Onlineshops und Flüge: Aufschläge bei Kreditkartenzahlung werden abgeschafft

Stefan Bubeck

Flüge online buchen und per Kreditkarte zahlen, das kostet meist ein paar Euro mehr und ärgert die Kunden. Der Bundestag will diesem sogenannten „Zahlungsmittelentgelt“ nun ein Ende setzen: Kreditkartenzahlung darf ab 2018 keinen Aufschlag mehr kosten.

Das solltest du über PayPal wissen.

Stand heute: Wer bei der Deutschen Bahn online ein Ticket kauft und per Kreditkarte (oder PayPal) bezahlt, muss ab einem Fahrpreis von über 50 Euro eine gestaffelte Gebühr entrichten: Auf ICE-Fahrscheine im Wert von 210 Euro kommen dann beispielsweise 2 Euro Zahlungsmittelentgelt dazu. Dies bleibt dem Kunden erspart, wenn er per Lastschriftverfahren oder Sofortüberweisung zahlt. Diese Praxis ist erlaubt und bei vielen Onlineshops, Dienstleistern und Reiseanbietern zu finden – die verlangte Zusatzgebühr ist dort zum Teil sogar deutlich höher als bei der Bahn.

Ab 2018, europaweit: Keine gesonderten Entgelte für Kartenzahlungen mehr

Händler dürfen in Zukunft keine gesonderten Gebühren mehr für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften verlangen. Die Regelung gilt europaweit ab 13. Januar 2018. Die neue Regelung schließt „besonders gängige“ bargeldlose Zahlungsmittel ein, also EC-Karten und Kreditkarten von Visa und Mastercard. Aber: Bezahldienste wie PayPal oder weniger verbreitete Kreditkartenanbieter wie American Express werden in der Regelung nicht genannt – es stellt sich also die Frage, ob diese unter das neue Verbot fallen.

Das alles ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Händlern Gebühren von den Kreditkartenfirmen in Rechnung gestellt werden (sog. „Disagio“), die sie bisher per Zusatzgebühr an uns Kunden weitergereicht haben. Der Wegfall des Zahlungsmittelentgelts könnte also leichte Preiserhöhungen zur Folge haben. Auch denkbar: Manche Händler verzichten auf die betroffenen Zahlungsarten, da für sie sonst nur Kosten entstehen, die sie alleine tragen sollen. Ab nächstes Jahr werden wir sehen, wie sich der Handel entscheidet.

Hintergrund zu dieser Gesetzesänderung ist ein Papier mit einem sehr langen Namen: „Der Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie der EU“. Seine Umsetzung wurde in der Nacht zum Freitag vom Bundestag beschlossen.

Quellen: Deutscher Bundestag, FAZ, Heise, Deutsche Bahn, Shopbetreiber Blog

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