Nach VW hat nun auch Mercedes-Benz in Paris ein Concept Car gezeigt, das den Weg in die elektrisch angetriebene Automobilzukunft weisen soll. Ganz ohne Schalter, Knöpfe und Seitenspiegel. Die Präsentation ist gleichzeitig der Startschuss für die Serienproduktion.

 

Mercedes Benz

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Mercedes-Benz Generation EQ – Design

Auf diese Vorstellung haben die Autoexperten lange gewartet: Die Traditionsmarke Mercedes-Benz stand als „Erfinder des Automobils“ und weltweiter Botschafter deutscher Ingenieurskunst schon seit einigen Jahren unter dem Druck, in Sachen E-Mobility eine Ankündigung zu machen, die Kritiker endlich verstummen lässt. Auf dem Pariser Autosalon könnte das mit der SUV-Studie Generation EQ nun gelungen sein.

Hohe Reichweite und modellübergreifende Fahrzeugarchitektur

Die Kennzahlen: Bis zu 500 Kilometer Reichweite, Gesamtleistung 300 Kilowatt (408 PS) und von 0 auf 100 Stundenkilometer in unter fünf Sekunden – das sind sportliche Werte, die den Stuttgarter Autohersteller auf Augenhöhe mit Tesla bringen sollen.

Generation EQ

Der Generation EQ unterstützt das Laden per Induktion, Wallbox und – wenn's schnell gehen muss – auch via Combined Charging System (CCS). So können in fünf Minuten rund 100 Kilometer Reichweite „getankt“ werden. Das Fahrzeug ist der Vorreiter einer neuen Mercedes-Fahrzeugarchitektur. Dahinter steht ein modularer Baukasten aus skalierbaren Komponenten, auf dem in Zukunft weitere SUVs, aber auch Limousinen und Coupés basieren sollen.

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Außen Alu und Carbon, innen Touchscreen statt Schalter

Mit einem Mix aus Stahl, Aluminium und Carbon versucht der Stuttgarter Autohersteller, den Zielkonflikt aus Stabilität und Leichtbau zu bewältigen. Das Design geht klar in Richtung Minimalismus und optimierter Luftwiderstand, so werden etwa Kameras anstelle von herkömmlichen Außenspiegeln eingesetzt. Die Karosseriefugen sind extrem schmal, die Türgriffe offenbar verschwunden.

Generation EQ

Im Innenraum ersetzt ein 24-Zoll-Widescreen-Display das klassische Cockpit. Schalter und Knöpfe sind fast keine vorhanden, die Mittelkonsole und das Lenkrad sind mit Touch-Bedienelementen ausgestattet. Wie immer bei Konzeptfahrzeugen bleibt abzuwarten, wie viel dieser futuristischen und vor allem aufsehenerregenden Optik es in ein späteres Serienmodell schafft. Ein deutliches Zeichen ist schon mal gesetzt: Mercedes will bei der Elektroauto-Revolution ganz vorne mit dabei sein.

Quellen: Daimler, auto motor und sport