Apple nahm im Rahmen des Special Event am Dienstag mehrmals Bezug auf Microsoft. Der Konkurrent aus Redmond hat jetzt mit einem Blog-Eintrag reagiert: Mit einem Surface lasse sich einfach viel produktiver arbeiten als mit einem iPad.

Die Konkurrenten, erklärte Apples CEO Tim Cook am Dienstag, seien verwirrt: Sie versuchten, PCs zu Tablets oder Tablets zu PCs zu machen. Es war klar, dass Cook damit Microsoft meinte, immerhin hatte Nokia am selben Tag neue Windows-8-Tablets vorgestellt. Auch bei der Ankündigung, dass iWork beim Kauf eines Mac, iPhone oder iPad in Zukunft kostenlos sein würde, durfte ein Microsoft-Seitenhieb nicht fehlen: Apple zeigte als Beispiel für die teure Konkurrenz das Logo von Microsoft Office.

Frank Shaw, Microsofts Vizepräsident für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, hat gestern prompt mit einem Blog-Eintrag reagiert: Die positive Berichterstattung über das Apple-Event in den Medien lasse sich wohl nur dadurch erklären, dass Apples “Reality Distortion Field“ mittlerweile weit über Cupertino heraus reiche. Mit dem Begriff bezeichnen Apples Kritiker das mutmaßliche Phänomen, dass Apple und Apples Kunden gerne bei der Bewertung der Apple-Produkte die Wirklichkeit ausblenden.

Shaw verweist darauf, dass das Surface und das Surface 2 günstiger seien als das iPad 2 und das iPad Air. Dennoch sei Microsoft Office im Lieferumfang enthalten, das deutlich leistungsfähiger und beliebter sei als Apples iWork. Dass iWork nun kostenlos sei, sei keine große Neuigkeit, der Preis sei ohnehin schon so niedrig gewesen.

Microsoft sei das Unternehmen, das Produktivitätsanforderungen der Benutzer am besten verstehe, und das setze Microsoft auch heute um: Es sei zu beobachten, dass viele Benutzer anderer Produkte zwei Geräte - ein Tablet und ein Notebook - mit sich herumtragen. Das Surface sei eine Alternative für beide. Es sei leicht, ein Tablet zu bauen, mit dem sich Zeit totschlagen lasse - man müsse Kunden nur Bücher, Musik, Videos und Spiele geben. Ein Tablet zu erschaffen, mit dem sich produktiv sein lässt, sei aber schwieriger.

Die Surfaces hätten den Vorteil des “goldenen Standards“ der Produktivitätssoftware - Office -, schnellere und präzisere Eingabemethoden wie eine Tastatur und ein Trackpad sowie die Möglichkeit, Apps und Dokumente nebeneinander darzustellen. So seien Vergleiche, Analysen und Synthesen möglich, die sich mit anderen Tablets nicht erreichen ließen.

Apple habe aufgrund dessen mit der Entscheidung, seine “strauchelnden, leichtgewichtigen Produktivitäts-Apps“ kostenlos zu machen, nicht zu einem Schlag gegen Microsoft auszuholen. Stattdessen versuche das Unternehmen einfach, auf Microsoft aufzuholen.