Motorola: 40 Euro-Smartphone in Planung

Tuan Le 11

Wie günstig kann ein Smartphone sein? Diese Frage stellen sich im Moment scheinbar immer mehr Hersteller und versuchen Kunden mit immer günstigeren Geräten zu locken. Erst kürzlich wurde das JiaYu F1 in China vorgestellt, welches gerade einmal 36 Euro kostet. Auch Motorola ist laut eines Interviews mit CEO Dennis Woodside dabei, an einem Smartphone zu arbeiten, das für umgerechnet 40 Euro angeboten werden soll.

Genau genommen sind günstige Smartphones für Motorola natürlich schon seit längerem ein Thema - erst in der jüngeren Vergangenheit hat man mit dem Moto G einen echten Preisbrecher auf den Markt gebracht. Mit seinem 4,5 Zoll großen 720p-Display, Quad-Core-CPU und Android 4.4 ist es zu einem Preis ab 169 Euro eines der preiswertesten Geräte mit Mittelklasseausstattung auf dem Markt. Dennis Woodside, seines Zeichens CEO von Motorola, gab allerdings in einem Interview mit trustedreviews zu Protokoll, dass auch 169 Euro für viele Kunden noch ein zu hoher Preis seien. Während viele Kunden in Deutschland sich schon an weit höhere Smartphone-Preise gewöhnt haben, sei ein Preis von 200 US-Dollar in vielen Teilen der Welt einfach nicht bezahlbar.

Zudem will Motorola im Moment ja gerade die Nutzer für sich gewinnen, die im Moment noch gar kein Smartphone besitzen und stattdessen gerade aufgrund des günstigeren Preises auf Feature-Phones setzen. In einem weiteren Interview ließ er kürzlich bereits durchsickern, dass man an einer günstigeren Version des Moto G arbeite. Nun wurden diese Aussage nochmals konkretisiert: so sind 50 US-Dollar das vorgegebene Preislimit für das Budget-Gerät – umgerechnet also knapp 40 Euro. Das ist eine äußerst ehrgeizige Zielsetzung und es bleibt abzuwarten, wo die Kunden bei einem solch günstigen Preis Abstriche machen müssen.

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Das Moto G ist ein wahrer Preis-Leistungsknaller.

Damals bei der Planung des Moto G war die Zielsetzung ähnlich ehrgeizig: Ein Smartphone, besser als das iPhone 5 und das zu einem Drittel des Preises, waren die Anforderungen an die Ingenieure - so der CEO im Interview mit dem YouTuber MKBHD. Was bis dahin geradezu unmöglich erschien, wurde mit dem Moto G für viele Wirklichkeit, auch wenn der Vergleich zum iPhone 5 sicherlich etwas weit hergeholt ist. In seiner Preisklasse ist das Moto G allerdings ungeschlagen und lässt durchaus Spannung aufkommen, was für ein Smartphone Motorola für einen Preis liefern kann, der bislang Feature-Phones vorbehalten ist.

Woodside gibt im Interview zudem an, dass man nicht nur das Niedrigpreis-Segment anvisiert, sondern auch den High-End-Sektor im Auge hat: Hier will Motorola eher auf Personalisierung à la Moto Maker anstelle von innovativer Hardware setzen. Anstatt sich an dem Kampf um immer stärkere Hardware zu beteiligen, möchte man den Kunden eine gute Mischung aus Funktionalität und individuell gestaltbarem Design bieten – die Individualisierbarkeit des Moto X – zumindest in den USA – gibt bereits einen Ausblick auf das, was über kurz oder lang auch nach Europa kommen dürfte. Zukünftig soll es bei der Auswahl der Gehäusefarbe oder des Speichers nicht aufhören, sondern Nutzer sollen sich beispielsweise sogar die Displaygröße und weitere Dinge auswählen können. Ob er hier auf Motorolas Project Ara anspielt, mit dem das Unternehmen ein modulares Smartphone realisieren will?

Was sagt ihr zum 40-Euro-Smartphone – machbar oder nicht?

Quelle: TrustedReviews [via SmartDroid]

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