Es birgt nicht einer gewissen Ironie, dass einer der wichtigsten Konkurrenten von Android gleichzeitig einer der größten Nutznießer des Android-Ökosystems ist: Microsoft. Denn dank zahlreicher Patente und entsprechender Lizenzvereinbarungen verdient Microsoft beim Verkauf von fast jedem Android-Gerät mit. Wie viel das genau ist, weiß niemand so richtig; die Website The Next Web liefert nun jedoch eine Schätzung, die von mehr als 1,6 Milliarden Dollar im Jahr 2013 ausgeht.

Wir haben auf androidnext schon verschiedentlich über Microsofts Lizenzabkommen mit Android-Geräteherstellern wie HTC, Samsung, ZTE und anderen berichtet. Zwischenzeitlich wurden weitere Deals abgeschlossen, unter anderem mit Foxconn als wichtigem ODM, also Hersteller für Android-Hardware im Auftrag anderer Firmen.

Leider schlüsselt Microsoft die Einnahmen aus Patentdeals in seinen Bilanzen nicht gesondert auf. Allerdings ist es möglich, zumindest einen groben Rahmen abzustecken, in dem sich dieser Betrag bewegt.

The Next Web macht aktuell eine Rechnung auf, die auf mehreren Faktoren basiert: Zum einen den Quartalsergebnissen von Microsofts EDD-Division, die allerdings neben Lizenzeinnahmen auch die Umsätze von Skype, Xbox und Windows Phone beinhaltet. Des weiteren inkorporiert die Rechnung eine Schätzung der Einnahmen von Microsoft auf Basis der angenommenen Lizenzeinnahmen pro Gerät - The Next Web geht von, konservativ geschätzt, durchschnittlich 3 Dollar pro Device aus — sowie anhand der insgesamt aktivierten Android-Geräte. Für 2013 werden das mutmaßlich 860 Millionen Smartphones und Tablets sein. Allerdings haben nicht alle Hersteller Vereinbarungen mit Microsoft getroffen, „nur“ zwischen 50 und 80 Prozent der verkauften Geräte sind betroffen.

Insgesamt kommt The Next Web zu dem Schluss, dass Microsoft 2013 rund 1,6 Milliarden Dollar Umsatz mit Lizenzvereinbarungen macht, die Android-Geräte betreffen. Dieser Umsatz ist fast 1:1 in Gewinn umzurechnen. Zum Vergleich: Mit Windows hat Microsoft im vergangenen Quartal knapp 3,46 Milliarden Dollar operativen Gewinn gemacht.

Mag sein, dass es eine ganze Menge unbekannter Variablen in dieser Rechnung gibt und die echte Summe abweicht; das ist allerdings alles, was wir haben. Die Tendenz dürfte freilich stimmen. Soll heißen, Android ist bereits jetzt ein signifikanter Faktor in Microsofts Bilanzen, diese Gelder fließen en passant und risikolos. Und nicht nur das: Je mehr Android wächst — Analysten gehen von 1,5 Milliarden aktivierten Geräten im Jahr 2017 aus — desto höher steigt der Umsatz.

Quelle: TNW