Analysten warnen: Deshalb könnte es bald keine günstigen Smartphones mehr geben

Simon Stich

Günstige Smartphones brauchen günstige Bauteile – doch die sind alles andere als beliebt und die Hersteller konzentrieren sich lieber auf High-End-Geräte. Steht das Ende der preiswerten Smartphones bevor?

Analysten warnen: Deshalb könnte es bald keine günstigen Smartphones mehr geben
Bildquelle: GIGA.

Chip-Hersteller verlassen Low-Budget-Bereich

Auch wenn es dem Smartphone-Markt blendend geht, hat so mancher Hersteller von Prozessoren Sorge um die Zukunft. High-End-Prozessoren wie der Snapdragon 845 verkaufen sich zwar wie Eis im Sommer, doch im Low-Budget-Bereich rumort es, wie DigiTimes in Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet. Die Produzenten von Smartphones, allen voran in China, möchten das Niedrigpreissegment offenbar am liebsten heute statt morgen verlassen – im oberen Preissegment ist schlichtweg die Marge besser. Selbst der Chip-Hersteller MediaTek, dessen Bauteile in vielen eher günstigen Geräten zu finden sind, kümmert sich mittlerweile lieber um den High-End-Bereich mit der Helio-X-Serie. Auch der kürzlich vorgestellte Helio P22 des Konzerns passt da gut in die neue Strategie. Die Konkurrenz von Qualcomm bemüht sich mit dem Snapdragon 710 und Snapdragon 700 ebenfalls, die Lücke zwischen Premium- und Mittelklasse zu schließen – mit KI-Funktionen, mehr Leistung und geringerer Belastung des Akkus.

Wenn Smartphone-Hersteller weniger günstige Prozessoren einkaufen, werden die Produktionskapazitäten natürlich gedrosselt oder sogar eingestellt. Im schlimmsten Fall würde das bedeuten, dass der Preis von Smartphones im Niedrigpreissegment ansteigen wird. Was sich auf den ersten Blick schlecht anhört, könnte aber auch positive Elemente mit sich bringen. Die Leistung der Geräte wird sich weiter verbessern und die Akkulaufzeiten ansteigen – die Hersteller von Smartphone haben dann schlicht keine andere Wahl mehr, als höherwertige Hardware zu verbauen.

Günstig bedeutet nicht immer schlecht, wie unsere Auflistung zeigt:

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Das Ende der 100-Euro-Smartphones?

Der sich ankündigende Kurswechsel der Chip-Hersteller dürfte kaum Auswirkungen auf Branchenriesen wie Samsung haben – durchaus aber auf viele kleinere Hersteller, die mit ihren „100-Euro-Smartphones“ versuchen, zumindest ein kleines Stück des Kuchens abzubekommen. Sollte MediaTek sich selbst einen Qualitätsschub verordnet haben, könnte das womöglich zu Komplikationen bei den Herstellern der Billig-Smartphones führen. Diese wären dann gezwungen, höherwertige Chips einzusetzen, was wiederum den Preis nach oben treiben dürfte. Das Alleinstellungsmerkmal über den günstigen Preis wäre dann verschwunden – und damit auch so mancher Hersteller.

Quelle: DigiTimes via Phone Arena

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