Smartphone-Zukunft: LG investiert Milliarden in Entwicklung flexibler Displays

Rafael Thiel 6

Bei den Smartphones von LG sind bis auf wenige Ausnahmen noch LCDs gang und gäbe. Doch das könnte sich in naher Zukunft ändern: Der Konzern will in den kommenden drei Jahren insgesamt 7,6 Milliarden Euro in seine Display-Tochter investieren, um die Weiterentwicklung der flexiblen P-OLED-Technologie voranzutreiben.

Smartphone-Zukunft: LG investiert Milliarden in Entwicklung flexibler Displays

Zum aktuellen Zeitpunkt sind LC-Displays in Smartphones noch die Regel. Von den etablierten Herstellern tanzt traditionell nur Samsung mit seinen Super AMOLED-Panels aus der Reihe. In Zukunft könnten aber mehr Unternehmen der mobilen Branche aufgrund aktueller Markttrends zur OLED-Technologie wechseln. Denn LCDs hinken ihren organischen Pendants zunehmend in Farbbrillanz und Energieeffizienz hinterher. Vor allem letzterer Faktor gewinnt angesichts höherer Auflösungen bei Smartphones und den aufkommenden Wearables, allen voran Smartwatches, zunehmend an Bedeutung.

Insofern ist der Schritt der Konzernführung durchaus nachvollziehbar. „Die Investitionen haben zum Ziel, bei LG Display ein nachhaltiges Wachstum zu fördern“, wird LG Display-Chef Han Sang Beom in einem Statement des Unternehmens zitiert. Der Konzern zielt auf den „unerschlossenen OLED-Markt“ ab, der nach Eigenaussage bis 2022 um über 300 Prozent auf etwa 25 Milliarden Euro wachsen wird. Ein Investitionsvolumen von 10 Billionen Südkoreanischer Won, umgerechnet etwa 7,6 Milliarden Euro, soll die eigene „führende Marktposition“ ausbauen.

LG dominiert bei LCDs – OLED-Displays sollen aufschließen

Schon heute gehört LG Display zu den größten Bildschirmproduzenten der Welt – die Tochterfirma ist sogar größer als die Konkurrenz von Samsung. Bei Samsung hat man allerdings schon lange das Potential von OLED-Displays erkannt. So wurde unlängst die Display-Division in LCD- und OLED-Sparten gesplittet, wobei letztere sich vorrangig mit mobilen Endgeräten beschäftigt. Immerhin versieht Samsung seit jeher seine Smartphones, wie beispielsweise das frisch vorgestellte Galaxy S6 edge+, mit den eigenen Super AMOLED-Panels. Zudem sollen künftige Flaggschiffmodelle gerüchteweise nur noch mit flexiblem AMOLED-Display ausgestattet sein.

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Die meisten LG-Modelle besitzen hingegen noch LCDs. Nur Geräte wie das LG G Flex 2 oder die Watch Urbane sowie die G Watch R basieren auf einem selbstproduzierten P-OLED-Panel. Bei polymeren OLEDs, die durch ihre Beschaffenheit zwar flexibel sind, aber gegenüber den Super AMOLED-Panels in typischen Display-Disziplinen abfallen, dominiert LG übrigens schon heute den Weltmarkt. Auf der eigenen Webseite bewirbt die LG Display ferner bereits falt- und rollbare Tablets mit flexiblen P-OLED-Displays – wenngleich wohl noch Zukunftsmusik, sind entsprechende Panels schon in Arbeit. Wann mit solchen Gerätschaften zu rechnen ist, lässt man offen. Mit frischem Geld dürfte die Entwicklung jedoch beschleunigt werden. Damit könnte der Produzent zur Konkurrenz aufschließen und ein massentaugliches Produkt herausbringen. Dieses wird dann aber vermutlich nicht ausschließlich bei LG-Geräten zum Einsatz kommen, die Tochterfirma beliefert unter anderem auch Apple.

Hinweis: Das Artikelbild zeigt das LG G Flex 2.

Quelle: Bloomberg via Android Police

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