NBA Free Agency 2016: Kevin Durant, LeBron James, Dwayne Wade

Norman Volkmann

Am 1. Juli begann die Free-Agent-Phase und die ersten Free Agents haben schon bei ihren neuen oder alten Teams unterschrieben. Bevor wieder Basketball gespielt wird, versuchen die 30 Teams der NBA sich in der Free Agency zu verbessern, um in der nächsten Saison stärker angreifen können. Das beginnt mit der NBA Draft und wird dann mit der Free Agency weitergeführt. Wir erklären euch, was die Free Agency ist und wie diese abläuft. Die größte Entscheidung ist ebenfalls getroffen: Kevin Durant wechselt zu den Golden State Warriors.

Video: Die NBA Finals 2016: Golden State Warriors vs. Cleveland Cavaliers

NBA Finals 2016.

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Mit dem Titelgewinn der Cleveland Cavaliers endete die NBA Saison 2015/16 und die Offseason der Basketballliga startete. Über die Sommermonate bestimmt nicht der Sport an sich die Schlagzeilen und Entwicklungen der Liga, sondern Trades, Free Agency und Draft - kurz: die geschäftliche Seite der NBA. Doch auch diese Phase ist wichtig für jedes NBA-Team. In dieser Zeit werden Teams zusammengestellt, Trainer eingeführt und potentielle Champion-Teams der nächsten Saison zusammengebaut. Im Folgenden wollen wir euch erklären, was es mit der Free Agency und dem Salary Cap auf sich hat und was es bedeutet, wenn Spieler aus ihren Verträgen aussteigen. Ab dem 1. Juli 2016 dürfen Teams Meetings mit den Spielern vereinbaren und ihnen Verträge anbieten.

NBA Free Agency: Das Salary Cap

Anders als im europäischen Sport, haben alle 30 NBA-Teams das gleiche Budget, das sie für Spieler und Trainer ausgeben dürfen. Im Englischen nennt sich das Salary Cap und lässt sich mit Gehaltsobergrenze übersetzen. Wer dieses festgelegte Limit übersteigt, muss eine Luxussteuer bezahlen, die dann wiederum unter den Teams aufgeteilt wird, die unter dem Limit liegen. Der Hintergrund einer solchen Regelung: Es soll eine Art Chancengleichheit gewahrt werden, damit alle Teams die gleichen Chancen auf Stars und gute Spieler haben. So können sich besonders finanzstarke Teams nicht einfach alle besten Spieler in ein Team stecken. Zumindest in der Theorie. In diesem Jahr ist das Salary Cap deswegen so wichtig, weil es um fast 26 Millionen Dollar steigt. Einen so krassen Anstieg gab es bislang nicht. Durften Teams im letzten Jahr lediglich 70 Millionen Dollar an Gehältern ausschütten, liegt die Gehaltsobergrenze ab der nächsten Saison bei rund 96 Millionen Dollar. Das kommt den Spielern zu Gute, die in diesem Jahr Free Agents werden und damit viel höher dotierte Verträge unterschreiben können, als in den Jahren zuvor.

NBA Free Agency: Unrestricted, Restricted und Optionen

Als Free Agent wird in der NBA ein Spieler beschrieben, dessen Vertrag ausläuft. In der Regel haben NBA-Spieler mehrjährige Verträge, oftmals auch gebunden an bestimmte Leistungen oder mit verschiedenen Einschränkungen. Hier eine Übersicht an Free-Agent-Arten:

  • Unrestricted Free Agent: Ein vertragsfreier Spieler, der frei wählen kann, bei welchem Team er zukünftig unterschreiben will. In der Regel gibt es Meetings zwischen interessierten Teams und dem Spieler. Danach dürfen die Teams dem Spieler ein Angebot machen, dass er entweder ablehnen oder annehmen kann. Das aktuelle Team des Spielers hat aber einen entscheidenden Vorteil:  Dank der sogenannten Bird-Regel (benannt nach Larry Bird) darf das Team ihrem Spieler einen längeren und damit lukrativeren Vertrag anbieten, als das bei anderen Teams der Fall wäre - selbst wenn das Team damit die Gehaltsobergrenze sprengt. Angewendet wird diese Regel vor allem für Star-Spieler, da Teams diese so lange wie möglich an sich binden wollen.
  • Restricted Free Agent: Noch nicht ganz vertragsfrei, dürfen diese Spieler zwar Angebote von anderen Teams bekommen und auch aktzeptieren. Das Team, für die das sie aber aktuell spielen, hat das Recht, mit jedem Angebot gleichzuziehen und den Spieler so zu halten. Häufig können Restricted Free Agents sich auch dazu entscheiden, kein neues Angebot anzunehmen und am Ende der darauffolgenden Saison Unrestricted Free Agent zu werden.
  • Optionen: Es gibt mehrere Vertragsoptionen, die eine Spieler in seinem Vertrag eingebaut haben kann: Im Bezug auf die Free Agency gibt es entweder Team-Optionen oder Spieler-Optionen. Oftmals handelt es sich dabei einfach um den Zeitpunkt der Free Agency. Hat ein Spieler einen Vier-Jahres-Vertrag, kann er sich eine Option einbauen lassen, damit er bereits nach drei Jahren in die Vertragsfreiheit gehen könnte. Auch Teams können sich eine solche Option freihalten. Für Spieler ergibt das Sinn, wenn sie der Meinung sind, nach drei Jahren in der Lage zu sein, einen noch lukrativeren Vertrag zu unterschreiben. Für Teams funktioniert das, wenn sie sich nicht sicher sind, ob der jeweilige Spieler auch auf lange Sicht Leistungen bringen kann.

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Kevin Durant und der Wechsel zu den Golden State Warriors

Kevin Durant war der begehrteste Spieler der diesjährigen Free Agency in der NBA. Nachdem seine Oklahoma City Thunder in den Western Conference Finals in Spiel 7 gegen die Golden State Warriors ausschieden, war für viele klar, dass Durant wohl bei den Thunder bleiben würde. Die Thunder sahen aus wie eine Mannschaft, die die Warriors in zukünftigen Serien durchaus schlagen konnten. Auch wenn die Warriors um Stephen Curry am Ende gewannen, überzeugend war die Vorstellung letztendlich nicht. Doch in der Free Agency und nach der Niederlage der Warriors in Spiel 7 der Finals kam alles anders: Kevin Durant gab am 4. Juli auf der Website der Players Tribune bekannt, dass er zum Rivalen nach Oakland wechseln würde. Der ehemalige MVP wechselt damit zu dem Team, das bereits im letzten Jahr die beste Sieg/Niederlagen-Differenz aller Zeiten hatte und macht die Warriors erneut zu einem eindeutigen Titelfavorit. Mit seinem Wechsel muss aber auch die Mannschaft der Warriors umstrukturiert werden. So unterschrieb Harrison Barnes einen Maximalvertrag bei den Dallas Mavericks und auch Center Andrew Bogut wechselte zum Team von Dirk Nowitzki. Dennoch: Die Warriors haben mit Steh Curry und Kevin Durant die wohl zwei besten Scorer der gesamten Liga in einem Team. Dazu gesellt sich Elite-Verteidiger Andre Iguodala, Allrounder Draymond Green und der zweitbeste Dreierschütze der vergangenen Jahre: Klay Thompson. Dieses Team sollte den Gegner schon jetzt Albträume bereiten.

LeBron James und die wichtigsten Free Agents in der Übersicht

  • LeBron James kann in diesem Jahr wieder Free Agent werden. Er hat vor der letzten Saison eine Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben mit einer Spieler-Option für einen Ausstieg nach einem Jahr. Dadurch, dass das Salary Cap in dieser Saison so arg ansteigt, ist davon auszugehen, dass er die Option zum Ausstieg ziehen wird und dann einen höher-dotierten Vertrag mit den Cavaliers aushandelt. Ein Wechsel zu einem anderen Team scheint, besonders nach dem Titelgewinn, sehr unwahrscheinlich zu sein.
  • Auch wenn Dirk Nowitzki mit seinen 38 Jahren und 18 Jahren Ligaerfahrung eher zu den Basketball-Opas und sicheren Hall-of-Famern gehört, zog er seine Option und wurde Free Agent. Nowitzki hat mehrfach betont, seine Karriere bei den Mavericks beenden zu wollen. Körperlich sollten zwei weitere Jahre bei dem Deutschen noch drin sein. Durch seinen exzellenten Wurf ist er auch mit dem Alter und der schwindenden Geschwindigkeit noch immer eine große  Gefahr für jeden Gegner. Nowitzki hat inzwischen seine mündliche Zusage für einen neuen Vertrag über zwei Jahre und 40 Millionen Dollar gegeben. Neben den Neuzugängen Harrison Barnes und Andrew Bogut ist er weiterhin zentraler Teil der Mannschaft für die nächste Saison.
  • DeMar DeRozan von den Toronto Raptors hat als einer der ersten großen Namen bereits kurzen Prozess gemacht und einen neuen Vertrag vereinbart. Der Shooting Guard bleibt im hohen Norden und verlängert bei den Toronto Raptors. Dafür wird er mit einem Maximalvertrag ausgestattet und verdient über die nächsten fünf Jahre 139 Millionen Dollar.
  • Center und Rebounding-Monster Andre Drummond wird Restricted Free Agent. Ein Wechsel war von Vornherein nicht sehr wahrscheinlich. Nun boten die Pistons ihrem Center mit der ausgeprägten Freiwurfschwäche einen 5-Jahres-Vertrag über 130 Millionen Dollar an.

Weitere wertvolle Spieler, die Begehrlichkeiten bei Teams wecken könnten:

  • Al Horford (Atlanta Hawks) wechselt zu den Boston Celtics /  4 Jahre und 113 Millionen Dollar
  • Nicolas Batum bleibt bei den Charlotte Hornets / 5 Jahre und 128 Millionen Dollar
  • Bradley Beal bleibt bei den Washington Wizards / 5 Jahre und 120 Millionen Dollar
  • Joakim Noah (Chicago Bulls) / 4 Jahre und 72 Millionen Dollar
  • David Lee (Dallas Mavericks) / Unrestricted
  • Chandler Parsons (Dallas Mavericks) wechselt zu den Memphis Grizzlies / 4 Jahre und 94 Millionen Dollar
  • Harrison Barnes (Golden State Warriors) wechselt zu den Dallas Mavericks / 4 Jahre und 94 Millionen Dollar
  • Dwight Howard (Houston Rockets) wechselt zu den Atlanta Hawks / 3 Jahre und 70 Millionen Dollar
  • Mike Conley bleibt bei den Memphis Grizzlies / 5 Jahre und 153 Millionen Dollar
  • Dwayne Wade (Miami Heat) wechselt zu den Chicago Bulls / 2 Jahre und 47 Millionen Dollar
  • Rajan Rondo (Sacramento Kings) wechselt zu den Chicago Bulls / 2 Jahre und 28 Millionen Dollar
  • Pau Gasol (Chicago Bulls) wechselt zu den San Antonio Spurs / 2 Jahre und 30 Millionen Dollar
  • Hassan Whiteside bleibt bei den Miami Heat / 4 Jahre und 98 Millionen Dollar
  • Manu Ginobili (San Antonio Spurs) / Unrestricted
  • Tim Duncan (San Antonio Spurs) / Unrestricted - Gerüchte über ein mögliches Karrieende halten sich

Alle Free Agents findet ihr auf der offiziellen Website der NBA im Überblick. Hier seht ihr außerdem auch den aktuellen Status jeden Spielers und bei welchem Team er letzten Endes untergekommen ist. Alle Zusagen für die neuen Teams sind bis zum 7. Juli nur mündlich. Ein Vertrag darf erst am diesem Tag unterschrieben werden und erst dann tritt die Zusage in Kraft.

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