Netflix light – kommt ein günstigeres Abo auch nach Deutschland?

Marco Kratzenberg

Nachdem Netflix in letzter Zeit eher die Preise – aber auch die Leistung – seiner Streaming-Abos steigerte, denkt man jetzt offensichtlich über ein „Netflix light“ nach. Das soll preislich und vom Angebot her noch unter dem derzeit billigsten Abo angesiedelt sein.

Die Netflix-Kosten sind in den letzten Jahren gestiegen. Allerdings auch der Leistungsumfang der verschiedenen Abos. 4K- und HDR-Fernsehgeräte ziehen in immer mehr Haushalte ein und das Filmangebot folgt dem langsam nach. Trotzdem denkt der Anbieter anscheinend über ein „Netflix light“ nach, über eine deutliche Preissenkung, die mehr Kunden anlocken soll. Was steckt dahinter?

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Nur noch kurze Zeit bei Netflix: Diese Filme und Serien fliegen aus dem Programm

Das billigere Netflix soll sich dem asiatischen Markt anpassen

Nachdem Netflix vor kurzem ein größeres Paket asiatischer Filme angekündigt hat und bereits reichlich Filme aus verschiedenen asiatischen Regionen anbietet, will man offenbar nun auch mit den dortigen Streamingdiensten in Konkurrenz treten.

Zwar ist Netflix da schon vertreten, aber die Preise unterscheiden sich nicht stark von den unsrigen. Dafür gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den dort ansässigen Anbietern und Netflix. So bietet Netflix beispielsweise in Indien seine Abo-Pakete zu Preisen von 500, 650 und 800 Rupien an – wobei 500 Rupien etwa 6,20 Euro wert sind. Doch damit unterscheiden sich die Preise immer noch stark vom indischen Anbieter Hotstar, dessen Premium-Angebot 199 Rupien pro Monat kostet – was etwa 2,45 Euro entspricht.

Aber allein in Indien gibt es einen Markt von rund 100 Millionen potentieller Netflix-Kunden, die genügend Englisch verstehen, um auch die internationalen Filme sehen zu wollen.

Ähnlich sieht es auch in anderen asiatischen Regionen, wie etwa Korea, Japan oder Taiwan aus. Hier ist Netflix vertreten, hat aber im Durschnitt nur etwa 2 Millionen Abonnenten pro Land – während die anderen potentiellen Kunden durch die lokalen TV-Streamer bedient werden.

Aus diesem Grund äußerte sich Netflix-Chef Reed Hastings kürzlich gegenüber Bloomberg so, dass man eine zusätzliche „Abo-Stufe“ testen will, um eine mögliche Ausdehnung der Geschäfte im asiatischen Markt zu prüfen.

Mehr hat Hastings allerdings nicht dazu verraten und so wird spekuliert, um welche Art von Preisanpassung es sich handeln könnte. Ob also „Netflix light“ eine Reduzierung des Angebots auf lokale Filme und Serien bedeutet oder es beispielsweise Pakete geben soll, die nur Filme oder nur Serien enthalten, ist völlig offen.

Ein falsches Signal wäre es auf jeden Fall, wenn Netflix seine Preise im asiatischen Raum einfach senkt, während sie bei uns weiter steigen. Gleichzeitig äußerte sich die Konkurrenz bereits zu den Expansionsplänen. So sagte der Geschäftsführer des indischen Anbieters Media Partners Asia, dass Netflix ohne eine starke Preissenkung die anvisierten 100 Millionen Abonnenten niemals erreichen wird.

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Könnte Netflix light auch nach Deutschland kommen?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Hierzulande muss Netflix niemanden „unterbieten“, um erfolgreich zu sein. Gerade erst konnte Netflix durch eine Kooperation mit Sky einen weiteren Kundenkreis erreichen und alle anderen Streaming-Anbieter operieren auf einem ungefähr gleichen Preisniveau.

Obwohl natürlich theoretisch tatsächlich eine weitere Abo-Stufe möglich wäre. Sky hat es ja mit seinen verschiedenen Angeboten vorgemacht, die beispielsweise nur aus Serien oder auch aus Kinofilmen bestehen. So wäre ein Netflix light denkbar, das nur Netflix-Originals zeigt.

Möglich wäre außerdem auch ein „Mobil-Abo“, wie Netflix es angeblich in Malaysia plant: Dabei soll das Angebot lediglich mit Apps für Smartphones und Tablets nutzbar sein.

Tatsächlich betonte Todd Yellin, Vize-Präsident der Produktentwicklung bei Netflix extra, dass man die Preise lassen wolle, wo sie sind: „Wir sind ein Premium-Dienst“, sagte er gegenüber Bloomberg.

Dass es bei uns also eine günstigere Abo-Stufe geben wird, ist nahezu ausgeschlossen. Erst einmal gibt es noch genügend Entwicklungspotential in Asien, bevor man bei Netflix darüber nachdenken muss, auch noch den letzten Deutschen zu locken.

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