Microsoft-Geschäftsbericht: Surface-Produkte blieben 2017 hinter den Erwartungen zurück

Rafael Thiel

Der Blick auf die Geschäftszahlen offenbart, dass es Microsoft eigentlich doch recht gut geht – die Marschrichtung geht nach vorne, der Wachstum ist stabil. Allerdings gibt es ein Problemkind, und das heißt Surface.

Microsoft Surface Laptop mit Windows 10 S vorgestellt.

Insgesamt hat Microsoft im abgelaufenen Quartal, das am 30. Juni endete, satte 23,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt, 13 Prozent mehr als 2016. Umgerechnet sind das ziemlich genau 20 Milliarden Euro. Nur mal zum Vergleich: Der größte europäische Softwarehersteller SAP setzte im selben Zeitraum lediglich 5,8 Milliarden Euro um. Kein Grund zur Sorge also für Microsoft-Aktionäre, oder?

Ein kleines Detail trübt jedoch das Gesamtbild: Die Surface-Sparte schwächelt weiterhin, musste sogar Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Umsatz sank um 2 Prozent von 965 Millionen US-Dollar auf 948 Millionen US-Dollar. Das fußt wohlgemerkt auf dem Vergleich mit den Zahlen aus dem Vorjahr, die 2016 zwischen April und Juni erwirtschaftet werden konnten. Und genau darauf beruft sich Microsoft auch im Versuch, die schwachen Ergebnisse der Hardware-Abteilung zu rechtfertigen.

Surface-Laptop und neues Surface Pro sind erst seit Kurzem da

Denn laut Microsoft seien lediglich „product lifecycle transitions“ für den vorübergehenden Schwächeanfall verantwortlich – also angepasste Produktzyklen. Der neue Surface-Laptop sowie das Surface Pro sind erst seit Mitte Juni auf dem Markt und fließen somit nur marginal in die aktuellen Geschäftszahlen ein, die schließlich nur die Geschäfte bis zum 30. Juni einschließen. Zudem hat das Surface Book noch keinen Nachfolger erhalten, der aber gewiss in absehbarer Zeit folgen wird. Das Surface Pro 4 war somit länger als geplant auf dem Markt und ist dementsprechend auch im Preis enorm gefallen:

Sobald Microsoft seinen neuen Rhythmus gefunden hat und Produkte wieder erwartungsgemäß Upgrades erhalten, dürften sich auch die Geschäftszahlen stabilisieren – aktuell geben diese aber den Erfolg respektive Misserfolg der Surface-Produkte nur bedingt wider, so zumindest die Erklärung des Konzerns. Das mag in gewisser Weise auch zutreffen, wobei natürlich abzuwarten ist, wie gut sich etwa der Surface-Laptop verkauft.

Quelle: Microsoft via OnMSFT

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