Nikon ist in weiten Teilen der Welt ein angesehenes Unternehmen, das für herausragende Kameras steht. Wie jetzt die neuesten Umsatzzahlen zeigen, gehen die Verkäufe aber stark zurück. Schuld daran dürften vor allem Smartphone-Kameras sein.

Viele verzichten bereits auf den Kauf einer Digitalkamera, denn Smartphones bieten größtenteils schon so gute Linsen an der Rückseite, dass bei der Fotoqualität kaum Unterschiede auszumachen sind. Smartphone-Nutzer freut natürlich der stetige Fortschritt in Sachen Kameralinsen – für die Kamerahersteller ist das aber weniger erfreulich.

Nikon beispielsweise ist einer der größten Hersteller weltweit und hat jetzt mit enormen Umsatzschwierigkeiten zu kämpfen. Innerhalb von nur einem Jahr gingen die Verkäufe von Digitalkameras um ein Drittel zurück. Das geht aus dem Geschäftsbericht für das zweite Halbjahr hervor. Allgemein fielen die Umsätze um 14 Prozent und liegen damit bei 2,9 Milliarden Euro. Der Gesamtgewinn fällt mit über 200 Millionen Euro dennoch höher aus als im Vorjahr. Grund dafür sind Halbleiter-Lithografiesysteme, die bei der Produktion von Displays eingesetzt werden.

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Objektive für die Nikon Z6 und Z7: Welches Standardzoom 24-70 mm nehmen?

Ist das Smartphone ist schuld?

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Das größte Sorgenkind ist der Bereich Imaging. Dort ging der Umsatz um ordentliche 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Vor allem Systemkameras und Objektive sind für den massiven Rückgang verantwortlich. Als Grund nennt Nikon eine geringere Nachfrage, Lieferverzögerungen und den ungünstigen Wechselkurs. Durch den hohen Kurs der heimischen Währung Yen, sind die Produkte im Ausland teurer geworden, woraus geringere Absatzzahlen resultieren.

Die geringe Nachfrage dürfte mit Sicherheit aber auch auf Smartphones zurückzuführen sein. Da unsere alltäglichen Begleiter bereits mit herausragenden Kameralinsen ausgestattet sind, greifen nur noch wenige zu einer zusätzlichen Digitalkamera. Auch wenn es bildtechnisch vielleicht noch Unterschiede gibt, spricht zumindest die Verfügbarkeit für Smartphones. Während man eigenständige Kameras nur zu besonderen Anlässen mitführt, ist das Smartphone prinzipiell immer in der Hosentasche und steht somit auch für spontane Schnappschüsse zur Verfügung. Wie gut Smartphone-Kameras mittlerweile sind, zeigt die Kamera des Google Pixel.

Nikon wird 100

Nächstes Jahr feiert Nikon seinen 100. Geburtstag. Anlässlich dieses speziellen Jubiläums gibt es aber keinen Kuchen und eine ausgelassene Feier, sondern einen Sanierungsplan, der den japanischen Konzern auf die nächsten 100 Jahre vorbereiten soll. Dieser trägt den bezeichnenden Titel „Next 100 Years.“

Der Plan sieht vor allem vor, dass man sich auf die Produkte im hohen Preissegment konzentrieren wird, da dort die Gewinnmargen deutlich höher ausfallen. Die Produktpalette dürfte folglich schrumpfen, auch wenn das nicht offiziell gesagt wurde. Darüber hinaus sollen die Fixkosten reduziert werden. Aus diesem Grund werden 350 Arbeitsplätze in Japan und 650 weitere Stellen im Ausland wegrationalisiert. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Marketing sollen auch nach unten geschraubt werden, wodurch sich Nikon eine Reduktion der Fixkosten von 173 Millionen Euro verspricht.

Quelle: Nikon via Golem

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