Google verkauft Motorola Mobility an Lenovo

Florian Matthey

Eine kurze Ehe geht zu Ende: Rund zwei Jahre nach der Übernahme von Motorola Mobility möchte Google den Smartphone-Hersteller jetzt wieder verkaufen. Beim Käufer handelt es sich um Lenovo; die Zustimmung der chinesischen und der US-Regierung steht noch aus.

Im August 2011 gab Google die Pläne, die Mobilfunk-Sparte von Motorola zu übernehmen, bekannt. Stolze 12,5 Milliarden US-Dollar hat sich das Unternehmen den Kauf von Motorola Mobility seinerzeit kosten lassen. Die Übernahme war im Mai 2012 abgeschlossen, seitdem ist Motorola Mobility eine Google-Tochter.

Jetzt soll die Verbindung zwischen den beiden Unternehmen aber schon wieder gelöst werden: Nachdem in China Gerüchte um einen Verkauf an Lenovo aufgetaucht waren meldete sich der Google-CEO Larry Page mit einem Blog-Eintrag ganz offiziell an die Business-Welt. Google habe gerade eine Übereinkunft mit Lenovo unterzeichnet, der Kaufpreis werde 2,91 Milliarden Dollar betragen - also fast 10 Milliarden Dollar weniger als das, was Google damals bezahlte.

Page beschreibt in dem Blog-Eintrag, was das Motorola-Management in den letzten Jahres erreicht habe - das Team habe tolle Arbeit geleistet und Motorola „neu erfunden“, Motorola stelle nun weniger, aber dafür tolle Smartphones her, die sich wirklich gut verkauften. Auch für 2014 sei das Unternehmen gut aufgestellt.

Der Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt sei jedoch sehr hart, und es sei hilfreich, wenn man sich voll darauf konzentriere, Geräte herzustellen. Aus diesem Grund glaube Google, dass Motorola bei Lenovo in besseren Händen sei. Lenovo verfüge schon jetzt über ein schnell wachsendes Smartphone-Geschäft und sei immerhin der größte PC-Hersteller der Welt, der auch noch am schnellsten wachse. Motorola-Produkte würden bei Lenovo übrigens weiterhin erkennbar bleiben - so, wie es bei IBMs ThinkPads der Fall war.

Das bedeute nicht, dass Google nicht weiterhin auch ein Hardware-Hersteller sein werde - was am Körper tragbare Geräte wie Google Glass und Geräte für den Heim-Bereich betreffe, seien die Märkte ganz anders aufgestellt als der Smartphone-Markt. Hier freue sich Google darauf, tolle neue Produkte herzustellen.

Der Motorola-Übernahme durch Lenovo müssten die Regierungen der USA und Chinas noch zustimmen. Derweil werde Google einen Großteil der Motorola-Patente behalten, um weiterhin „das ganze Android-Ökosystem zu verteidigen“.

Einige Beobachter meinten im Rahmen der Motorola-Übernahme durch Google seinerzeit, dass es der Android-Entwickler möglicherweise in erster Linie auf Motorolas geistiges Eigentum abgesehen habe, um sich für den Patentkrieg mit Apple und Co. zu wappnen. Die jüngste Entwicklung spricht wenigstens dafür, dass die Patente eine entscheidende Rolle gespielt haben.

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