LG kämpft weiter: Smartphone-Geschäft wird nicht aufgegeben

Simon Stich 1

15 Quartale in Folge ohne Gewinn – und trotzdem wird weitergemacht. LG hat bekannt gegeben, auch weiterhin Smartphones produzieren zu wollen. Verbesserungen beim Support und eine Restrukturierung des Konzerns sollen dafür sorgen, dass LG-Smartphones wieder beliebter werden. Leicht ist diese Aufgabe sicher nicht, wie ein aktuelles Beispiel zeigt.

LG kämpft weiter: Smartphone-Geschäft wird nicht aufgegeben

LG: Smartphone-Geschäft wird nicht eingestellt

Smartphones von LG verkaufen sich nicht besonders gut. Schon seit mehreren Jahren befindet sich der Konzern in der Krise. Dennoch sieht LG-CEO Qiao Yujin keinen Grund zur Sorge. LG möchte weiter Smartphones produzieren, weil sie „zum Portfolio gehören“. Ein Ausstieg aus dem Markt stehe derzeit nicht zur Debatte, sagte er laut Gizchina.

LGs Smartphone-Sparte hat seit 15 Quartalen in Folge keinen Gewinn mehr eingefahren. Als eine Konsequenz hat man sich bereits aus China verabschiedet. Weitere Märkte dürften trotz Aussage des CEOs bald folgen. Als Nächstes könnte LG die Philippinen verlassen, berichten verschiedene Medien. Eine Restrukturierung läuft bereits seit 2018 und soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Insbesondere beim After-Sale-Support möchte LG sich in Zukunft von der Konkurrenz absetzen.

Im vergangenen Jahr hat LGs Smartphone-Sparte einen Verlust von umgerechnet 385 Millionen Euro eingefahren. Noch schlimmer war es 2017, als am Ende ein Minus von 564 Millionen Euro in den Büchern stand. Das absolute Katastrophenjahr war allerdings 2016, als der Verlust bei 960 Millionen Euro lag. Ohne eine Querfinanzierung durch andere LG-Sparten wäre der Smartphone-Bereich des Konzerns längst Geschichte. Nach Angaben von Strategy Analytics lag der weltweite Marktanteil im vergangenen Jahr bei gerade noch 1,9 Prozent.

Smartphones von LG verkaufen sich schlecht. Aber welche verkaufen sich gerade besonders gut?

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Top-10-Handys: Aktuelle Smartphone-Bestseller in Deutschland.

LG V40: Keine Besserung in Sicht

LG hat sein aktuelles Flaggschiff LG V40 ThinQ erst vor wenigen Tagen in Deutschland veröffentlicht – nach einer fast schon traditionellen Verspätung von mehreren Monaten. Das Top-Smartphone wird hierzulande mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 899 Euro angeboten. Durch den stark verspäteten Release ist die Hardware nicht mehr auf dem aktuellsten Stand, muss sich in wenigen Wochen aber gegen neuere Smartphones der Konkurrenz von Samsung, Huawei und Sony durchsetzen. Bei Android-Updates ist LG auch nicht für eine besondere Kundenfreundlichkeit bekannt.

Was wir vom LG V40 ThinQ halten, seht ihr in unserem Hands-On-Video:

LG V40 ThinQ Hands-On: 5 Kameras für alle.

Auch LG wird erkannt haben, dass 900 Euro für ein Smartphone des letzten Jahres sicher nicht für lange Schlangen vor den Läden sorgen wird. Um das Interesse der Käufer zu wecken, legt der Konzern sogar noch die Smartwatch LG Watch W7 mit ins Paket. Wie das Blog SmartDroid nun aber berichtet, haben sich anderthalb Wochen nach dem Start nur etwas mehr als 200 Kunden für dieses Angebot entschieden. Satte 73 Prozent des Smartwatch-Bestandes sind aktuell noch verfügbar.

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