Motorola Mobility: Übernahme des Smartphone-Herstellers durch Lenovo abgeschlossen

Tuan Le

Es ist vollbracht: Die Übernahme von Motorola Mobility durch Lenovo ist abgeschlossen, wie beide Konzerne heute morgen bekannt gaben. Mit der Übernahme wandert die einstige Smartphone-Tochter von Google in den Besitz der Chinesen, wenngleich man auf ein Rebranding verzichtet. Vielmehr soll Motorolas Reputation dabei helfen, unter anderem bei den europäischen Kunden noch mehr Anklang zu finden.

Motorola Mobility: Übernahme des Smartphone-Herstellers durch Lenovo abgeschlossen

Nun ist es endgültig: Motorola Mobility ist, fast ein Jahr nach der offiziellen Ankündigung, endlich ein Teil von Lenovo. Lenovo spricht hierbei selbst von einem historischen Meilenstein für die beiden Unternehmen und tatsächlich ist es ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Tech-Branche mit bislang noch ungewissen Konsequenzen. Lenovo selbst erhofft sich jedenfalls ein weiteres Wachstum und sieht sich selbst auf Platz drei der führenden Smartphone-Hersteller hinter Samsung und Apple - nicht ganz souverän, denn ohne die Übernahme von Motorola läge man noch hinter dem Rivalen Xiaomi, ebenfalls aus China.

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Fest steht jedenfalls, dass es künftig weiterhin Smartphones mit dem Motorola-Logo geben wird - keine Selbstverständlichkeit im Hinblick auf das Ende der Nokia-Lumia-Smartphones nach der Übernahme der Finnen durch Microsoft. Das Hauptquartier von Motorola wird weiterhin in Chicago verbleiben, wobei auch die 3.500 Mitarbeiter vorerst wohl ihren Arbeitsplatz behalten werden. Motorola hat außerdem versprochen, den unter Google-Herrschaft eingeschlagenen Kurs beizubehalten, zeitnahe Updates für Smartphones mit nahezu unveränderten Vanilla-Android-Versionen bereitzustellen. Lenovo weiß die Erfolge von Motorola zu schätzen und freut sich insbesondere darüber, Geräte wie das Moto X, Moto G und Moto E sowie die US-amerikanische Droid-Serie ins eigene Portfolio mit aufnehmen zu dürfen. Während ein Großteil der Patente von Motorola bei Google verbleibt, werden zugleich Lizenzen für Motorola ausgestellt, die somit problemlos unter der Ägide von Lenovo weiter genutzt werden können. Die Gesamtkosten für die Übernahme betrugen 2,91 Milliarden US-Dollar, von denen 660 Millionen US-Dollar direkt bezahlt worden sind und 750 Millionen weitere US-Dollar in Aktien an Google übertragen werden. Die übrigen 1,5 Milliarden werden innerhalb der nächsten drei Jahre an Google gezahlt. Zusätzlich musste Lenovo allerdings weitere 228 Millionen US-Dollar an Google für das Kapital überweisen, welches zum Zeitpunkt der Übernahme von Google in Motorola investiert worden war.

Die notwendigen Behördengänge zur Vorbeugung von Wettbewerbsklagen hat Lenovo ebenfalls allesamt durchlaufen, sodass keine weiteren Einwände mehr zu erwarten sind. Durch die Übernahme erhoffen sich die Chinesen insbesonder in Europa stärkere Wachstumsraten. Bis zum Ende dieses Jahres sollen dadurch mehr als 100 Millionen mobile Geräte, inklusive Smartphones und Tablets, von Lenovo verkauft werden. Unklar bleibt, ob Lenovo in Zukunft noch eigene Smartphones nach Europa bringen wird oder sich tatsächlich auf die Marke Motorola verlässt, um in hiesigen Gefilden Fuß zu fassen.

Welche Auswirkungen wird die Übernahme von Motorola durch Lenovo künftig haben? Schreibt eure Prognosen, Hoffnungen und/oder Befürchtungen gerne in die Kommentare.

Quellen: Lenovo, Motorola

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