Der etwas andere Clickbait: Publisher bewirbt sein Spiel mit Brüsten

Richard Benzler 1

Ein soziales Experiment getarnt als Werbemasche oder Clickbait in seiner reinsten Urform? Eine Spieleschmiede aus dem Hause Bandai Namco wirbt auf ungewöhnliche Art und Weise mit weiblichen Brüsten für ihren nächsten Titel.

Der etwas andere Clickbait: Publisher bewirbt sein Spiel mit Brüsten

Siegt die menschliche Neugierde über die niederen Triebe? Sofern man den folgenden Fall als Paradebeispiel heranzieht, lautet die stilecht paraphrasierte Antwort des Internets wohl: „NEI!!!N111.“ Der Anlass? Ein nischiger Japano-Publisher namens D3 hat sich eine clevere Marketing-Aktion einfallen lassen, um sein neues Spiel zu bewerben. Das Zauberwort der Kampagne: Brüste.

Jeder Marketing-Mensch lernt im Grundkurs der Vermarktung: Sex sells! Zumindest im übertragenden Sinne, denn Sex ist ein universales Werkzeug, um Produkte an den Mann zu bringen. Banales Beispiel: Sobald die Zahnpasta der Marke Hastenichtgesehen von einer adretten Dame beworben wird, die lasziv in die Augen vorbeigehender Passanten lächelt, ist die Chance erwiesenermaßen höher, dass die Werbung wahrgenommen wird und sich im Gedächtnis des Beobachters absetzt; alles kein Hexenwerk, denn dadurch werden lediglich die archaischen Hebel des Menschen bedient. Ob man das nun gut heißt, ist eine andere Frage.

Death Stranding: Kojima will nicht auf Brüste verzichten

So weit, so vorhersehbar. Doch das Tochter-Unternehmen von Bandai Namco führt die Sex-Formell aktuell auf bizarrste Weise ad absurdum, indem es Nutzern des Internets die Entscheidungsgewalt darüber gibt, wann sein neues Spiel angekündigt wird. Zu diesem Zwecke wurde eine einsame Seite mit der Nahaufnahme weiblicher Reize eingerichtet, auf der eine digitale Uhr die Zeit bis zur Ankündigung des Titels runterzählt. Die Krux an der Sache: Für jeden Klick auf die Brüste rückt das Ankündigungsdatum ein Stück weiter in die Ferne. Zur Option steht somit eine Form von „Befriedigung“, an die jedoch eine „Strafe“ gebunden ist.

Momentaufnahme des Zählers am 21.02.2017

Doch offenbar scheint das Interesse für einen ominösen Titel – eines weitestgehend unbekannten Entwicklers – keine lukrative Alternative zum Betatschen virtueller Brüste zu sein, denn die aktuelle Wartezeit bis zur Ankündigung beträgt mittlerweile um die 900 Tage. Zur Relation: Zu Beginn stand der Counter noch auf 16 Tagen. Wirklich interessant wäre ein solches Experiment vermutlich erst, wenn es in Verbindung mit Half Life 3 oder einem Titel derselben Güteklasse daherkäme.

Unabhängig davon hat die Kampagne definitiv ihren Zweck erfüllt, da sie flächendeckend von allen großen Zeitschriften durchgekaut wurde.

PS: Wir sind unserer investigativen Pflicht nachgekommen und haben den Selbstversuch gewagt, um unseren Lesern den Umstand zu ersparen: Klickt man die Brüste an, so wippen sie auf und ab und eine weibliche Stimme gibt stimulierte Laute von sich. Wir raten zu einem anderen Zeitvertreib.

* gesponsorter Link