Motorola: Smartphones in Zukunft näher an Stock-Android

Philipp Süßmann 9

Mobilfunkveteran Motorola plant eine erfreuliche Strategieänderung in puncto Betriebssystem: In Zukunft wolle man auf seinen Smartphones näher an Stock-Android bleiben, um schneller Updates gewährleisten zu können.

Motorola: Smartphones in Zukunft näher an Stock-Android

Viele Android-User werden es kennen: Die Wartezeit, bis auf dem Smartphone endlich einmal die neueste Android-Version ankommt, kann oft zur Geduldsprobe werden. Da können zwischen dem offiziellen Release und dem Ausrollen auf dem Gerät mehrere Monate vergehen, wenn man denn nicht bangen muss, ob man überhaupt ein Update bekommt. Je tiefer die Hersteller mit ihren eigenen Benutzeroberflächen (TouchWiz, Sense, Blur, etc…) in die Android-Software eingreifen, umso komplizierter wird die Portierung und dauert dementsprechend länger.

Nachdem Motorola nun seit einigen Monaten offiziell zu Google gehört, sitzt man ja quasi an der Quelle – kann/sollte/muss also bei künftigen Smartphone-Modellen auf eigene, zusätzliche UIs verzichten und direkt „Android pur“ anbieten. Das ist allerdings gar nicht so einfach und Schuld daran sind die US-Provider: Die haben in den USA was die Anpassung von Modellen angeht, ein deutliches Stückchen mehr mitzureden, als bei uns – so verlangt Verizon von Motorola, dass das RAZR HD mit einem eigenen Verizon-Skin und anderer Verizon-Software ausgestattet wird. Eine Forderung, der Motorola wohl wegen vertraglicher Verpflichtungen nachkommen musste. Solche Faktoren wolle man allerdings in Zukunft so gering halten, wie möglich.

Rick Osterloh, Senior Vice President of Product bei Motorla, erklärte am vergangenen Montag Reportern, welche Pläne man bei Motorola in Bezug auf Android habe und sprach sich dabei für möglichst wenig Abweichungen von Stock-Android aus:

In Zukunft werden wir versuchen, so nahe an der Basis zu bleiben, wie möglich, denn wir glauben, dass das das Richtige für die Nutzer ist. Wir glauben, dass Nutzer Upgrades schnell haben wollen und diese Updates auch auf lange Sicht. Das ist also etwas, worauf wir uns konzentrieren wollen. Es ist ein bisschen anders als das, was viele andere Markenproduzenten tun und mit Sicherheit auch anders, als Motorola es in der Vergangenheit gemacht hat; aber das wird in Zukunft unsere Strategie sein.

Viele Android-Fans sind von dem Update-Tohuwabohu genervt und wünschen sich schnelleren Service, weswegen Motorola hier durchaus einen Nerv trifft. Sollte der Konzern auch überzeugen können, was die Gerätequalität angeht, könnte diese Strategie Motorola zu einer Renaissance verhelfen und das Unternehmen (neben den Nexus-Geräten) zu einer der ersten Adressen für Android-Puristen werden lassen.

Wie bewertet ihr den Strategie-Wechsel von Motorola? Würde euch eine Abkehr von überfrachteten UIs gefallen? Wäre ein Stock-Android mit schnelleren Updates für euch ein Kaufargument? Eure Einschätzungen bitte in die Kommentare!

The Verge [via Traceable]

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