Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde plant Tests von Smartphone-betriebenen Satelliten. Das Projekt, das Möglichkeiten der günstigen Raumfahrt erforschen soll, könnte noch vor Ende des Jahres die ersten Raumkörper ins Weltall bringen - und die werden dann von einem Nexus One kontrolliert.

 

NASA

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Erinnert ihr euch an den kleinen Bugdroid, den Google vor knapp zwei Jahren zusammen mit einer Ladung Nexus S-Smartphones mit einem Wetterballon in über 30 Kilometer Höhe fliegen ließ? Die Google-internen Tests dienten damals der Erforschung des Verhaltens verschiedener Sensoren außerhalb ihres gewohnten Einsatzgebietes.

Nun könnte es für das Nexus S zusammen mit seinem kleinen Bruder Nexus One bald noch höher hinaus gehen: Die NASA plant noch in diesem Jahr den Start von drei Mini-Satelliten, die jeweils von einem Android-Smartphone kontrolliert werden. In einer Höhe von mehr als 100 Kilometern über dem Wasserspiegel soll mit dem nur 10x10x10 Zentimeter großen PhoneSat 1.0 zunächst die grundlegende Fähigkeit von Googles erstem Nexus-Gerät erprobt werden, einen Satelliten zu steuern. Außer dem Nexus One als Kontrollzentrale verfügen die drei einfach ausgerüsteten Flugkörper lediglich über einen erweiterten Akku sowie ein externes Funksystem, das die Kommunikation mit der Erde ermöglicht. Ein externes System überwacht zudem die Funktionalität des Nexus One, um es im Notfall neu starten zu können.

Sollten die Tests mit dieser einfachsten Ausführung des Satelliten erfolgreich verlaufen, so steht schon ein Nachfolgemodell bereit, um das Experiment fortzuführen: PhoneSat 2.0 wird von einem Nexus S gesteuert und verfügt über Solarzellen, die das System auch über längere Zeit hinweg mit Strom versorgen. Ausgestattet mit einem stärkeren Funkmodul sollen hier weitere Sensoren wie GPS auf ihre Tauglichkeit zur Steuerung des Satelliten hin untersucht werden.

Ziel dieser Testreihe ist, herauszufinden, ob Raumfahrt auch mit vergleichsweise günstiger Consumer-Hardware möglich ist. Dadurch mögliche Sparmaßnahmen würden dem Raumfahrtprogramm, dessen staatliche Förderung häufig gekürzt wird, sehr zugute kommen. Zukünftig wären sogar Missionen zum Mond denkbar. Und überlegt man, mit welch - Entschuldigung - primitiver Hardware Neil Armstrong 1969 auf dem Mond landete, ist die Vorstellung einer Smartphone-betriebenen Rakete gar nicht so abwegig.

Die Satelliten werden allerdings, auch wenn ihre Hardware dies zunächst vermuten lässt, höchstwahrscheinlich nicht mit Googles mobilem OS, sondern einem zweckmäßigeren, Nasa-eigenen Betriebssystem ausgestattet sein.

Android in Spaaaaaace!

Was haltet ihr von der Vorstellung, dass zukünftig Smartphones durchs Weltall fliegen werden? Fühlt ihr euch auch an Iron Skys gigantische, iPad-betriebene Reichsflugscheibe erinnert? Weitere Assoziationen bitte in die Kommentare!

Quelle: futurezone

Lukas Funk
Lukas Funk, GIGA-Experte.

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