Touchscreen-Evolution: Microsoft forscht an latenzfreier Eingabe

Frank Ritter 5

Nachdem die technische Entwicklung bei Touchscreens jahrelang stagnierte, kommt langsam Bewegung in die Sache. Verschiedene Forschungsanstrengungen versprechen deutliche Verbesserungen in den nächsten Tablet- und Smartphone-Generationen. So zeigt Microsoft beispielsweise, wie viel präziser ein Touchscreen sein kann, wenn man die Verzögerung zwischen Berührung und Anzeige minimiert.

Touchscreen-Evolution: Microsoft forscht an latenzfreier Eingabe

Verschiedener Hersteller wollen derzeit das Konzept der kapazitiven Touchscreens erweitern, verbessern oder gar ersetzen: Sony macht mit der gestern vorgestellten Floating Touch-Technologie Berührungen überflüssig - das Gerät registriert bereits, wenn ein Finger in der Nähe des Screens sind. Auf dem MWC hatten wir uns mit einem Vertreter der Firma Neonode unterhalten, die einen hochpräzisen Touchscreen auf optischer Basis entwickelt, der Fingerpositionen registriert und auf dem man sogar mit Pinseln zeichnen kann.

Auch Microsoft forscht derzeit an Touchscreens, will dabei aber die konventionelle kapazitive Technik verbessern. In Redmond hat man erkannt, dass die Zeit zwischen Berührung von Finger und Anzeige der daraus resultierenden Aktion auf einem Touchscreens derzeit bei allen Geräten sehr lange dauert. Das wird vor allem bei Geräten deutlich, die einen Stylus verwenden. In unseren Hands-Ons des LG Optimus Vu zeigte sich die Schreibspur, die man in einer App für handschriftliche Notizen zeichnete, erst mit deutlicher Verzögerung. Das vermindert das Gefühl deutlich, man habe es hier mit einem Schreibblock zu tun.

Was aber, wenn dieser diese Latenz („Lag“) minimiert wird? Microsoft Research kommt in eigenen Experimenten zu dem Schluss, dass ein enormer Unterschied in Sachen Intuitivität zwischen den derzeit üblichen Lag-Zeiten von 100 ms und einer heruntergeschraubten Latenz von nur 1 ms liegt. Das dürfte jedem einleuchten, der mal online einen First Person Shooter gespielt hat. Trotzdem sind die Unterschiede verblüffend, die Microsoft in diesem Video zeigt.

Wir würden uns freuen, wenn Smartphone-Hersteller diesem Pfad folgen und responsivere Touchscreens mit geringerer Latenz produzieren würden - ob nun optisch oder kapazitiv. Was glaubt ihr - Touchscreens welcher Art werden in den nächsten Jahren in neue Geräte einziehen? Eure Einsichten in die Kommentare.

[via NewGadgets, Danke auch für den Tipp an unseren Leser Alfred B.]

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