DRM und Kopierschutz dürfen geknackt werden: Homebrew-Software ist laut EuGH legal

Amélie Middelberg 5

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem neuen Urteil entschieden, dass das Umgehen von DRM-Maßnahmen im Rahmen sogenannter Homebrew-Software zu gewerblichen Zwecken legal ist, solange diese Software nicht vordergründig rechtswidrig genutzt wird. Konkret ging es um den Fall eines italienischen Händlers, der Nintendo-Konsolen mitsamt verändertem Betriebssystem vertrieb. 

Solange es der Nutzung von eigenentwickelter Software und nicht dem Spielen und Verbreiten raubkopierter Software dient, ist es laut einem Urteil des EuGH legal, den Kopierschutz auf Spielekonsolen bewusst zu umgehen.

Dieses Grundsatzurteil entspringt einem Rechtsstreit zwischen Nintendo und der italienischen Vertriebsfirma PC Box, die Nintendo Konsolen mitsamt aufgespielter Custom Firmware vertreibt. Um diese Homebrew-Software nutzen zu können, müssen Spieler zusätzliche Hardware von PC Box mit der Konsole verbinden, was die DRM-Maßnahmen schlussendlich umgeht.

Wii-U-Internet-Browser
Nintendo klagte, um der Nutzung von illegal raubkopierter Spiele zu verhindern. PC Box jedoch verteidigte sich mit dem Argument, die Software-Änderung mache lediglich den Einsatz unabhängiger Programme und das Abspielen von Filmen und MP3-Dateien auf der Spieleplattform möglich.

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Der europäische Gerichtshof schlussfolgerte, dass die Absicherung technischer Schutzverfahren „den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren“ und lediglich rechtswidrige Zwecke untersagen dürfe. Jeder Fall der Umgehung von DRM-Maßnahmen sei einzeln zu prüfen, wobei darauf geachtet werden soll, wie Dritte die entsprechend veränderten Geräte tatsächlich verwenden.

Quelle: Heise online

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