Medion Erazer X6805 im Test: Kraftvoller Gaming-Laptop mit kurzem Atem

Robert Kohlick 2

Ein leistungsstarker Prozessor, eine schnelle Grafikkarte und eine mechanische Tastatur mit RGB-Beleuchtung: Auf dem Papier kriegt man mit dem Medion Erazer X6805 fast alles geboten, was man sich als Gamer wünscht. Warum der Gaming-Laptop zwar ein robustes Stück Hardware ist, mich aber nicht in allen Bereichen überzeugen konnte, erfahrt ihr im Test. Ab dem 31.10.2018 ist das Gerät mit ähnlicher Ausstattung bei Aldi Süd erhältlich.

Medion Erazer X6805 im Test: Kraftvoller Gaming-Laptop mit kurzem Atem
Bildquelle: GIGA.

Medion Erazer X6805: Unser Urteil

Alle Leser, die auf der Suche nach einem leistungsstarken tragbaren Gaming-PC sind und weder Wert aufs Gewicht, Leistung im Akkubetrieb oder die Akkulaufzeit legen, kommen mit dem Medion Erazer X6805 auf ihre Kosten. Alle anderen sollten sich den Kauf noch einmal gut überlegen. Es scheint so, als hätten die Produktverantwortlichen von Medion versucht, eine Checkliste für Gaming-Laptops abzuarbeiten und dabei vergessen, dass am Ende auch alle Teile ein stimmiges Gesamtbild ergeben müssen. Trotzdem konnte mich das Leistungsmonster in vielen Bereichen überzeugen.

Vor allem in Sachen Performance gibt sich das Gerät keine Blöße. Zu keinem Zeitpunkt im Test hatte ich das Gefühl, dass dem Medion Erazer X6805 im Netzbetrieb die Puste ausgeht. Das Gegenteil war der Fall: Ich war wirklich erstaunt, dass ich fast keine Kompromisse im Vergleich zu einem Desktop-Gaming-Rechner der Mittelklasse machen musste. Alle getesten Spiele und Anwendungen liefen vollkommen tadellos.

Die mechanische Tastatur mit RGB-Beleuchtung bereitet mir hingegen etwas Kopfzerbrechen. Druckpunkt und das charakteristische Klicken gefielen mir sehr gut, trotzdem habe ich es während der gesamten Testzeit nicht geschafft, mich an das Layout der Tasten vollkommen zu gewöhnen. Immer wieder kam es zum Vertippen und zum Drücken zweier Tasten gleichzeitig. Das Touchpad hingegen leistet gute Arbeit und macht keinerlei Probleme.

Im Hinblick auf Alltagstauglichkeit und Mobilität musste ich jedoch einige Abstriche in Kauf nehmen. Obwohl das Display des Laptops nur 15,6 Zoll groß ist, fallen die Gesamt-Maße deutlich voluminöser aus. In meinen normalen Rucksack kriege ich die 2,6 Kilogramm schwere Wuchtbrumme zwar noch unter – jedoch eher schlecht als recht. Während der Akku bei Office-Arbeiten und beim Surfen noch eine halbwegs gute Figur macht, ist er unter Last schneller leer als ich annahm. Zudem wird die Leistung des Notebooks im Akkubetrieb so stark gedrosselt, dass echtes Gaming schlichtweg nicht möglich ist.

Insgesamt bietet der Medion Erazer X6805 ein gutes Gesamtpaket mit einigen Ecken und Kanten. In Sachen Leistung macht dem Laptop keiner etwas vor. Medion hat bei der Auswahl der Hardware wirklich ganze Arbeit geleistet. Leider kann der Laptop aufgrund des 60-Hertz-Panels sein volles Potenzial für Hardcore-Gamer nicht entfalten und ist im Akkubetrieb nur zum Arbeiten und Surfen zu gebrauchen. Wer aber stets eine Steckdose in Reichweite hat, bekommt einen extrem leistungsstarken, mäßig portablen Gaming-Rechner, der im Preissegment von unter 1.400 Euro aktuell seinesgleichen sucht.

Bewertung: Medion Erazer X6805

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Video und Audio: 4/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 2/5

Gesamt: 80 Prozent

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Der Medion Erazer X6805 rennt und rennt und …

Schon während der Einrichtung merke ich, dass ich es hier mit einem Powermonster zu tun habe. Ich kann noch so viele Chrometabs öffnen, im Hintergrund Spiele über Steam herunterladen, gleichzeitig ein 4K-Video auf YouTube gucken und Bildbearbeitungen vornehmen – die Performance geht einfach nicht in die Knie. Bei einer Kombination aus einem i7-8750H mit 6 Kernen und 12 Threads, sowie 16 GB DDR4 Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.666 MHz auch nicht weiter verwunderlich. Bei kurzen Leistungsspitzen taktet der Prozessor auf bis zu 3,8 GHz, unter Dauerbelastung machte er es sich bei rund 3,2 GHz bequem. Im CPU-Benchmark von Cinebench fährt er dadurch satte 1.085 Punkte ein und auch die Punktzahl des Full-HD-Firestrike-Benchmarks braucht sich auch nicht zu verstecken: 10.065 Punkte. Spätestens jetzt wusste ich, dass ich mit diesem Gerät sehr viel Spaß haben werden.

Medion Erazer X6805 im Test: Leistung und Speicher ohne Ende

Die folgenden Spiele wurden von mir auf dem Medion Erazer X6805 getestet: PlayerUnknowns-Battlegrounds, Rainbow Six: Siege, Counter-Strike: Global Offensive, Fortnite Battle Royale, HITMAN, DOOM, Monster Hunter: World. Während DOOM auf maximalen Details gespielt wurde, entschied ich mich bei den anderen Spielen für einen Mix aus Einstellungen im mittleren , vor allem aber im hohen Bereich. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Lediglich im aktuellen Teil der Hitman-Reihe und bei Monster Hunter: World fiel die Performance gelegentlich unter die magische 60 Bilder pro Sekunde-Grenze. Alle anderen Titel liefen je nach Situation in Full-HD stabiler und flüssiger:

Spiel Ø-Bilder pro Sekunde
PlayerUnknown’s Battlegrounds 60-90
Rainbow Six: Siege 60-80
Counter-Strike: Global Offensive (Deathmatch auf Dust 2) 180-200
Fortnite Battle Royale 90-120
DOOM 80-100
Monster Hunter: World 45-75
HITMAN 55-70

Im Medion Erazer X6805 kommt sowohl eine 250 GB PCIe-SSD als auch eine normale Festplatte mit 1 TB Speicher zum Einsatz – in meinen Augen eine ausgezeichnete Kombination. Auf der SSD können das Betriebssystem und etwaige leistungshungrige Anwendungen wie Bild- oder Videobearbeitungsprogramme untergebracht werden, während auf der größeren Festplatte eure Spiele und persönlichen Dateien ausreichend Platz finden.

Die Euphorie lässt nach – Medion Erazer X6805 im Test

Doch jeder Höhenflug hat einmal ein Ende. Während das Display beim Arbeiten und Serien gucken noch seine Stärken voll ausspielen kann, merkt man bei schnellen Spielen, dass Medion auf das falsche Pferd gesetzt hat. Zwar sehen alle Spiele, also auch DOOM oder Counter-Strike: Global Offensive, durch das IPS-Panel kontrastreicher und lebendiger aus, fühlen sich durch die 60 Hertz-Beschränkung des Bildschirms aber nicht so geschmeidig an, wie ich es gewöhnt bin. Für alle Spieler von Multiplayer-Shootern ein klarer Minuspunkt. Alles spielt sich ruckeliger, behäbiger und zudem verliert das Bild bei schnellen Bewegungen deutlich an Schärfe. Schnelles Erspähen und Anvisieren von Feinden fällt dadurch deutlich schwerer. Potenzielle Käufer müssen außerdem auf Nvidias G-Sync-Technologie im Display verzichten. Schade, aber bei diesem Preispunkt kein Beinbruch.

Der Sound der verbauten 2.1 Lautsprecher ist zweckmäßig – trotz Dolby Atmos-Zertifizierung. Die Lautsprecher werden bei maximalem Pegel erstaunlich laut, fangen ab rund 60 Prozent aber an zu dröhnen. Vom integrierten Subwoofer profitieren vor allem Actionfilme und basslastige Songs. Um ab und an einen Film oder eine Video im Bett zu gucken, reicht das vollkommen aus, Home-Entertainement-Feeling kommt jedoch zu keiner Zeit auf. Wer während des Spielens ordentlichen Ton haben will, sollte sowieso ein Headset tragen. Unter Last wird die Lüftung des Gaming-Laptops recht laut – vor allem im Spiele- und Turbomodus.

Als Betriebssystem kommt ein fast sauberes Windows 10 Home in der 64-bit Variante zum Einsatz. Lediglich die vorinstallierte Antiviren-Software McAfee habe ich nach der ersten Einrichtung direkt wieder von der Platte geworfen. Medions Control Center hat es sich auch von Anfang an in euren Autostartprogrammen gemütlich gemacht und kann dazu genutzt werden, um die Lüftung des Laptops an eure Bedürfnisse anzupassen. Außerdem könnt ihr in der Software zwischen zahlreichen Beleuchtungs-Modi der RGB-Tastatur wählen. Eine Spielerei, die aber optisch nicht viel hermacht. Mit der Beleuchtung einer Razer Cynosa Chroma kann die Tastatur auf jeden Fall nicht mithalten.

Der Medion Erazer X6805 ist kein Laptop für den Alltag

Der Medion Erazer X6805 ist alles andere als ein Leichtgewicht. Er wiegt satte 2,6 Kilogramm, das Netzteil noch einmal zusätzliche 600 Gramm – zu schwer für den Einsatz im Alltag. Doch auch die schiere Größe des Gerätes lässt das nicht zu. Obwohl der Bildschirm nur eine Größe von 15,6 Zoll hat, ist das Gehäuse um einiges größer und dicker (B/H/T: 385 mm/33 mm/265 mm). Ein wahrscheinlich notwendiger Kompromiss, um die verbaute Hardware noch effizient kühlen zu können. Das sorgt aber dafür, dass der Laptop nur mit einigem Hin und Her in einem normal großen Rucksack (Fassungsvermögen: 35 Liter) Platz findet.

Obwohl der Medion Erazer X6805 als Gaming-Laptop verkauft wird, ist die mobile Spieleperformance absolut unterirdisch. Sobald ihr das Netzteil vom Notebook trennt, sinkt die Leistung so massiv ab, dass das Spielen von anspruchsvolleren Titeln schlichtweg unmöglich wird. Spiele wie HITMAN laufen anfangs noch mit einer Bildrate von 25-30 Bildern pro Sekunde, die jedoch im laufenden Betrieb immer weiter abnimmt und kurz vor dem Akku-Exodus bei rund 8-10 FPS stagniert. Trotz dieser starken Drosselung der Hardware macht der Akku innerhalb von einer Stunde die Grätsche. Unterwegs zocken? Fehlanzeige.

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Medion Erazer X6805 im Test: Das hat uns am Gaming-Laptop gefallen

  • Performance: Der Medion Erazer X6805 ist ein absolutes Leistungswunder. Wieviel Power in dem Laptop steckt, hat mich schlichtweg begeistert.
  • Anschlüsse: USB 3.0 Typ-C, USB 3.0 Typ-A, USB 2.0, HDMI, Mini-DisplayPort, zwei getrennte Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon, SD-Kartenslot, LAN-Buchse – auch bei den Anschlüssen müssen keinerlei Kompromisse gemacht werden. Ein weiterer Punkt, in dem ich fast wunschlos glücklich bin. Der verbaute USB 2.0-Anschluss hätte auf der Rückseite des Gerätes mehr Sinn gemacht. Wenn Headset und Maus über USB angeschlossen werden, kommt es öfters dazu, dass man mit der Maus gegen einen der Anschlüsse stößt.
  • Ausstattung: Unter der Haube ist der Erazer X6805 verdammt gut ausgestattet: Mit einem i7-8750H, 16 GB DDR4 RAM und einer GTX 1060 eignet sich der Laptop nicht nur zum Spielen jedes aktuellen Titels in Full-HD, sondern kann auch problemlos als mobiler Schnittrechner und für weitere leistungshungrigere Aufgaben genutzt werden. Nur das zeitgleiche Livestreamen auf Twitch und Spielen wollte nicht so klappen. Mit der verbauten Hardware seid ihr auch die nächsten 2-3 Jahre auf der sicheren Seite und gehört so schnell nicht zum alten Eisen.
  • Preis-/Leistungsverhältnis: Was ihr an Hardware für 1.399 Euro in einem Laptop geboten bekommt, ist wirklich spitze! Zwar merkt man, dass Medion versucht, sein „Hauptsache billig“-Image loszuwerden, trotzdem fällt der aufgerufene Preis im Vergleich zur Konkurrenz recht günstig aus. Ein klarer Pluspunkt.

Medion Erazer X6805 im Test: Das fanden wir am Gaming-Laptop nicht gut

  • Display: Zwar bietet ein IPS-Panel Vorteile bei Kontrast und Blickwinkelstabilität, trotzdem hätten sich viele Hardcore-Gamer hier lieber ein 144 Hertz-TN-Panel gewünscht. Zwar kann die verbaute Grafikkarte nicht genug Leistung aufbringen, um Spiele wie Witcher 3: Wild Hunt oder Monster Hunter: World mit solch einer Bildrate zu befeuern, aber Spiele wie DOOM oder Esports-Spiele à la Counter-Strike: Global Offensive, League of Legends, PUBG oder Fortnite hätten davon durchaus profitiert.
  • Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit während des Spielens auf maximaler Helligkeit ist eine Zumutung. Nicht einmal eine ganze Stunde dauert, bis der Laptop in diesem Szenario den Geist aufgibt. Wenn man ihn zum Arbeiten, Surfen oder zum Anschauen von Videos nutzt, hält er immerhin zwischen 3,5-5 Sunden durch. Ein moderater Wert.
  • Gewicht und Mobilität: Inklusive Netzteil kommt der Laptop auf ein Gewicht von 3,2 Kilogramm. Das will niemand jeden Tag zusätzlich rumtragen, wenn es sich vermeiden lässt. Zudem ist der Laptop durch sein markantes Design sehr sperrig und lässt sich nur umständlich im Rucksack verstauen.
  • Einschränkungen: Da sich das Produkt an PC-Enthusiasten richtet, bin ich etwas enttäuscht darüber, warum man weder Einstellungen am BIOS, noch an der Energieversorgung der Grafikkarte ändern darf. Wahrscheinlich bewegt sich der Verbrauch schon am Rande dessen, was das 180 Watt-Netzteil leisten kann. Das Gleiche gilt beim Betrieb im Akkumodus. Obwohl ich alle Stromsparmodi deaktiviert habe, rufen Prozessor und Grafikkarte beim Spielen ohne Netzteil nicht ansatzweise ihre volle Leistung ab. Am Anfang läuft die CPU noch mit bereits sagenhaft niedrigen 1,8 GHz, je weiter der Akkustand zur Neige geht, desto stärker wird er vom System gedrosselt. Damit kann man den Laptop im Akkubetrieb schlichtweg nicht zum Spielen nutzen.

Technische Daten des Medion Erazer X6805 im Überblick

Display 15,6 Zoll Full-HD-IPS-Panel @ 60 Hz
Prozessor Intel Core i7-8750H
Grafikkarte Nvidia GTX 1060 mit 6 GB Videospeicher
Speicher 256 GB PCIe SSD + 1TB HDD
Arbeitsspeicher 16 GB DDR4 RAM @ 2.666 MHz (2 Riegel verbaut)
Anschlüsse 3x USB 3.0 (2x Typ-A, 1x Typ-C), 1x USB 2.0, HDMI 2.0-Ausgang, 2x Mini-DisplayPort, zwei Audiobuchsen (Kopfhörer+Mikrofon), LAN-Buchse, Kartenleser, Kensington-Lock
Akku 46,7 Wh, 3,5-5 Stunden Akkulaufzeit beim Surfen und Streamen, <1 Stunde beim Spielen
Betriebssystem Windows 10 Home 64-bit
Preis 1.399 Euro

Medion bietet das den Erazer X6805 in insgesamt 4 unterschiedlichen Ausführungen an:

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