Medion Erazer: Vom billigen Aldi-PC zum High End-Gaming-Rechner

Daniel Nawrat

Den Namen Medion verbinden die meisten wahrscheinlich mit billigen Computern, die du dir beispielsweise in der Aldi Filiale deines Vertrauens kaufen kannst. Mit der Erazer-Serie, versucht das Unternehmen aber schon seit längerer Zeit im Bereich Gaming Fuß zu fassen. Spätestens seit der gamescom 2018 steht fest: Aldi scheint es wirklich ernst zu meinen.

Medion bietet mit den Produkten der Erazer-Serie ein Rundumpaket – vom Gaming-PC oder Laptop bis hin zum Mauspad ist alles vertreten. Sieh dir dazu einfach den folgenden Trailer an.

Medion: Neue Hardware der Erazer-Serie vorgestellt.

Aktuell sieht es ganz danach aus als würde Medion versuchen, den hart umkämpften Gaming-Markt ordentlich aufzumischen, um sich so von seinem bisherigen Image zu lösen. Früher noch primär bekannt durch preiswerte PCs im Plastikgewand, bieten sie nun unter anderem High End-Gaming-PCs wie den Medion Erazer X87006 an. Dieser Rechner kostet dich satte 5.000 Euro, besteht aus individuell zusammengestellten Komponenten und findet in einem Gehäuse aus Aluminium und Glas Platz – Plastik war also gestern.

Natürlich kommt ein derartiger Gaming-PC nicht für jeden in Frage und ist primär wohl als Statement gedacht, um der Konkurrenz sowie potentiellen Käufern zu zeigen, dass Medion Erazer als Marke durchaus ernst genommen werden sollte. Daher bietet das aktuelle Line-Up eine extrem breite Palette an Produkten, die versucht sämtliche Bedürfnisse der Spieler abzudecken. Von Gaming-PCs und Gaming-Laptops über Peripherie wie Monitore oder Tastaturen ist wirklich alles vertreten.

Was bietet Medion also interessierten Spielern, die nach neuer Hardware suchen? 

Der aktuelle Trend zeigt, dass die neuen High End-Produkte nun primär über den eigenen Store verkauft werden sollen. So auch die neuen Erazer-Laptops, die in drei verschiedenen Ausführungen daherkommen. Vom Einsteigermodell für knapp 1000 Euro bis hin zum Modell für etwa 1.800 Euro, die sich von den Spezifikationen her definitiv nicht zu verstecken brauchen. Je nach Ausführung wird teils sogar eine mechanische Tastatur oder aber ein Display mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz geboten. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Im Bereich der Desktop-PCs wird ebenfalls einiges geboten. Teilweise halten sie an ihrem bisherigen Modell fest und bieten vereinzelt PCs direkt in Aldi Filialen zum Kauf an. So auch der Medion Erazer X67020, den wir uns bereits in der Vergangenheit näher angesehen haben.

Medion Erazer X67020: Lohnt sich der Kauf? Wir haben nachgerechnet.

Medion zeigt aber, dass es auch anders geht. So fällt vor allem ins Auge, dass sich die Designsprache allmählich ändert. Das wird insbesondere durch die Verwendung hochwertigerer Materialien wie Glas deutlich. Das zeigt sich beispielsweise am Medion Erazer X67068, der sich durch seine Glasfront inklusive beleuchteter Lüfter von den anderen PCs der Serie abhebt.

Am falschen Ende gespart?

Was das Design und die Verarbeitung der Medion Erazer Gaming-Rechner angeht, so ist also definitiv ein positiver Wandel erkennbar. Schon vor einiger Zeit begannen die ersten Hersteller Glas in ihre Gehäuse zu integrieren und ebenso erhielt immer mehr RGB-Beleuchtung Einzug in den Bereich der Gaming-Hardware. Genau diesem Trend folgt Medion nun auch, was aus Sicht des Marktes durchaus Sinn ergibt.

Viel wichtiger als ein schönes Gehäuse ist aber die darin verbaute Hardware. Hier bietet Medion grundsätzlich etwas durchaus Solides. Dennoch scheint es stellenweise so, als hätte das Unternehmen hier und da am falschen Ende gespart und somit Potential verschenkt. Das wird im Falle des Medion Erazer X67068 Gaming-PCs vor allem bei der Wahl des Prozessors sowie der Grafikkarte deutlich. Zwar ist an den Komponenten als solche nicht direkt etwas auszusetzen, es ist viel mehr deren Kombination, die fragwürdig ist.

 

Beim Prozessor hat sich Medion des Intel Core i7-8700 bedient, dessen Temperatur in diesem Fall sogar von einer AIO-Wasserkühlung reguliert wird.  Das Problem hierbei ist, dass sich diese Version des Prozessors laut Hersteller nicht weiter übertakten lässt. Womöglich fragst du dich jetzt, wofür das überhaupt gut sein soll. Durch das Übertakten kannst du meistens durch wenige Klicks noch mal einiges an zusätzlicher Leistung aus deiner CPU herauskitzeln. Das geht aber nur mit sogenannten K-Prozessoren, also beispielsweise dem Intel Core i7-8700K oder Intel Core i5-8600K. Letzterer wäre für diese Zusammenstellung auch mehr als ausreichend gewesen und wäre außerdem deutlich günstiger.

Dieses Geld hätte dann wiederum in eine potentere Grafikkarte wie die GTX 1070 investiert werden können, anstelle der verbauten GTX 1060. Beim Zocken ist es nämlich meistens die Grafikkarte die zuerst an ihre Grenzen stößt und nicht der Prozessor. Dies wird oftmals auch als Bottleneck bezeichnet. In diesem konkreten Fall wird die CPU ihr volles Potential also vermutlich nicht ausschöpfen können, da die GPU dafür zu schwach ist.

Kaufen oder nicht kaufen?

Die wichtigste Frage ist jetzt natürlich, ob sich ein Kauf lohnt. Sei es der Gaming-Laptop, der Gaming-PC oder aber zusätzliche Peripherie. Fest steht, dass mit diesen Produkten eine sehr spezifische Zielgruppe angesprochen wird. Nicht nur, weil jedem dieser Produkte durch ihr Design Gaming auf die Stirn geschrieben steht. Ebenso, weil es sich hier um eine Art Rundum-sorglos-Pakete handelt. Gerade was die Gaming-PCs betrifft, die alle bereits im Vorfeld für dich konfiguriert wurden.

Bist du also eher jemand, der sich die einzelnen Komponenten komplett individuell zusammenstellt? Möchtest du außerdem stets die Freiheit haben, einzelne Komponenten jederzeit upgraden zu können? Dann entsprichst du sehr wahrscheinlich nicht der angestrebten Zielgruppe und bist vermutlich besser bedient, wenn du deinen PC selbst zusammenbaust. Solltest du aber in Sachen Gaming-Hardware noch sehr unerfahren sein und bevorzugst es, wenn alles direkt startklar ist? Dann sind die Produkte der Medion Erazer-Reihe durchaus eine Überlegung wert.

Du hast Lust bekommen, deinen eigenen PC zu bauen? Wir haben hier einige wertvolle Tipps für dich zusammengefasst.

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Die 7 goldenen Regeln für das PC-Zusammenbauen (+1 Bonus-Tipp).

Die Zukunft von Medion Erazer

Wie eingangs erwähnt, hat es momentan den Anschein als würde Medion mit seinen neuen Erazer Produkten endlich erwachsen werden. Anstelle von billigen Plastik-PCs sollen nun hochwertigere Gaming-Rechner im Fokus stehen. Zwar zeigt sich die neue Designsprache noch nicht bei jedem der Geräte, jedoch sollen laut Aussagen von Medion weitere folgen. Ebenso ist denkbar, dass neue Produkte zukünftig umso mehr dem aktuellen Trend folgen und mit noch hochwertigeren Designs aufwarten werden.

Es wäre außerdem zu hoffen, dass Medion in Zukunft noch mehr Gaming-PCs anbietet, die auf namhafte Komponenten setzen und somit mehr Freiraum bieten, was beispielsweise die nachträgliche Aufrüstung angeht. Dabei muss es auch nicht immer gleich der 5.000 Euro High End-Rechner sein, sondern ebenso Modelle für sämtliche Preisklassen darunter.

Eigentlich hast du bei Computer-Viren nichts zu lachen. Wir haben einige lustige Ausnahmen gefunden, über die du dich sogar gefreut hättest.

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Lustige Computer-Viren, die man gerne auf dem PC hätte.

Was ist dein bisheriger Eindruck der neuen Produkte von Medion Erazer und welches davon hört sich für dich am spannendsten an? Worauf achtest du sonst beim Kauf von Gaming-Hardware? Baust du deinen Rechner lieber selbst oder greifst du dann doch auf Fertig-PCs zurück? Schreib es uns gerne in die Kommentare.

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