Netflix, Prime Video und Co.: Die größte Einschränkung wird endlich abgeschafft

Johann Philipp 4

Am Strand liegen und Netflix schauen oder die Bundesliga im Ausland verfolgen: Ab dem 1. April ist das kein Problem mehr. Die EU hat das sogenannte Geoblocking für Streaming-Anbieter abgeschafft. Was das bedeutet und man beachten muss, erklären wir im Artikel.

Netflix, Prime Video und Co.: Die größte Einschränkung wird endlich abgeschafft
Bildquelle: Getty Images.

Update: Die „Verordnung zur grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Bezahlinhalten“ ist in Kraft. Übersetzt heißt das: Ab dem 1. April 2018 können wir Filme, Serien und Musik auch auf Reisen im europäischen Ausland schauen. Noch einfacher: Streaming ohne Grenzen. Bisher war es nicht möglich, beispielsweise seinen Netflix-Account im Urlaub zu nutzen. Man bekam einen Hinweis wie: „Dieser Inhalt ist in deinem Land nicht verfügbar“. Die Anbieter argumentierten die Sperre häufig mit Absprachen der Filmstudios zu den Nutzungsrechten. Diese Regelung wurde jetzt abgeschafft.

Einige Ausnahmen gilt es aber dennoch zu beachten: Kostenlose Dienste oder die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender können ihr Angebot auch weiterhin im Ausland sperren. Sobald der Dienst allerdings kostenpflichtig ist, muss er verfügbar sein.

Weitere Ausnahme: Es gilt nur für die EU und einen vorübergehenden Aufenthalt im Ausland. Ein Urlaub oder das Auslandssemester sind kein Problem. Wer allerdings dauerhaft in einem anderen EU-Land lebt, muss zu den dortigen Bedingungen ein Abonnement abschließen.

Netflix im Ausland nutzen: Darum war es bisher nicht möglich

Auf Netflix, Amazon, Sky und Spotify wollen viele auch im Urlaub nicht verzichten. Bisher war es jedoch nicht möglich, über einen deutschen Account Filme oder Musik im Ausland zu streamen. Eine Abschaffung dieser Geoblocking-Funktion wurde bereits letztes Jahr von der EU besprochen. Die Durchsetzung aber erst jetzt vollzogen.

Das Problem: Die Anbieter haben die Ausstrahlungsrechte für ihre Inhalte nur auf das Heimatland des Nutzers beschränkt. Das bleibt auch nach dem Beschluss der EU bestehen. Der Clou: Netflix und Co. gewähren jetzt während eines Aufenthalts im Ausland die Nutzung des Dienstes so, als ob man zuhause wäre. Allerdings nur für eine bestimmte Zeit, etwa im Urlaub, oder während eines Auslandsstudiums. Wer seinen Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegt, wird das Angebot seines bisherigen Anbieters nicht nutzen können.

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Geoblocking: Anbieter prüfen Heimatland

Den Dienst einfach im Ausland abschließen und andere Inhalte genießen, ist also nicht möglich. Die Anbieter sind dazu verpflichtet zu prüfen, welches das Heimatland des Kunden ist. Durch die Adresse, Zahlungsdaten und IP-Adresse wird entschieden, ob der Kunde auch wirklich in dem Land wohnt, in dem er das Abo abgeschlossen hat. Außerdem werden vorerst nur Bezahl-Abos von dem neuen Gesetz profitieren. Bei der kostenlosen Version von Spotify kann der Anbieter selbst entscheiden, ob er einen Geoblocker einsetzt.

Quelle: F.A.Z, Golem

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