Enkeltrick war gestern: Tech-Betrüger nutzen neue Masche zur Abzocke

Stefan Bubeck 3

Junge Menschen – sogenannte Millennials und die Generation Z – werden immer öfter mit einer Betrugs-Masche namens „Tech Support Scam“ abgezockt. Was kann man tun, um nicht ein Opfer zu werden?

Enkeltrick war gestern: Tech-Betrüger nutzen neue Masche zur Abzocke
Bildquelle: Getty Images / MangoStar_Studio.

Den „Enkeltrick“ dürfte mittlerweile jeder kennen: Die Opfer werden angerufen, der Betrüger gibt sich dabei als Verwandter, Enkel oder guter Freund am Telefon aus und bittet um Geld. Auf diese Weise werden in erster Linie ältere Menschen ausgetrickst. Aber die Kriminellen haben eine neue Zielgruppe für sich entdeckt: Statt auf Senioren haben sie es jetzt auf junge Menschen unter 40 abgesehen.

Tech Support Scam: Wenn der Betrüger behauptet, er sei vom Microsoft-Support

Auch beim Tech Support Scam wird das Vertrauen der Opfer erschlichen. Nur gibt sich der Betrüger hier nicht als Enkel, sondern als Service-Mitarbeiter eines Technologieunternehmens aus.

Ein Beispiel: Als PC-Nutzer bekommt man unaufgefordert Anrufe von einem angeblichen Microsoft-Support, der dann behauptet, dass der Computer von einem Virus infiziert sei. Scheinbar freundlich wird zur „dringenden Installation einer Sicherheitssoftware“ geraten. Wer hier nicht schnell genug schaltet und dem Anrufer glaubt, tappt in die Falle. Statt einer „Sicherheitssoftware“ wird per Fernwartung ein Schadprogramm installiert, das dann den Rechner ausspionieren kann. Das Ziel sind Kreditkarteninformationen und Passwörter, manchmal wird auch direkt Geld für die „Service-Leistung“ gefordert.

Hier wird die „Microsoft-Support-Masche“ erklärt:
Falscher Anruf von Microsoft – Erkennen und richtig handeln

Der Tech Support Scam findet nicht nur am Telefon statt, sondern teilweise auch am Rechner selbst. So werden auch Mails, Pop-up Fenster und Browser-Weiterleitungen genutzt, um Opfer hinters Licht zu führen.

Microsoft stellt dazu klar, was wirklich Sache ist:

Microsoft führt unter keinen Umständen unaufgefordert Telefonanrufe durch, in denen angeboten wird, ein schadhaftes Gerät zu reparieren oder persönliche oder finanzielle Daten angefordert werden. Jegliche Kommunikation mit Kunden wird durch diese selbst initiiert. Microsoft kontaktiert Nutzer nicht ungefragt telefonisch, um über neue Sicherheitsupdates zu informieren.

Junge Menschen sind nicht dagegen gefeit

Die Masche an sich ist nicht brandneu, befindet sich aber im bedenklichen Aufwärtstrend. Eine aktuelle Studie von Microsoft stellt fest, dass 52 Prozent der deutschen Internetnutzer im vergangenen Jahr Opfer eines (versuchten) Tech Support Scams wurden. Vor zwei Jahren ließen sich nur 7 Prozent auf die Masche ein, im vergangenen Jahr waren es bereits 13 Prozent. Tatsächlicher finanzieller Schaden entstand bei immerhin 4 Prozent der Befragten.

Die wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass ein junges Alter und ein selbstbewusster Umgang mit digitalen Medien die Anfälligkeit nicht senken. Von den Tech Support-Scam-Opfern, die tatsächlich finanziellen Schaden erlitten hatten, waren 76 Prozent jünger als 38 Jahre. Also eigentlich eine Altersgruppen (Millennials und Generation Z), die sich mit Software, dem Internet und auch den Gefahren auskennen sollte.

Was kann man tun?

Wo der Betrüger als nächstes lauert, ist schwer zu sagen. Allgemein hilft, sich vorsichtig zu verhalten:

  • Verdächtige Pop-Ups nicht öffnen und schon gar nicht darin angezeigte Telefonnummern anrufen.
  • Telefonanrufe von angeblichen „Mitarbeitern“ bekannter Firmen nicht annehmen oder umgehend beenden.
  • Niemals einem Dritten Kontrolle über den Computer geben, außer man ist sich absolut sicher.
  • Betrugsversuche können bei Microsoft unter microsoft.com/reportascam gemeldet werden.
  • Wenn es schon passiert ist: Betrugsversuche und Betrug bei der Polizei anzeigen.

Seid ihr schon mal von dubiosen Anrufern kontaktiert worden oder seid in einem seltsamen Chat gelandet, wo sich die Gegenseite als Mitarbeiter eines Tech-Unternehmens ausgab? Schreibt uns eure Erlebnisse in die Kommentare.

Quellen: Microsoft

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