Google hat die Internationale Raumstation in seine Street-View-Datenbank aufgenommen. Damit lassen sich alle 15 Module der ISS in einem Rundgang erkunden. Von den Toiletten bis zum Frachtraum fliegt man durch verwinkelte Röhren.

 

NASA

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ISS Street View – Teaser

Überall hängen Kabel, Monitore, Kameras und teilweise sieht es aus wie in einer Gummizelle. Die Innenansicht der ISS sieht auf den ersten Blick chaotisch, unübersichtlich und doch interessant aus. Zum Glück hat Google einige Hinweise gegeben, wo man sich gerade befindet und was da von den Wänden hängt.

360 Grad Tour durch die ISS

Vorbei am Fitnessraum, den Toiletten bis zur Aussichtskugel klickt man sich durch die ISS. Der Astronaut Thomas Pesquet war sechs Monate auf der Raumstation und war daran beteiligt, die Aufnahmen für Google zu erstellen. „Es war schwierig Worte zu finden und Fotos auszunehmen, die auch nur annähernd beschreiben wie es sich anfühlt im Weltall zu sein“, schrieb er später in seinem Blog.

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Das bisher aufwendigste Street-View-Projekt

Google konnte schlecht die sonst verwendete Kameratechnik zur ISS schicken – die Kosten wären immens gewesen. Daher nutzte das Team die vorhandenen Spiegelreflexkameras an Bord und fügte die Bilder dann auf der Erde zusammen. Dabei war die Schwerelosigkeit die größte Herausforderung. Normalerweise wird eine Kamera auf einen Tripod gestellt und dreht sich dann einmal im Kreis, um die 360-Grad-Aufnahmen zu erstellen. Ohne Schwerkraft fliegt die Kamera allerdings nur unkontrolliert herum.

Google musste vorher üben

Google musste eine völlig neue Methode zum Sammeln der Bilder entwerfen. Mit einer Replika der Raumstation am Johnson Space Center in Houston, entwickelte das Unternehmen eine Lösung: Sie befestigten zwei Bungee-Schnüre an den Wänden eines Moduls und schafften so einen festen Punkt für die Kamera. Pesquet drehte sich dann um diesen Punkt und machte die Aufnahmen. Vier Monate dauerte es, bis alles im Kasten war.

Die normalen Street-View-Bedienelemente sind mit den 360-Grad-Aufnahmen zwar etwas überfordert, doch eigentlich passt das zum Labyrinth der ISS ganz gut. Man weiß nie so genau, wo man sich befindet und wo es lang geht. Wer schon immer den Traum hatte, einmal auf der ISS zu sein, kann sich jetzt ein genaues Bild davon machen.

Quelle: Google

Johann Philipp
Johann Philipp, GIGA-Experte.

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