ROCCAT Vulcan 120 AIMO und Lioncast LK300 PRO im Test: Liebe auf den ersten Tastendruck?

Daniel Nawrat

Als leidenschaftlicher Spieler weißt du die Wichtigkeit von qualitativer Gaming-Peripherie zu schätzen. Gerade im Bereich der Mäuse und Tastaturen, gibt es dabei eine schier unendliche Auswahl. Was Letzteres angeht, so schwören inzwischen viele auf sogenannte mechanische Tastaturen. Aus diesem Grund habe ich mir zwei unterschiedliche Modelle näher angesehen und berichte von meinen Erfahrungen.

Der folgende Trailer gibt dir einen Blick auf die neue ROCCAT Vulcan – definitiv keine gewöhnliche mechanische Gaming-Tastatur.

ROCCAT Vulcan: Mechanische Gaming Tastatur.
 Was genau macht eine mechanische Tastatur überhaupt aus? Der Hauptunterschied liegt in den verbauten Schaltern. Dabei verfügt jede einzelne Taste über einen mechanischen Schalter, der ein Höchstmaß an Präzision bietet. Gerade im Bereich der Videospiele erfreuen sich diese Tastaturen so großer Beliebtheit. Im Gegensatz dazu stehen herkömmliche Tastaturen, die meistens sogenannte Rubberdome-Schalter verwenden. Diese fühlen sich im direkten Vergleich jedoch oftmals schwammig an und sind daher längst nicht so akkurat, wie das mechanische Pendant, welches zusätzlich noch um einiges langlebiger ist.

Ein Hersteller sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden – Cherry und ihre marktführenden Cherry MX Switches. Nahezu jede mechanische Tastatur hat nämlich diese oder sehr ähnliche Schalter verbaut. Im Falle von Cherry kommen sie primär in den folgenden Ausführungen daher: Blue, Red, Brown und Black. Jede der Farben stellt dabei einen anderen Druckpunkt dar und somit unterscheidet sich auch das Feedback der Tasten. Blaue Schalter haben beispielsweise den geringsten Widerstand und geben ein deutliches Klickgeräusch von sich. Schwarze Schalter hingegen benötigen zum Auslösen deutlich mehr Kraft und sind außerdem deutlich leiser.

Welcher Cherry MX Switch ist der Richtige für dich?

Cherry MX Blue: Verfügt über den geringsten Widerstand ist dafür aber deutlich hörbar. Ideal für Vielschreiber, die sich am lauten Klicken nicht stören.

Cherry MX Red:
Durch das fehlende Feedback sind schnelle Eingaben kein Problem. Somit Ideal für Shooter, jedoch weniger geeignet zum Schreiben.

Cherry MX Brown: Stellt einen guten Kompromiss aus Lautstärke und Präzision dar. Bestens geeignet zum Spielen sowie Schreiben.

Cherry MX Black:
Verfügt über den stärksten Druckpunkt, was jedoch schnell ermüdend sein kann. Ist durchdrückbar und eignet sich daher gut zum Zocken.

Im Zweifelsfall einfach in das Geschäft deines Vertrauens gehen und dort die jeweiligen Schalter ausprobieren.

  Weitere Vorteile von mechanischen Tastaturen findest du hier.

ROCCAT Vulcan 120 AIMO vs Lioncast LK300 PRO

Ich durfte also gleich zwei aktuelle Vertreter aus dem Bereich der mechanischen Gaming-Tastaturen testen. Das wäre zum einen die ROCCAT Vulcan 120 AIMO – das Flaggschiff aus ROCCATs neuer Produktserie. Intelligente RGB-Beleuchtung mit 16.8 Millionen Farben, sowie eine abnehmbare Handballenauflage und ein Multimediarad inklusive. Zusätzlich besteht die Front der Tastatur aus Aluminium und sieht somit nicht nur unheimlich elegant aus, sondern wirkt auch noch extrem robust. Sie sollte also den einen oder anderen Ragequit überleben, wobei davon natürlich abzuraten ist.

Was beim ersten Blick auf die Tastatur direkt auffällt, sind ihre Tasten. Diese entsprechen nicht dem üblichen Format und sind deutlich flacher, was dem Keyboard aber seinen einzigartigen Look verleiht. Der nächste wichtige Punkt sind dann natürlich die verbauten Schalter. Hierbei verwendet ROCCAT keine handelsüblichen Cherry MX Switches, sondern ihren eigens entwickelten Schalter namens Titan Switch. Dieser soll laut Hersteller in etwa dem Cherry MX Brown entsprechen.

Die nächste Tastatur, die ich auf Herz und Nieren prüfen durfte, war die Lioncast LK300 PRO. Ähnlich wie bei der Vulcan verfügt diese ebenfalls über eine umfangreiche RGB-Beleuchtung, eine Front aus Aluminium, eine abnehmbare Handballenauflage sowie zusätzliche Makrotasten, die sich per Software konfigurieren lassen. Bei den verbauten Schaltern handelt es sich um die Cherry MX Browns, die einen guten Kompromiss für Spieler darstellen, die neben dem Zocken außerdem noch viel tippen. Sie bieten ein gutes taktiles Feedback und sind dabei verhältnismäßig leise.

Der Teufel steckt im Detail und vor allem in der Software

Beim Preis und insbesondere der Ausstattung sind sich beide Tastaturen sehr ähnlich und somit konkurrieren sie auch direkt miteinander. Die ROCCAT Vulcan 120 AIMO ist mit einer UVP von derzeit 159,99 Euro zwar nochmal 20 Euro teurer als die Lioncast LK300 PRO, jedoch sollte sich im Verlauf meines Tests herausstellen, dass sich dieser Preisunterschied definitiv bemerkbar gemacht hat. Neben den verbauten Schaltern war es vor allem die Beleuchtung, bei der ich enorme Unterschiede feststellen konnte. Die Vulcan 120 AIMO ging hierbei ganz klar als strahlender Sieger hervor.

Jede der Farben war wunderbar kräftig und insbesondere weißes Licht wurde farbgenau wiedergegeben. Selbiges konnte ich von der LK300 PRO leider nicht behaupten, da weißes Licht dort eher orange anmutete und die maximale Helligkeit immer noch vergleichsweise dunkel war. Zusätzlich funktionierte bei meinem Modell das An- und Ausschalten der Beleuchtung nur teilweise, was ich oftmals als nervig empfunden habe. Selbstverständlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie wichtig ihm die Beleuchtung am Ende ist. Bei den Schaltern, also dem Herzstück der Tastatur, konnten dann aber wieder beide Modelle gleichermaßen überzeugen.

Es waren aber vor allem die ganzen Details, die mich schließlich von der Vulcan 120 AIMO überzeugen konnten. Angefangen beim Multimediarad, das dich stets wie ein DJ fühlen lässt und obendrauf noch unheimlich praktisch ist. Es lässt sich nämlich nicht nur die Lautstärke damit regeln, sondern ebenso deine Beleuchtung. Solltest du außerdem deinen Sound stumm geschaltet haben, so blinkt die entsprechende Taste auf. Schließlich gibt es noch einen aktivierbaren Game Mode, der dadurch herkömmliche Tasten zu programmierbaren Makrotasten macht. Durch derartige Detailverliebtheit beweist ROCCAT, dass sie wirklich mitgedacht haben.

Die Lioncast LK300 PRO bietet zwar ebenso alle notwendigen Funktionen aber leider bleibt es dann dabei. Hier hat mir persönlich einfach das gewisse Etwas gefehlt. Dieser Eindruck bestätigte sich später, als ich mich näher mit der jeweiligen Software beschäftigte. Mit der Vulcan 120 AIMO stehen dir einfach so unheimlich viele Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung – das reicht von zusätzlich einstellbaren Tastengeräuschen über smarte Beleuchtung bis hin zur doppelten Belegung bestimmter Tasten durch die sogenannte Easy-Shift-Taste. Dabei war das noch längst nicht alles, wodurch sich erneut zeigt, dass ROCCAT tatsächlich versucht, sich von der Masse abzuheben.

Fazit

Was mechanische Gaming-Tastaturen angeht, so sind diese inzwischen viel mehr als nur eine Ansammlung von Tasten. Durch (intelligente) Beleuchtung und die entsprechende Software bieten sie etliche weitere nützliche Funktionen, die einem das Leben als Spieler enorm erleichtern können oder dir gar völlig neue Möglichkeiten bieten. Selbstverständlich ist das meist mit einem höheren Preis verbunden, wie beide Modelle eindrucksvoll beweisen. Die ROCCAT Vulcan 120 AIMO, die es momentan nur exklusiv im eigenen Shop sowie bei Saturn und Mediamarkt zu kaufen gibt, schlägt mit stolzen 159,99 Euro zu Buche. Die Lioncast LK300 PRO ist da mit 139,99 Euro noch mal etwas günstiger. Gleichzeitig ist eine der Stärken dieser Art von Tastatur ihre Langlebigkeit und somit könnte es definitiv eine Überlegung wert sein, auf lange Zeit etwas mehr zu investieren.

Was die beiden von mir getesteten Modelle betrifft, so bietet die Vulcan 120 AIMO um einiges mehr an zusätzlichen Funktionen, weshalb ich den höheren Preis auch durchaus gerechtfertigt finde. Solltest du auf derartige Features also nicht verzichten wollen, könnte das auf jeden Fall die richtige Wahl für dich sein. Natürlich nur dann, insofern dir das Feedback der Schalter zusagt. Meiner Erfahrung nach fühlten sich die Titan Switches aber sogar noch mal ein kleines Stück besser an als die regulären Cherry MX Brown Switches, die ich sonst privat seit etlichen Jahren nutze. Möchtest du jedoch einfach nur ein schickes, robustes und vor allem praktikables Gaming-Keyboard, so wäre vermutlich das LK300 PRO deine Wahl. Hier wird vergleichsweise ein eher puristischer Ansatz verfolgt, was aber durchaus seinen Reiz haben kann.

Manche Spiele zocken sich trotzdem besser mit Controller. Finde hier heraus, welcher für dich der Richtige ist.

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Wie sieht es bei dir aus? Bist du schon auf eine mechanische Tastatur umgestiegen und könntest jetzt gar nicht mehr darauf verzichten? Welche Features sind dir besonders wichtig und was vermisst du bislang noch? Schreib mir deine Meinung doch gerne in die Kommentare. Vielleicht ja sogar mit deiner mechanischen Tastatur. ;)

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