollen Smartphones per Direktvertrieb über das Internet an die Kunden gebracht werden – ähnlich wie beispielsweise bei Xiaomi oder OnePlus.

Shenqi: Lenovo plant neue Marke mit Online-Direktvertrieb à la Xiaomi & OnePlus

Lenovo setzt große Hoffnung in seine neue Marke: Das Projekt könnte „einige Milliarden Dollar“ wert sein, erklärte Yang Yuanqing, der Chief Executive Officer (CEO) von Lenovo, in einem Interview. Der Verkaufsstart der ersten Shenqi-Modelle ist im April geplant, allerdings vorerst in China. Ob und wann die Geräte weltweit zu kaufen sind, ist momentan noch unklar, in Europa dürfte Lenovo seine eigenen Geräte vorerst wohl aber ausschließlich unter der starken Marke Motorola vertreiben. Die Pläne der neuen Marke für China sind breit gefächert: Neben Smartphones hat Shenqi auch internetfähige Haushaltsgeräte und Heimautomatisierungs-Systeme im Repertoire, so Lenovo-CEO Yuanqing. Sinngemäß übersetzt heißt die Marke übrigens „magisch“.

Lenovo habe existierende Vertriebskanäle und Partner, deshalb könne der Hersteller die eigenen Geräte nicht plötzlich per Direktvertrieb über das Internet absetzen. Deshalb habe man die Marke Shenqi gegründet, mit der das kein Problem sei: Man könne machen, was immer man wolle. Der Plan sieht folgendermaßen aus: Die neue Marke bekommt einen eigenen Online-Store, Shenqi fungiert als neue Firma, allerdings unter der Schirmherrschaft von Lenovo. CEO wird Chen Xudong, der momentan noch als Präsident der chinesischen Division des Unternehmens arbeitet.

Vorteile für Kunden und Unternehmen

Das Modell dieses Vertriebsweges ist nicht unbekannt: Auch OnePlus und Xiaomi setzen unter anderem auf einen direkten Absatzweg vom Hersteller zum Kunden, ohne Zwischenhändler. Neben günstigeren Preisen für den Kunden hat das System auch für das Unternehmen Vorteile: Die Absatzmengen könnten mithilfe eines Vorbestell-Systems besser eingeschätzt werden, was wiederum Lagerkosten spart. Bis dato ist nicht klar, auf welches Vertriebsmodell Lenovo -- respektive Shenqi -- setzen wird:

Gerade beim OnePlus One (Test) kam es in den ersten Monaten des Verkaufsstarts zu einigen Problemen mit dem Invite-System, was aber größtenteils auch der fehlenden Erfahrung geschuldet war. Dass ein derartiges Modell funktionieren kann, lässt sich am besten am Erfolg von Xiaomi erkennen: Der chinesische Hersteller kämpfte sich in den letzten Jahren auf Platz 4 der inoffiziellen Smartphone-Weltrangliste vor, fast ausschließlich über das direkte Vertriebsmodell über das Internet.

Über etwaige Geräte von Shenqi ist übrigens noch nichts bekannt. Wir werden die Entwicklung von Shenqi aber weiter verfolgen und euch diesbezüglich natürlich auf dem Laufenden halten. Die Frage zum Abschluss: Was haltet ihr von den Plänen Lenovos? Interessanter Versuch oder vertraut ihr lieber Zwischenhändlern?

Quelle: Bloomberg, via Tablet-Community

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