Im Moment werden noch sämtliche Elektro-Autos und Hybrid-KFZ via Kabel geladen. Das könnte schon bald ein Ende haben, denn die kommende Mercedes S-Klasse soll mit Induktions-Ladetechnik aufwarten können.

 

Mercedes Benz

Facts 

Wenn Autos mit Elektromotor zur Tankstelle fahren, unterscheiden sie sich kaum von herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Anstatt an der Zapfsäule das Zapfventil in den Kraftstoffeinlass zu stecken, gehen E-Fahrer an die Steckdose und legen ein Kabel zu ihrem KFZ. Einen gewaltigen Unterschied gibt es bei der Wartezeit: Während der Diesel- oder Benzin-Tank teilweise in unter einer Minute voll ist, dauert der Ladevorgang des E-Autos deutlich länger.

Zumindest das Hantieren mit dem Kabel will Mercedes aber lösen und bringt zu diesem Zweck ein Ladeverfahren via Induktion in die kommende S-Klasse (S500e). Ab 2017 soll die neue S-Klasse mit dem System Qualcomm Halo ausgestattet sein. Ja, richtig gelesen: Der Konzern, der eigentlich für Snapdragon-Prozessoren und Schnelllade-Technologien für Smartphones bekannt ist, hat bei dem Flaggschiff von Daimler die Finger im Spiel und fungiert als Zulieferer für das Induktions-Ladeverfahren.

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Die Qualcomm-Technik mit dem Namen „Wireless Electric Vehicle Charging“ (WEVC) – zu Deutsch: kabelloses Laden von elektrischen Fahrzeugen – ist noch recht jung und die S-Klasse fungiert auch in gewisser Weise als Versuchskaninchen. Bisher wurde Halo nämlich noch nie in einem Serienfahrzeug verbaut.

qualcomm-logo

Ähnlich wie Qi...

Die Funktionsweise kann man sich ähnlich wie beim Smartphone vorstellen. Eine Spule im Inneren von Halo sowie an der Unterseite des Fahrzeuges erzeugen ein Induktionsfeld, das in elektrischen Strom umgewandelt und in die Akkus geleitet wird. Natürlich ist für die Einleitung des Ladevorgangs die richtige Positionierung des KFZs erforderlich. Bei der Einweisung sollen Licht- und Tonsignalanlagen, die beispielsweise in der heimischen Garage angebracht sind, helfen.

Geladen wird mit 85 Kilohertz und einer Leistung von 3,6 bis 22 Kilowatt. Mit welcher Leistung geladen wird, hängt von der Spule unter dem Auto ab. Für das Laden eines Akkus eines Plugin-Hybrids reiche die Leistung aus, so Qualcomm. Bei einem reinen Elektrofahrzeug müsse die Ladeleistung jedoch erhöht werden.

...nur intelligenter

Eine Besonderheit ist die Intelligenz von Qualcomm Halo. Das System erkennt zum Beispiel, ob sich ein Mensch oder ein Tier zwischen Ladeplatte und Fahrzeug befindet und pausiert den Ladevorgang. Gleiches gilt für Metallgegenstände. Damit sollen Verletzungen an Lebewesen oder Schäden an der Technik verhindert werden. Ist die Verbindung über längere Zeit blockiert, wird der Besitzer ebenfalls darüber informiert. Auf diese Weise wird verhindert, dass der Fahrer am nächsten Tag in ein Auto mit leerem Akku steigt.

Quelle: Golem.de

Mercedes-Benz Generation EQ – Design

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