Motorola: Verkaufsverbot für Smartphones in Deutschland

Frank Ritter 5

Ein neues Kapitel im ewig andauernden Patentkrieg zwischen den großen Technologiekonzernen wurde heute aufgeschlagen: Motorola Mobility darf aufgrund eines Urteils vom Landgericht Mannheim vorerst keine Smartphones mehr in Deutschland verkaufen, die ein Microsoft-Patent verletzen. Betroffen sind unter anderem die Geräte RAZR, RAZR MAXX und Atrix.

Motorola: Verkaufsverbot für Smartphones in Deutschland

Motorola Mobility widersetzt sich als einer der letzten Hersteller im Android-Bereich den Forderungen von Microsoft, Lizenzgebühren für diverse Patente zu bezahlen. Eine Konsequenz daraus bekam die mittlerweile zu Google gehörende, aber unabhängig operierende Firma nun vor Gericht zu spüren: In Deutschland darf Motorola Mobility, wie The Verge berichtet, nach einem Urteil des Landgerichts Mannheim ab sofort keine Smartphones mehr vertreiben, die im internen Speicher das FAT-Dateisystem verwenden. Das ist unter anderem beim Motorola Atrix, Razr und Razr Maxx der Fall.

Das FAT-Dateisystem ist ein - mittlerweile veraltetes - Dateisystem, das von Microsoft erfunden wurde. Es wird auch in heutigen Geräten noch verwendet, um Rückwärtskompatibilität sicherzustellen. Im Zuge der Verwendung dieses Dateisystems soll Motorola Mobility ein Patent verletzt haben, das die Zuordnung von Dateien simultan mit langen und kurzen Dateinamen regelt. Das Patent wurde 1994 eingereicht und 2001 genehmigt.

Motorola Mobility muss nun nicht nur dafür sorgen, dass die entsprechenden Smartphones nicht mehr verkauft werden, sondern bei Gericht auch eine Kaution von 10 Millionen Euro hinterlegen und eine Strafe an Microsoft zahlen, deren Höhe noch festgelegt wird. Microsoft gab sich in Statements selbstbewusst und forderte, dass Motorola Mobility sich ebenfalls zu den Android-Herstellern gesellt, die von Microsoft-Patenten geschützte Technologien lizenzieren.

Ob und inwiefern sich dieses Verkaufsverbot auch auf die Geräte auswirkt, die noch bei den Händlern lagern und ob Moto das Verkaufsverbot durch einen Softwarepatch umgehen kann, ist unklar. Auch der Weg zum Oberlandesgericht steht Motorola theoretisch offen.

Was meint ihr - sollte Motorola den Weg durch die Instanzen gehen oder lieber die Lizenzgebühren an Microsoft zahlen? Eure Meinung in die Kommentare.

Quelle: The Verge [via Androider]

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