Motorola-Patent: So reparieren sich Smartphones bei Display-Brüchen selbst

Stefan Bubeck

Motorola arbeitet offenbar an einer futuristischen Lösung für gebrochene Displays bei Smartphones und Tablets: Sie sollen sich über Nacht selbst heilen. Wie funktioniert das?

Motorola-Patent: So reparieren sich Smartphones bei Display-Brüchen selbst
Bildquelle: istock.com / comzeal.

Das US Patent and Trademark Office hat einen Antrag veröffentlicht, der dem zur Lenovo Group gehörenden Unternehmen Motorola Mobility LLC zugeschrieben ist. Mit Hilfe eines Shape-Memory-Polymer soll sich das hier beschriebene Display nach einem Unfall zurück zu seiner ursprünglich Form verwandeln. Kurz gesagt: Ein Bruchschaden im „Glas“ wächst von alleine wieder zu. Dazu müsste der Besitzer des Smartphones einfach die betroffene Stelle markieren und könnte per App den Reparaturprozess in Gang setzen.

Das flexible Polymer der Oberfläche reagiert auf Wärme, diese wird vom Smartphone selbst erzeugt. Thermo-Elemente unter dem Display könnten gezielt bestimmte Bereiche erhitzen und so in einer Art Schmelzprozess Brüche ganz oder „zumindest zum Teil“ rückgängig machen. Für diesen Vorgang könnte das Handy über Nacht in ein spezielles Dock gestellt werden, wo der notwendige Strombedarf für die Reparatur sichergestellt ist. Während der Selbstheilung darf das Display nicht berührt werden.

Das gesamte Patent-Dokument umfasst 27 Seiten und kann beim amerikanischen Patentamt eingesehen werden. Wir haben die aussagekräftigsten Bilder zusammengetragen:

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Selbstheilendes Display: Baldiger Einsatz ungewiss

Ein Patent ist lediglich ein Hinweis auf mögliche Produktentwicklungen und bei weitem keine Garantie dafür, dass die beschriebene Idee jemals umgesetzt wird. Auch hier muss man sich fragen, wie realistisch eine Umsetzung tatsächlich ist, denn die benötigten Zusatzkomponenten (Dock, Thermo-Elemente) dürften die Kosten für ein Smartphone oder Tablet nach oben treiben. Faszinierend ist die an den flüssigen Terminator-Bösewicht T-1000 erinnernde Technologie allemal.

Moto Z2 Force vorgestellt.

Deutlich praxisnäher, billiger und vor allem bereits erhältlich: Lenovo verkauft in den USA seit kurzem das Moto Z2 Force, welches – ebenso wie das Moto X Force – mit einem besonders robusten fünfschichtigen Displayglas ausgestattet ist. Im Video verspricht der Hersteller absolute Bruchsicherheit. Wer hier allerdings doch (irgendwie) einen Bruch oder Riss erzeugen sollte, dem bleibt nur der herkömmliche Ausweg: Der Gang zur Werkstatt, die das Display dann austauscht.

Quelle: US Patent and Trademark Office

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