Seit dem Nexus 4 bemüht sich Google, die eigenen Nexus-Geräte mit einem exzellenten Preis-Leistungsverhältnis an den Mann zu bringen. Angesichts des rasanten Verfalls von Preisen in der Smartphone-Branche stellt sich aber die Frage, wie günstig Nexus-Smartphones noch werden können. Aktuellen Gerüchten zufolge ist nun ein Nexus für unter 100 Dollar in Planung. Als Lieferant der CPUs ist MediaTek im Gespräch, entwerfen könnte das Gerät die Noch-Google-Tochter Motorola.

Ein kurzer Blick zurück in die jüngere Android-Geschichte: Als Google das Nexus 4 (Test) im Herbst 2012 vorstellte, waren Presselandschaft und Android-Fans unisono verblüfft, dass es möglich war, ein Smartphone auf dem aktuellsten Stand der Technik ab 299 Dollar/Euro zu verkaufen. Heutzutage bekommt man gute Smartphones wie das Moto G schon für etwas mehr als die Hälfte. Absolute High-End-Geräte wie das Nexus 5 und bald auch das OnePlus One sind für deutlich unter 400 Euro zu haben, teure Flaggschiffe wie Samsung Galaxy S4 und HTC One kosten nach einigen Monaten ebenfalls mehrere hundert Euro weniger als bei Release. Im Einsteigerbereich wurde auf dem MWC 2014 mit dem Nokia X (Hands-On) ein brauchbares Smartphone für unter 100 Dollar gezeigt. Sprich: Der Preiskampf ist hart, Kunden können gute Smartphones so günstig wie nie kaufen.

Stellt sich die Frage, wie es für Google mit dem Nexus-Programm weitergeht. Jüngsten Gerüchten zufolge plant Google nun ein Nexus-Smartphone mit Einsteiger-Spezifikationen zum Preis von rund 100 Dollar. Quelle des Gerüchtes ist eine chinesische Website, die sich mit Neuigkeiten zu den Chips von MediaTek befasst. Diese werden, insbesondere seit dem vergangenen Jahr, in zahlreichen preiswerten Geräten verbaut und überzeugen mit einem guten Verhältnis zwischen Preis, Leistung und Energieeffizienz. Laut der Publikation habe sich Google mit MediaTek zusammengeschlossen, um ein Nexus-Smartphone im Preisbereich um 100 US-Dollar zu entwerfen. Ob dabei ein weiterer Hardware-Partner involviert ist, wird derweil nicht genannt – ist aber wahrscheinlich.

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Angebliche Spezifikationen des „Moto E“

Dieser Partner könnte Motorola sein. Denn die Noch-Google-Tochter – deren Übernahme durch Lenovo noch nicht abgeschlossen ist – hat mit dem Moto G Erfahrung darin, ein preiswertes und gute verarbeitetes Gerät mit angemessener Leistung zu bauen, das am Markt Erfolg hat. Das brasilianische TechnoBlog will erfahren haben, dass Motorola ein Gerät in der Pipeline hat, das noch niedrige Spezifikationen als das Moto G aufweist. Mit einem 4,3 Zoll-Display und 1,2 GHz Dual Core-Prozessor, maximal 3G-Konnektivität, 4 GB internem Speicher, 1.900 mAh-Akku, 5 MP-Kamera und Android 4.4 soll das derzeit „Moto E“ genannte Smartphone mit optionaler Dual SIM-Funktion immer noch genug Leistung für den Alltag bringen. Im Mai soll das Gerät auf den Markt kommen. Die Spezifikationen ähneln dem Nokia X stark – könnte es sich hierbei nicht auch um das Billig-Nexus handeln, beziehungsweise dessen technische Vorlage?

Dass Google es auf Entwicklungsländer als neuen Markt für Android-Devices abgesehen hat, ist nicht nur aufgrund zahlreicher entsprechender Aussagen aus der Google-Chefetage klar, laut denen man dort „die nächste Milliarde“ Smartphone-Nutzer sehe. Auch Initiativen wie Project Loon, Ara und die Optimierungen für Geräte mit geringen Ressourcen in Android 4.4 KitKat weisen deutlich in diese Richtung. Nicht zuletzt aufgrund des Nokia X steht Google unter Zugzwang. Aus diesem Grund halten wir die Gerüchte um ein 100 Dollar-Nexus für glaubhaft. Ob dieses mit Motorola oder einem anderen Hersteller realisiert wird, muss sich noch erweisen.

Quellen: MTKsj.com (Google-Übersetzung), TechnoBlog (Google-Übersetzung) [via Phandroid, G For Games]