Man könnte fast meinen, dass Technologie-Konzerne alleine US-amerikanische Gerichte in Atem halten. Der neueste Fall: Microsoft reicht im Bundesstaat New York eine Klage gegen Samsung ein. Es geht – mal wieder – um Patente, Lizenzgebühren und eine nicht eingehaltene Vereinbarung. Während in Redmond auf ausgemachte Lizenzzahlungen gepocht wird, behauptet Samsung, dass der im Jahre 2011 geschlossene Deal durch die Übernahme von Nokia hinfällig sei. Beide Unternehmen beharren auf ihrem Standpunkt, weswegen die Sache jetzt vor Gericht geht.

Es war aber auch verdächtig ruhig in letzter Zeit, doch nun haben wir den nächsten Clinch: Aus der damals als „tiefere Partnerschaft“ angepriesenen Vereinbarung von 2011 zwischen Microsoft und Samsung scheint ein gerichtlicher Streit zu werden. Das Redmonder Unternehmen hat eine Klage gegen Samsung eingereicht und bezichtigt das südkoreanische Unternehmen des Vertragsbruchs. Nach „Monaten“ des Redens wolle man nun auf diese Weise „sein Recht durchsetzen“, so der Konzern in einer offiziellen Stellungnahme. Vor drei Jahren hatten sich beide Unternehmen auf einen Lizenzdeal geeinigt, wonach Samsung für jedes verkaufte Galaxy-Smartphone eine pauschale Lizenzgebühr abtreten muss. Diese Zahlungen wurden jedoch in diesem Jahr eingestellt, da Samsung seinerseits darauf pocht, dass der Vertrag durch die Übernahme von Nokia nichtig sei. „Samsung hat in einer Reihe von Briefen und Gesprächen klar gestellt, dass wir eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit über die Bedeutung unseres Vertrags haben.“, sagte David Howard, Microsoft Corporate Vice President und Deputy General Counsel.

Ein möglicher Grund für die Haltung der Südkoreaner könnte eine im November letzten Jahres ausgehandelte Fortführung des Lizenzdeals mit Nokia sein. Denn infolge der Akquisition durch Microsoft wurde diese Vereinbarung annulliert. Ebenso geht es bei dem Streit natürlich um viel Geld, wie Howard durchblicken lässt: „Samsung hatte [2011] vorausgesagt erfolgreich zu sein, doch niemand hätte sich damals vorstellen können, dass ihre Verkaufszahlen von Android-Smartphones derartig steigen würden“. 2011 beliefen sich die Zahlen der ausgelieferten Smartphones Samsungs übrigens „nur“ auf 82 Millionen Android-Geräte, 2013 waren es bereits beträchtliche 313 Millionen. Man erhofft sich nun, dass das Gericht die Meinungsverschiedenheit „klären“ werde und der Vertrag fortgesetzt werden könne. Denn: „Microsoft würdigt und respektiert die Partnerschaft mit Samsung und erwartet, dass diese bestehen bleibt“. Sprich: In Redmond will man weiterhin kräftig am Erfolg der Südkoreaner mitverdienen. Samsung hingegen kommentierte lediglich knapp, dass man den Vorwurf „reevaluieren“ und mit „angemessenen Maßnahmen reagieren“ werde. Damit scheint eine außergerichtliche Einigung in der näheren Zukunft wohl eher unwahrscheinlich.

Quellen: Microsoft Blog, ZDNet [Tablet Community]