LG gibt zu: LG G6 verkauft sich schlecht

Rafael Thiel 9

Das LG G6 ist ein Begriff, oder? Den meisten Smartphone-Käufern offenbar nicht, das suggeriert zumindest der aktuelle Geschäftsbericht des Herstellers für das zweite Quartal 2017. Demnach ist lediglich preiswerten Einsteigergeräten zu verdanken, dass die Umsatzzahlen im Jahresvergleich gestiegen sind. Andere Konzernsparten laufen derweil hervorragend.

Im Moment ist das LG G6, ein im Februar vorgestelltes Flaggschiff-Smartphone für 2017, bereits für unter 425 Euro zu haben (Preisvergleich siehe unten). Binnen weniger Monate ist der Straßenpreis verglichen mit der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers um über 30 Prozent gesunken. Offizielle Zahlen standen zwar aus, doch bereits dieser enorme Preisverfall des LG G6, den wir in einem separaten Artikel ausführlich betrachten, lässt tief blicken hinsichtlich Verkaufszahlen und Markterfolg.

Die Bestätigung dafür liefert LG Electronics nun höchstpersönlich: Im aktuellen Geschäftsbericht heißt es, dass die Kommunikationssparte, in deren Zuständigkeitsbereich Smartphones fallen, ein „schwieriges“ Quartal hinter sich habe. Der operative Verlust lag bei umgerechnet rund 100 Millionen Euro. Dafür verantwortlichen seien hauptsächlich gestiegene Kosten für Bauteile, womit unter anderem das nahezu randlose Display des G6 gemeint sein könnte, sowie „schwächer als erwartete Verkaufszahlen von Premium-Smartphones“. Deutlicher kann es ein Unternehmen eigentlich nicht formulieren: Das LG G6 verkauft sich unter den Erwartungen des Konzerns.

LG G6 im MWC-Hands-On.

LG Electronics steht dennoch gut da – dank Haushaltsgeräten

Doch es ist nicht alles schlecht. Denn immerhin scheinen sich „massentaugliche Modelle“ („mass-tier lineup“) besser zu verkaufen; zumindest in Nordamerika sollen die Verkaufszahlen um 13 Prozent gestiegen sein. Damit gemeint sind Einsteigergeräte, die LG mit der neuen Q-Reihe noch stärker forciert. Zudem geht es LG Electronics für sich genommen recht gut, denn alle anderen großen Sparten konnten gestiegene Umsätze vermelden. Insbesondere Haushaltsgeräte verkaufen sich dem Vernehmen nach hervorragend. So konnte der kumulierte Umsatz von umgerechnet 11,3 Milliarden Euro eingefahren werden, 4 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2016. Den operativen Gewinn konnte LG Electornics um über 13 Prozent auf 508 Millionen Euro steigern.

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LG G6: Die elegante Neuerscheinung von allen Seiten

Das Sorgenkind bleibt das LG G6, welches in unserem Testbericht solide performt – aber „solide“ ist heutzutage anscheinend nicht mehr genug. Womöglich gelingt es ja dem bald erscheinenden LG V30, den südkoreanischen Hersteller wieder als ernstzunehmenden Konkurrenten von Samsung und Apple zu etablieren. Die Präsentation wird voraussichtlich Ende August im Rahmen der IFA in Berlin stattfinden.

Quelle: LG via Phone Arena

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