Cortana: Microsoft will Sprachassistenten auf Android und iOS bringen

Tuan Le 10

Microsoft scheint große Pläne für den eigenen Sprachassistenten Cortana in petto zu haben. Unter dem Codenamen „Projekt Einstein“ arbeitet das Unternehmen aktuell an einer künstlichen Intelligenz, die das Leben der Nutzer künftig auch unter iOS und Android erheblich erleichtern soll – unter anderem, indem E-Mails analysiert und nach Informationen durchsucht werden.

Auf dem hart umkämpften Markt der mobilen Betriebssysteme schreckt Microsoft nicht davor zurück, seinen hauseigenen Sprachassistenten Cortana auch für Nutzer anderer Plattformen, insbesondere Android und iOS bereitzustellen. Während Google zum Teil Funktionen von Google Now und der Sprachsuche auch iOS-Nutzern zur Nutzung per App anbietet, ist Siri bislang Apple-Nutzern vorbehalten geblieben, ebenso wie Microsofts Cortana aktuell lediglich für Nutzer von Windows Phone 8.1 nutzbar ist. In diesem Jahr soll nicht nur die Freigabe für die anderen mobilen Plattformen erfolgen, sondern auch der Release einer Desktop-Variante des Sprachassistenten. Bis dahin dürfte es zwar noch eine Weile dauern, denn die Version für Android und iOS soll nach dem Release von Windows 10 veröffentlicht werden. Doch in der Zwischenzeit wird Cortana von Microsoft aktiv weiterentwickelt.

Meet Cortana: The New Windows Phone 8.1 Personal Assistant.

Project Einstein soll künstliche Intelligenz erschaffen

Microsoft verfolgt recht ehrgeizige Ziele bei der Entwicklung von Cortana und hat hierfür das „Project Einstein“ ins Leben gerufen. Der Name stammt nicht von ungefähr, denn Einsteins Theorie von Raum und Zeit soll sich auch in Microsofts Sprachassistenten niederschlagen. Laut Eric Horvitz, leitender Direktor von Microsoft Research und Mitarbeiter des Einstein-Projekts, sei es für den Sprachassistenten der Zukunft wichtig zu wissen, wo der Nutzer sich zu welchem Zeitpunkt befindet und was er vorhat - das klingt nicht unbedingt beruhigend für Nutzer, die um ihre Privatsphäre fürchten, doch soll es laut Horvitz in Zukunft gang und gäbe sein, dass sich künstliche Intelligenz Zugang zu unseren privaten Konversationen in Form von E-Mails verschafft.

Natürlich soll dies das Leben der Nutzer auch erheblich vereinfachen: Registriert Cortana in Zukunft etwa Flugtickets im Posteingang und stellt für den betreffenden Flug fest, dass sich dieser verspäten wird, so sucht der Sprachassistent automatisch nach alternativen Reisemöglichkeiten und zeigt diese dem Nutzer an. So fern in der Zukunft dürfte dies eigentlich nicht liegen, denn Google Inbox beherrscht genau dies bereits, nur dass die Verzahnung mit Google Now noch nicht ganz so allumfassend ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich Cortana in Zukunft unter Projekt Einstein entwickeln wird – dass man ohne Weiteres Google Now und Siri unter Android beziehungsweise iOS den Rang ablaufen wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

Quelle: Reuters

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