„A+++“ verschwindet endlich: Das sind die neuen Energielabels

Stefan Bubeck

Wie sparsam ist denn nun der Kühlschrank, der Fernseher oder die Waschmaschine? Schwer zu sagen, denn die aktuelle Kennzeichnung ist verwirrend und nicht besonders aussagekräftig. Das Europäische Parlament setzt der Kuschelnoten-Inflation nun ein Ende: Die Vereinfachte Energieverbrauch-Skala von A bis G kommt. Die bisherigen Spitzenbewertungen „A+“, „A++“ und „A+++“ werden abgeschafft.

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Neues Energielabel: Abschaffung der Pluszeichen und ständige Anpassung der Grenzwerte

Das neue Energielabel soll im Zuge des technischen Fortschritts ständig aktualisiert werden, sodass die Höchstnote „A“ tatsächlich aussagt: Dieses Produkt ist im Klassenvergleich besonders sparsam. Sobald 30 Prozent der auf dem EU-Markt verkauften Produkte in die oberste Energieeffizienzklasse „A“ fallen, oder wenn 50 Prozent dieser Produkte in die obersten zwei Energieeffizienzklassen „A“ und „B“ fallen, werden Neuklassifizierungen automatisch eingeleitet.

Entsprechende Online-Versionen und Produktinformationen sollen im Internet bereitgestellt werden und dazu werden die neuen Etikette mit einem QR-Code oder Link ausgestattet. Kurz: Die Anforderungen an eine gute Note steigen mit der Zeit an und der Kunde kann jederzeit nachschauen, wo sein Produkt im Vergleich steht.

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„A bis G“ und Schluss mit „+“: Einführung der neuen Labels frühestens Ende 2019

Die Umstellung von der jetzigen Energieverbrauchskennzeichnung dauert allerdings ein wenig: Bis wir Kunden die neue Kennzeichnung mit einer Skala von „A“ bis „G“ auf Geräten finden werden, dürfte es Ende 2019 werden. Bei einigen Geräteklassen, wie Heizungen oder Staubsaugern, sind sogar längere Übergangsfristen vorgesehen, sodass hier die neuen Labels erst 2030 überall aufgedruckt sind.

Die aktuelle Situation bleibt also noch ein paar Jahre erhalten, inklusive der komplizierten Interpretation: Ein Fernseher ist nicht unbedingt ein besonders stromsparendes Modell, nur weil auf ihm das Label „A+“ prangt. Zum einen gibt es ja noch „A++“ und „A+++“, zum anderen zählt letzten Endes der Vergleich mit dem Wettbewerb: Wenn alle Geräte der Konkurrenz „A+++“ entsprechen, dann ist ein Modell mit „A+“ kaum zu empfehlen. Bei manchen Produkten, wie beispielsweise neuen Geschirrspülmaschinen, sind die Kennzeichnungen B bis G in der Praxis nicht mehr zu finden – alle Modelle haben Traumnoten von „A+“ oder höher. Nicht gerade verbraucherfreundlich, denn um das richtig zu interpretieren, muss man sich auskennen.

Zukünftig dürfte dann gelten: Wenn „A“ draufsteht, dann ist man auf der sicheren Seite, was die Energieeffizienz angeht. Zumindest, solange das Modell aktuell ist, denn der technische Fortschritt wird berücksichtigt und kann im nächsten Jahr zur Abwertung führen.

Quellen: Europäisches Parlament, Tagesschau, Heise

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