LG: Keine Garantie für Updates wegen Einfluss der Netzanbieter [MWC 2014]

Tuan Le 25

LG ist in der Vergangenheit nun wirklich nicht dafür bekannt gewesen, Android-Updates zügig nachzuliefern. Selbst beim LG G2, dem aktuellen Smartphone-Flaggschiff des Herstellers, sitzt man nach wie vor auf Android 4.2.2 Jelly Bean fest. Gründe dafür nannte LG-Sprecher Ken Hong nun bei einem Interview auf dem MWC 2014 in Barcelona: Angeblich könne man keine Garantie für Updates geben, da es nicht ausschließlich von LG selbst abhängt, ob ein Gerät nun ein Software-Update bekommt, oder eben nicht.

LG: Keine Garantie für Updates wegen Einfluss der Netzanbieter [MWC 2014]

Laut Hong will LG vorrangig die Updates für das LG G2 (Test), LG G Flex und LG G Pro so schnell wie möglich an die Nutzer ausliefern — von den zahlreichen Low- bis Mid-Range-Devices, die ja eigentlich eine entscheidende wirtschaftliche Stütze des Unternehmens darstellen, ist hier keine Rede. Vermutlich geht LG also davon aus, dass Kunden, die ohnehin zu einem günstigen Einsteigergerät greifen, eher bereit sind, bei der Update-Politik Kompromisse einzugehen. Und so konzentriert man sich bei den Updates vornehmlich auf die Topmodelle. Entsprechend ließ LG ebenfalls bei der Vorstellung der neuen Produkte die Ziele des Unternehmens für dieses Jahr verlauten: Zum einen den High-End-Sektor mit hochwertigen und leistungsstarken Smartphones bedienen, zum anderen weiterhin im Einsteigersegment Kunden von sich überzeugen.

lg-optimus-l3-l5-l7-2-II
Wenig Hoffnung auf Updates: LGs Mittelklasse- und Einsteigergeräte.

Dabei geht es LG laut eigenen Angaben vor allen Dingen um die so genannten „Premium Features“, wie zum Beispiel den neuen Knock-Code. Software-Updates sollen also nicht hauptsächlich dazu dienen, die durch Google eingeführten Neuerungen der aktuellsten Android-Version verfügbar zu machen, sondern vielmehr die für LG typischen Features, anhand derer die Kunden Smartphones des Unternehmen erkennen. Man zielt auf die 75 Prozent der Konsumenten ab, die nach Aussage LGs noch kein Smartphone nutzen und die sich vermutlich um den Unterschied zwischen Jelly Bean und KitKat gar nicht scheren.

Dies erklärt zumindest die Verzögerungen bei den günstigeren Smartphones von LG, nicht aber bei den Topmodellen des Herstellers. Hier kommen den Angaben des Pressesprechers zufolge gerade in den USA häufig Probleme mit den Netzanbietern hinzu, deren Entwickler sich in vielen Fällen nur ungern mit einem weiteren Update für die gebrandeten Geräte auseinandersetzen. Die starke Gerätefragmentierung stellt für LG ein großes Problem dar, da es vom LG G2 inklusive der internationalen, auch hierzulande erhältlichen Version fünf verschiedene Varianten des Gerätes gibt. Obendrein stellen die Netzanbieter sehr unterschiedliche Anforderungen an die Hersteller und verändern zum Teil nicht nur die Software, sondern sogar das Hardware-Design, wie etwa bei der Verizon-Version des G2 erkennbar ist. Allgemein dient dies dazu, sich von der Konkurrenz abzuheben, doch im Falle des LG G2 führte es zu einem misslungenen Design der Rückseite mit nur schwer bedienbaren Tasten.

lg-g2-verizon-qi-induktion

Natürlich könnte LG primär an den Updates für die Branding-freien Geräte arbeiten, doch in den USA wie auch in Deutschland wird ein Großteil der Geräte über die Netzanbieter vertrieben, was beispielsweise Lenovo vom Verkauf von Smartphones in Deutschland lange Zeit abhielt. Somit sind Hersteller wie LG aus wirtschaftlicher Sicht dazu gezwungen, die gebrandeten Geräte zuerst zu bedienen - sofern dies denn von den Netzanbietern gewünscht wird. Man wünsche sich laut Hong zwar eine größere Konsistenz bei den Smartphones, allerdings hängt dies ebenso wie die Software-Aktualisierungen nicht alleine vom Hersteller selbst ab.

Was sagt ihr zu dem Statement? Ist die Update-Politik von LG dadurch gerechtfertigt? Schreibt uns eure Meinung unten in die Kommentare.

Quelle: pcmag, LG Presse

Die neuesten Infos und jede Menge frische Videos aus Barcelona findet ihr auf unserer Sonderseite zum MWC 2014.

Immer auf dem neuesten Stand sein und keine News zum MWC verpassen? Einfach androidnext auf Facebook, Twitter oder Google+ folgen und auf YouTube abonnieren.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung