Motorola: Konzernchef Dennis Woodside über 2014, Moto G und X, Tablets und den Moto Maker

Andreas Floemer 4

Motorola-Chef Dennis Woodside scheint ein gesprächiges Kerlchen zu sein. Erst kürzlich stand er YouTuber Marques Brownlee Rede und Antwort, nun gab er dem britischen Techportal Pocket-Lint im Laufe der CES 2014 ein umfassendes Interview. Zur Sprache kamen unter anderem bessere Konfigurationsoptionen des Moto Makers, Motorola-Tablets, Wearables und worauf sich das Unternehmen 2014 konzentrieren will.

Motorola: Konzernchef Dennis Woodside über 2014, Moto G und X, Tablets und den Moto Maker

Dennis Woodside ist seit der Übernahme Motorola durch Google für die Geschicke des Unternehmens und dessen Umstrukturierung verantwortlich. Bislang scheint er gute Arbeit zu leisten: die neuen Produkte wie das Moto X und Moto G sind beliebt und besitzen interessante Eigenschaften. Das Moto X, das gerade erst für den deutschen Markt angekündigt wurde, ist handlich, schick und mithilfe des Moto Makers individuell konfigurierbar, wobei letztes Features noch nicht hierzulande verfügbar ist – so etwas liefert kein weiterer Hersteller auf dem Markt. Das Moto G hingegen bietet ein großartiges Preis-/Leistungsverhältnis, dank seiner Ausstattung kann es überdies performancetechnisch mit dem Nexus 4 und dem Galaxy S3 mithalten – es ist daher kein Wunder, dass es bei Amazon den einnimmt. Darüber hinaus muss man Motorola zugute halten, dass sie bei der Bereitstellung von Updates rasend schnell sind: Für Moto X als auch Moto G sind Updates auf Android 4.4 KitKat bereits veröffentlicht worden – das Ganze sah vor geraumer Zeit komplett anders aus.

Diese beiden Produkte sind laut Woodside aber erst der Anfang. 2014 wird seinen Aussagen zufolge ganz im Zeichen von Smartphones stehen. Motorola war eine ganze Weile nicht mehr unter den Top-Herstellern in der Smartphone-Welt, dies wolle man wieder ändern, weshalb sich das Unternehmen vorerst vollkommen diesem einen Produktzweig verschreiben wird. In den USA sei man mit den aktuellen Geräten auf dem besten Weg – laut Woodside steht Motorola auf Rang 3 direkt hinter Samsung und Apple.

Moto X womöglich mit weiteren Konfigurationsoptionen

MotoX-wood

Die positive Entwicklung Motorolas scheint auch mit dem individuell zusammenstellbaren Moto X über den Moto Makers zu tun haben – laut Woodside nutzen 25 Prozent aller Kunden diese Option. Die Konfigurationsmöglichkeiten, die der Moto Maker bereithält, sollen zukünftig noch erweitert werden: Kunden wünschen sich laut Motorola-CEO Woodside die Möglichkeit ihr eigenes Smartphone zusammenstellen zu können – dabei höre es aber nicht bei Farbe und Gehäusematerial auf, sondern auch bestimmte Funktionen könnten Bestandteil des Smartphone-Baukastens sein. Hier ging er allerdings nicht auf Details ein. Interessant wäre natürlich Kameras, Prozessor oder die Akkugröße auszuwählen – doch warten wir ab, womit Motorola uns diesbezüglich überrascht.

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Günstigeres Moto G in Planung

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Auch zum Moto G äußerte Dennis Woodside sich. Mit diesem Produkt scheint er für den Anfang zufrieden zu sein, zudem zeigte sich durch dieses Gerät, dass die Nachfrage nach einem qualitativ hochwertigen Produkt zu einem erschwinglichen immens hoch sei. Das Moto G mit 8 GB Speicher kostet ohne Vertrag 169 Euro (beziehungsweise 179 US-Dollar in den USA), was in den USA sehr günstig ist, in anderen Regionen der Welt sei dieser Preis für ein Mittelklasse-Phone aber noch zu hoch. Aus diesem Grund arbeite man bei Motorola daran, noch günstigere Moto Gs zu entwickeln, um die fünf Milliarden Menschen, die noch ohne Telefon sind, abzuholen.

Tablets mit Moto Maker-Option & Wearables im Blick

Auch wenn Motorola derzeit genug mit Smartphones zu tun hat, ging Woodside auch auf andere Produkte ein: Was Tablets anbelangt, behalte man diese Produktkategorie im Auge. Man erhalte bei Motorola regelmäßig Anfragen, ob es nicht auch möglich sei, Tablets wie das Moto X per Moto Maker anzubieten. Woodside zufolge existiere ein Weg, doch dafür sei es noch nicht an der Zeit.

Ähnlich entgegnete er auch auf die Frage, wie es um Wearables bestellt sei. Man habe zwar Ideen und Erfahrungen auf dem Gebiet von In-Ear-Headsets mit Bluetooth-Konnektivität, doch etwas Konkretes gäbe es noch nicht. Ihn scheinen indes die enorm großen Kopfhörer zu stören, mit denen viele herumlaufen – ein kleiner, robuster und unauffälliger Ohrhörer würde ihm eher zusagen.

motorola-motoactv

Durch das MotoActv habe man bei Motorola zudem eine gewisse Expertise im Feld der Smartwatches sammeln können. Insbesondere was Energiemanagement und Miniaturisierung von Sensoren angeht, habe man vieles gelernt. Es schwirren allerhand Ideen herum, allerdings noch nichts Spruchreifes.

Diesbezüglich ging er zudem auf einige Probleme ein, die es bei aktuellen Smartwatches gäbe. So seien manche einfach nicht schick, besäßen oftmals im Vergleich zum Smartphone ein zu dunkles Display, sie seien zerbrechlich und vielen dieser Produkte fehle es einfach an einem Killerfeature. Viele Hersteller haben sich zu diesen Punkte kaum oder wenig Gedanken gemacht, bevor sie ihr Produkt auf den Markt gebracht haben, so Woodside. Daher hält man sich bei Motorola mit der Vorstellung einer Smartwatch zurück: Sobald man ein Produkt fertig habe, auf das man stolz ist, werde man es vorstellen.

Kurz gefasst: Motorola wird 2o14 einen Fokus auf Smartphones legen, ein noch günstigeres Moto G vorstellen, ferner soll der Moto Maker neue Konfigurationsoptionen erhalten (und womöglich in andere Länder kommen). Ob in diesem Jahr Wearables von Motorola kommen, ist zudem durchaus möglich, garantiert wird es aber nicht. Man kann gespannt sein, womit uns das Google-Unternehmen in diesem Jahr überraschen wird  – außer den „handelsüblichen“ Produkten wird zusätzlich bekanntlich noch am „Project Ara“ gewerkelt. Ein erster Protoyp des modularen Smartphones soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

Quelle: Pocket-Lint

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